Menschenrechtspreis 2006

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Somsak Kosaisook, Thailand

Zum politischen Kontext

Thailand stand seit dem Ende der absoluten Monarchie im Jahr 1932 mehrmals unter der Herrschaft von Militärregimen. In den Jahren 1973 und 1992 schafften es Thailands Bürgerinnen und Bürger jedoch mit Massenprotesten, die Militärherrschaft zu stürzen. Einige thailändische Gewerkschaften spielten bei der Wiedergewinnung der Demokratie eine zentrale Rolle. Seit den Maiprotesten des Jahres 1992 gibt es beachtliche Schritte hin zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung. Eine neue demokratische Verfassung wurde im Jahr 1997 verabschiedet. Gemeinsam mit anderen sozialen Bewegungen begleiten die Gewerkschaften noch immer Thailands Demokratieprozess.

Der Preisträger

Mit der Verleihung des Menschenrechtspreises 2006 an Somsak Kosaisook ehrt die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Gewerkschaftsführer, der sich durch seinen langjährigen und vorbildlichen Einsatz für die Menschenrechte sowie durch seine unnachgiebige Unterstützung der Demokratisierung Thailands auszeichnet.

Somsak Kosaisook war in seinem ersten Beruf Eisenbahner und Lokomotivführer. Als Gewerkschafter war er von 1987 bis 2005 Vorsitzender der Gewerkschaft der staatlichen Eisenbahn. Schon während der Massenproteste in den Jahren 1973 und 1992 gegen die damaligen Militärdiktaturen setzte er sich aktiv für die Einhaltung von Menschenrechten und für die Demokratie ein. Alle Aktionen, die Somsak Kosaisook mit sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen durchführte, waren stets gewaltfrei aber konsequent im Hinblick auf das Ziel: die Erreichung politischer und sozialer Verbesserungen. Somsak Kosaisooks Einstellung als Gewerkschafter und Menschenrechtskämpfer ist geradlinig und vorbildlich. Scheinkompromisse lehnt er kategorisch ab, ebenso wie Angebote, die ihm selbst Vorteile – wirtschaftlicher oder politischer Art – brächten. Durch seinen konsequenten Einsatz für die Menschenrechte ist Somsak Kosaisook nicht nur innerhalb Thailands, sondern auch in anderen asiatischen Ländern für viele ein Vorbild.

Weitere Informationen

Publikationen
Programm
Artikel zum Menschenrechtspreis 2006 im FES info
Broschüre zum Menschenrechtspreis 2006 (online leider nicht verfügbar)
Impact of Trade Union Solidarity Support Organisations in Thailand 1993-2002 Dr. Voravidh Charoenloet, Dr. Napaporn Ativanichayapong, Phan Wanabriboon (Political Exonomy Study Center, Chulalongkorn University, Bangkok, 2003)
Publikationsliste des Landesbüros Thailand der Friedrich-Ebert-Stiftung Kompass 2020 – Südostasien

Links
Website des Referats Asien und Pazifik der FES
Website des FES Landesbüros Thailand

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  • Bild: Anke Fuchs mit Preisträger Somsak Kosaisook und Laudator und DGB-Chef Michael Sommer bei der Preisverleihung am 19. September 2006 von Reiner Zensen 
  • Bild: Preisträger Somsak Kosaisook mit Anke Fuchs bei der Preisverleihung von Reiner Zensen 
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