Internationaler Frauentag 2017: Der Wert von Care-Arbeit

FES-Themenschwerpunkt zum Internationalen Frauentag

Was uns zusammenhält


Sorgearbeit bildet das Fundament menschlichen Zusammenlebens. Sie formt die sozialen Bindungen und macht den Zusammenhalt unserer Gesellschaften aus. Auch wäre ohne sie Erwerbsarbeit nicht möglich. Und trotzdem ist Care-Arbeit ökonomisch und gesellschaftlich unsichtbar.

Hinzu kommt, dass die ungerechte Verteilung von Care-Arbeit mit für die ökonomische und soziale Benachteiligung von Frauen verantwortlich ist. Dies lässt sich an Indikatoren wie dem Global Gender Gap oder dem europäischen Gender Equality Index ablesen. Auch das gerade veröffentlichte Gutachten zum Zweiten Gleichstellungsbericht macht dies deutlich. Es beziffert den Gender Care Gap in Deutschland auf 52 Prozent: Frauen leisten täglich um die Hälfte mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Bei Paaren mit Kindern steigt der Wert sogar auf mehr als 80 Prozent.

Während Männer bezahlter Erwerbsarbeit nachgehen, kümmern sich meistens Frauen um Kinder, Haushalt und Pflegebedürftige. Ökonomische Abhängigkeit ist oftmals die Folge. Die damit verbundenen Risiken tragen ganz wesentlich Frauen: überall auf der Welt.

Aber Sorgearbeit geht uns alle an! Mit Einblicken aus unserer weltweiten Arbeit wollen wir zum internationalen Frauentag neue Perspektiven auf Care-Arbeit eröffnen. Wir wollen auf den unterschätzten Wert der Sorgearbeit aufmerksam machen.

Was ist Care-Arbeit?

"Care-Arbeit" oder "Sorgearbeit" bezeichnet die gesellschaftlich notwendige Arbeit am und für Menschen. Dazu gehören Putzen, Kochen, persönliche Zuwendung, pflegerisch bis medizinisch Versorgen und Erziehen. Care-Arbeit wird größtenteils privat und unbezahlt ver­rich­tet, im Bereich der Kinder­betreuung, Alten- und Krankenpflege, haushalts­nahen Dienstleistungen etc. aber auch zunehmend professionell.


Care-Arbeit: Oft unsichtbar, aber extrem wertvoll!

Die Bedeutung von privat geleisteter Sorgearbeit, die ökonomisch unsichtbar bleibt, ist enorm: Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts ist der Wert der unbezahlten Arbeit in Deutschland - selbst nach vorsichtigen Berechnungen - mit dem der durch bezahlte Arbeit erzielten Nettoeinkommen vergleichbar. Sorgearbeit verdient mehr Wertschätzung!

In Veranstaltungen (u. a. in Berlin, Brüssel und Ravensburg) und Publikationen diskutieren wir die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung von Sorgearbeit und innovative Politikansätze: Wie kann eine gerechtere Verteilung zwischen den Geschlechtern erreicht werden? Und: Wie kann Sorgearbeit angemessen abgesichert werden?

Veranstaltungen

  • Ein Anleger mit einem Fischerboot. Auf dem Boot steht "Who cares"

    Do you care? Sorgearbeit in einer geschlechtergerechten Gesellschaft

    14.03.2017 Rückblick
    Anlässlich des Internationalen Frauentags stand die Frage "Do you care? Sorgearbeit in einer geschlechtergerechten Gesellschaft" im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung des Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg, Landesbüro der...
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  • Von Superfrauen und dienstbaren Geistern

    Freitag, 17.03.17 Berlin Veranstaltung
    Am 17. März geht es in Berlin um die Zukunft der Sorgearbeit, die zum Großteil von Frauen getragen wird. Während die private Sorgearbeit ökonomisch und gesellschaftlich weitgehend unsichtbar bleibt, ist professionelle Sorgearbeit zumeist schlecht...
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  • Care Economy, Economic Justice and Sustainable Development

    Donnerstag, 30.03.17 Brüssel Veranstaltung

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Es braucht: Faire Bezahlung und soziale Absicherung

Professionelle soziale Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung: In alternden Gesellschaften handelt es sich zweifellos um Zukunftsbranchen. Jedoch werden diese Dienstleistungen in der Mehrheit von Frauen ausgeübt, oft schlecht bezahlt – und das nicht nur in Deutschland.

Unter anderem in Yaoundé und Ingolstadt wollen wir über Arbeitsbedingungen von Frauen sprechen, die die Sorgearbeit von anderen übernehmen, und über die Folgen. In Studien befassen wir uns mit der Entlohnung in sozialen Dienstleistungsbranchen und der Frage, wie eine Aufwertung gelingen kann.

 

Veranstaltungen und Publikationen

  • Nur Luft und Liebe?

    07.03.2017 Publikation
    Entlohnung von Fürsorgearbeit: Mehr Luft als Liebe? Seit Jahren wachsen die Beschäftigtenzahlen im Bereich Gesundheit und Erziehung in Deutschland. In Anbetracht der demografischen Entwicklung und dem Ausbau der Kinderbetreuung ist abzusehen, dass...
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  • Arbeitsbeziehungen der Care-Arbeit im Wandel

    07.03.2017

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  • Dringend gebraucht - und doch nichts wert? Hausangestellte in Kamerun

    Dienstag, 07.03.17 Yaoundé Veranstaltung
    Trotz der Wichtigkeit ihrer Arbeit fehlt es für private Hausangestellte in Kamerun an Wertschätzung und fairen Arbeitsbedingungen. Ihre Initiativen brauchen Unterstützung. Darüber diskutierte die FES Kamerun am 7. März in Yaoundé mit Betroffenen und...
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  • Ein Mann ist keine Altersvorsorge!

    Dienstag, 21.03.17 Ingolstadt Rückblick
    Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Sie können theoretisch alles werden: Top-Managerin, Nobelpreisträgerin oder Bundeskanzlerin. Und trotzdem stehen immer noch die gleichen Fragen im Raum wie früher:
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Sorgearbeit ist mehr wert – Überall auf der Welt

Einblicke aus der internationalen Arbeit der FES

  • India: Interview with Damyanty Sridharan

    28.02.2017
    Unpaid care and domestic work reinforces socio-economic disadvantages for working women in India. Damyanty Sridharan from FES India points out that a strong women’s movement has already been instrumental in highlighting and bringing change....
    weitere Informationen
  • India: Women’s Rights - Forgotten in a Booming Economy?

    28.02.2017
    Structural problems and unfair practices still keep many women in India in a weak position. Especially those who migrated from other countries are facing big challenges. Dr. Pravin Sinha from FES India explains how skilled women have benefited from...
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  • Bangladesh: Interview with SHIRIN AKHTER

    FES Bangladesh Interview
    The majority of Bangladesh’s women are still bearing the double burden of paid work and unpaid care work. In partnership with FES Bangladesh Shirin Akhter, a Member of the Bangladesh Parliament, formed a platform that brings together various actors...
    weitere Informationen
  • Latein- und Zentralamerika: Strukturelle Ungerechtigkeit – lokal und global verankert

    28.02.2017
    Gesellschaftliche Stereotype, prekäre und informelle Beschäftigung belasten Care-Arbeiter_innen in Lateinamerika. Regionale Gewerkschaftsverbände setzen sich mit Unterstützung der FES für mehr Chancengleichheit und strukturelle Reformen ein. Das...
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  • Mozambique: Beyond Cash Transfers

    07.03.2017 Publikation
    The dilemma of paid domestic care and the burden of unpaid care in general affect many women in Mozambique, especially women from the working class. Are there any alternative solutions for Social Protection and Social Services?
    weitere Informationen
  • Bosnien und Herzegowina: Zeit für Reformen

    08.03.2017
    Pflegearbeit ist in Bosnien und Herzegowina nicht nur ein „privates Problem“. Stattdessen stellt es eine gesamtstaatliche und gesellschaftliche Herausforderung dar. Dringend nötig sind Investitionen in die Pflegewirtschaft und eine Verbesserung der...
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India: Interview with Damyanty Sridharan

28.02.2017
Unpaid care and domestic work reinforces socio-economic disadvantages for working women in India. Damyanty Sridharan from FES India points out that a strong women’s movement has already been instrumental in highlighting and bringing change....
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India: Women’s Rights - Forgotten in a Booming Economy?

28.02.2017
Structural problems and unfair practices still keep many women in India in a weak position. Especially those who migrated from other countries are facing big challenges. Dr. Pravin Sinha from FES India explains how skilled women have benefited from...
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Bangladesh: Interview with SHIRIN AKHTER

FES Bangladesh Interview
The majority of Bangladesh’s women are still bearing the double burden of paid work and unpaid care work. In partnership with FES Bangladesh Shirin Akhter, a Member of the Bangladesh Parliament, formed a platform that brings together various actors...
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Latein- und Zentralamerika: Strukturelle Ungerechtigkeit – lokal und global verankert

28.02.2017
Gesellschaftliche Stereotype, prekäre und informelle Beschäftigung belasten Care-Arbeiter_innen in Lateinamerika. Regionale Gewerkschaftsverbände setzen sich mit Unterstützung der FES für mehr Chancengleichheit und strukturelle Reformen ein. Das...
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Nur Luft und Liebe?

07.03.2017 Publikation
Entlohnung von Fürsorgearbeit: Mehr Luft als Liebe? Seit Jahren wachsen die Beschäftigtenzahlen im Bereich Gesundheit und Erziehung in Deutschland. In Anbetracht der demografischen Entwicklung und dem Ausbau der Kinderbetreuung ist abzusehen, dass...
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Mozambique: Beyond Cash Transfers

07.03.2017 Publikation
The dilemma of paid domestic care and the burden of unpaid care in general affect many women in Mozambique, especially women from the working class. Are there any alternative solutions for Social Protection and Social Services?
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Arbeitsbeziehungen der Care-Arbeit im Wandel

07.03.2017
 

Dringend gebraucht - und doch nichts wert? Hausangestellte in Kamerun

Dienstag, 07.03.17 Yaoundé Veranstaltung
Trotz der Wichtigkeit ihrer Arbeit fehlt es für private Hausangestellte in Kamerun an Wertschätzung und fairen Arbeitsbedingungen. Ihre Initiativen brauchen Unterstützung. Darüber diskutierte die FES Kamerun am 7. März in Yaoundé mit Betroffenen und...
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Bosnien und Herzegowina: Zeit für Reformen

08.03.2017
Pflegearbeit ist in Bosnien und Herzegowina nicht nur ein „privates Problem“. Stattdessen stellt es eine gesamtstaatliche und gesellschaftliche Herausforderung dar. Dringend nötig sind Investitionen in die Pflegewirtschaft und eine Verbesserung der...
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Von Superfrauen und dienstbaren Geistern

Freitag, 17.03.17 Berlin Veranstaltung
Am 17. März geht es in Berlin um die Zukunft der Sorgearbeit, die zum Großteil von Frauen getragen wird. Während die private Sorgearbeit ökonomisch und gesellschaftlich weitgehend unsichtbar bleibt, ist professionelle Sorgearbeit zumeist schlecht...
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"Die Ökonomie braucht mehr Kümmerer"

Wirtschaftsprofessorin Julie Nelson plädiert für eine am Menschen orientierte Wirtschaft.

Weitere Publikationen und Veranstaltungen der FES zum Thema Frauen- und Gleichstellungspolitik

Publikationen

Dibetso, Lethabo

Airing out the laundry

gender discrimination in Zambian media workplaces

Zum Download (PDF)


Zur Publikation


Veranstaltungen

Andrea Schmidt/Typografie im Kontext
Montag, 27.04.26 – Digital

Feminism & Bookmarks "Toxische Weiblichkeit"

Welche Rolle spielen Frauen selbst beim Fortbestehen patriarchaler Strukturen? Sophia Fritz kritisiert, dass Gleichberechtigungsforderungen oft nur an Männer gerichtet sind, während wenig hinterfragt…


Neues Gleichstellungsgesetz in Bayern: Potentiale erkennen und nutzen
Mittwoch, 13.05.26 – Online

Neues Gleichstellungsgesetz in Bayern: Potentiale erkennen und nutzen

++ Anmeldung mit Motivationsbeschreibung ++

Mit der Novellierung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes (BayGlG) verändern sich Rahmenbedingungen, Aufgaben und Handlungsspielräume der…



Veranstaltungsorte

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