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Archiv der sozialen Demokratie

22.11.2021

Otto von Bismarck und die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung - Restitution der „Bismarck-Bücherei Specht“

Was verbindet den Reichskanzler Otto von Bismarck und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Es ist nicht nur das von Bismarck initiierte „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ oder die politische Verfolgung der Vorläuferparteien der SPD durch Bismarck. Es sind auch mehr als 100 Bücher, Briefe und Materialien über Bismarck, die von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg an die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung zurückgegeben worden sind. Die Sammlung der einstigen „Bismarck-Bücherei Specht“ war zur Zeit des Nationalsozialismus als Raubgut in den Besitz der Hamburger Bibliothek gelangt und ist nun restituiert.

Im Zuge der Provenienzforschung zu NS-Raubgut an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg wurden 118 Bücher, zwei Briefkopien und ein Liederheft aus der ehemaligen „Bismarck-Bücherei Specht“ aus dem Besitz der Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer & Co. im Bestand der SUB identifiziert. Bereits im Mai 1933 wurde der SPD-eigene Auer-Verlag und Teile seiner Verlagsbibliothek beschlagnahmt. Es handelt sich dabei um einen NS-verfolgungsbedingten Entzug. Die obengenannten Medien stammen aus dieser Beschlagnahmung und sind in den Jahren 1936-1941 als Geschenkzugang der Gestapo Hamburg in den Bestand der SUB Hamburg – aus heutiger Sicht - unrechtmäßig eingearbeitet worden.

Nun sind sie zurückgekehrt zur SPD, bzw. in die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Bibliothek nimmt in der Tradition des ehemaligen SPD–Parteiarchivs einschließlich der großen ehemaligen Parteibibliothek, die der SPD zustehenden Restitutionsansprüche auf NS-Raubgut wahr. Die Restitution erfolgt auf der Grundlage der Vollmacht des SPD-Schatzmeisters von 2018, der „Washington Principles“ und der „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes“.

Zukünftig steht nun die Bismarck-Bücherei neben der Bibliothek von Karl Marx im gleichen Tresorraum. Ob die beiden Zeitgenossen damit einverstanden gewesen wären?

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