Wasserstoff in den nordischen Ländern: Treiber für die europäische Zusammenarbeit?

Erneuerbarer Wasserstoff kann einen nachhaltigen Industrie- und Verkehrssektor ermöglichen und den nordischen Ländern zur Erreichung ihrer ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele verhelfen. Was sind ihre Strategien und welche Ansatzpunkte gibt es für die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern?

Auf der Grundlage der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff - von der Dekarbonisierung schwer zu elektrifizierender Sektoren bis hin zu klimaneutralen industriellen Prozessen - gelten die nordischen Länder durch ihren strategischen Rahmen oft als Vorreiter für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.

Die neue Studie “Hydrogen in the Nordics: Drivers of European Cooperation?” des Potsdamer Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) zeigt: Ein Überschuss an erneuerbarem Strom könnte für die Herstellung von grünem Wasserstoff verwendet werden und so die Sektoren abdecken, die schwer zu dekarbionisieren sind.

Obwohl bereits ein solides Innovationsumfeld und gutes Investitionsklima vorhanden ist, müssen bei der Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur die konkreten Bedürfnisse und politische Ziele stärker beachtet werden. Dies umfasst auch die regionale Verkehrsinfrastruktur und die Eingliederung in den European Hydrogen Backbone.

Der tatsächliche Umfang von Wasserstoffexporten ist noch nicht eindeutig absehbar. Bislang ist der Export von erneuerbarem Wasserstoff und seinen Derivaten nur in Dänemark ein ausdrückliches politisches Ziel, während Norwegen eine besondere Stellung einnimmt: Aufgrund seiner umfassenden Gasvorkommen wird auch die Produktion und Vermarktung von kohlenstoffarmen Wasserstoff aus Erdgas (blauer Wasserstoff) geplant.

Die nordischen Länder haben also das Potenzial, zu den europäischen Bemühungen einer wettbewerbsfähigen Wasserstoffwirtschaft bedeutend beizutragen. Allerdings müssen dazu die Infrastukturentwicklung priorisiert und die regulatorischen Fragen zu blauem Wasserstoff geklärt werden.

[Hinweis: Die Publikation liegt nur auf Englisch vor.]

Vorstellung der Studie am 12. Oktober 2023


Kilpeläinen, Sarah; Quitzow, Rainer; Tsoumpa, Marina

Hydrogen in the Nordics

Drivers of European cooperation?
Bonn, 2023

Publikation herunterladen (230 KB, PDF-File)

Wirtschaft:
Vera Gohla
030 26935-8331
Vera.Gohla(at)fes.de

Finanzen:
René Bormann
0228 883-8312
Rene.Bormann(at)fes.de

Ökologie:
Max Ostermayer
030 26935-8319
Max.Ostermayer(at)fes.de

Soziales:
Iva Figenwald
0228 883-8309
Iva.Figenwald(at)fes.de

Ansprechpartner

Max Ostermayer
Max Ostermayer
030 26935-8319