Gute Arbeit und gerechte Wirtschaft

Eine belebte Straße in der Innenstadt von Lagos, Nigeria mit Menschen, Autos und Hochhäusern.
Urheber: picture alliance / dpa | Ahmed Jallanzo

Die Wirtschaft afrikanischer Staaten ist vorwiegend vom Export von Rohstoffen wie Öl, Mineralien und landwirtschaftlichen Produkten geprägt. Die lokale Wertschöpfung auf dem Kontinent ist stark begrenzt, viele Industrieprodukte müssen importiert werden. Durch die wirtschaftliche Abhängigkeit von internationalen Märkten treffen schwankende Rohstoffpreise die Staatshaushalte hart – eine Folge auch historischer Abhängigkeiten aus der Kolonialzeit. Hinzu kommen in mehreren Ländern strukturelle Schulden- und Finanzkrisen, die Zukunftsinvestitionen blockieren, sowie die wachsenden Kosten für Minderung und Anpassung an die Klimakrise. Wirtschaftswachstum schafft dabei selten formelle Arbeitsplätze: Über 85 Prozent der Menschen in Afrika arbeiten im informellen Sektor, oft unter prekären Bedingungen. Besonders junge Menschen finden kaum reguläre Jobs, sozialer Aufstieg bleibt für die meisten unerreichbar.

Afrikanische Regierungen arbeiten, oft im Rahmen der Afrikanischen Union, an eigenen Lösungen. Ein zentrales Projekt ist die kontinentale Freihandelszone (AfCFTA), die den Handel zwischen afrikanischen Ländern stärken soll. Damit Deutschland und die EU attraktive Partner bleiben, müssen sie der überwiegend jungen Bevölkerung auch wirtschaftlich gute Angebote machen: etwa durch den Ausbau sozialer Sicherungssysteme, der Mobilisierung finanzieller Unterstützung – auch angesichts der historischen Verantwortung beim Klimaschutz – sowie durch Zusammenarbeit bei der Reform der internationalen Finanzarchitektur. 

Europa bleibt Afrikas größter Handelspartner, und Handelspolitik ist entscheidend für die Entwicklung des Kontinents. Die Handelsbeziehungen gelten jedoch oft als unausgeglichen: Europa exportiert teure Technologie nach Afrika, afrikanische Staaten liefern meist unverarbeitete Rohstoffe. Die EU muss afrikanische Interessen bei Handelsabkommen stärker berücksichtigen, um dem eigenen Anspruch auf Beziehungen „auf Augenhöhe“ gerecht zu werden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung fördert daher eine EU-Handelspolitik, die nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 sowie die regionale Integration afrikanischer Staaten stärker in den Mittelpunkt stellt.  

Um Partnerschaften sozial gerecht zu gestalten und zu stärken und um die Potentiale der Jugend zu nutzen, fördert die FES den politischen Dialog unter Einbeziehung der Gewerkschaften und zivilgesellschaftlicher Expertise. Darin geht es auch um die Folgen der Klimakrise: Um die Menschen in Afrika nicht mit deren Folgen alleinzulassen, setzt sich die FES mit ihren Partner_innen dafür ein, die Lasten und Chancen bei der sozial-ökologischen Transformation und dem notwendigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gerecht und im Sinne einer Just Transition zu verteilen. Den Industrienationen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. 

Weitere Informationen zur internationalen Arbeit der FES im Bereich Klimawandel, Energie und Umwelt sowie Weltwirtschaft und Unternehmensverantwortung finden Sie in unserem Themenportal “Die Welt gerecht gestalten”.

Publikationen

Privatisation: the way forward

Kateera, Judith | Harare : Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

commercialisation, privatisation techniques and financing options ; 23 - 24 November 1999, Harare Sheraton Hotel

WTO Seattle Ministerial Meeting - "what are Zimbabwe's concerns and interests?"

Tobaiwa, Edmore | Harare : Friedrich-Ebert-Stiftung, 1999

25 to 26 October 1999, Harare International Conference Centre ; workshop

Appropriate technology for small and medium enterprises in SADC countries

Gaborone, 1999

papers presented to the workshop of the SEPAC Working Group "Information, Technology and Technology Transfer", Kanye, 2-3 November 1998

Chambers of commerce and industry as small business service providers

Gaborone, 1999

opportunities and challenges ; papers presented to the workshop of the SEPAC Working Group "Entrepreneurship Development and Training", Windhoek, 2-3 October 1998


Banner "A majority working in the shadows". Übersetzung: "Eine Mehrheit arbeitet im Verborgenen" mit Symbolen zu Geld, Sozialer Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Bevölkerungswachstum, Gerechtigkeit
Urheber: FES / Werbestudio zum Weißen Roessl

A majority working in the shadows

Über 5 Jahre hinweg wurden in 6 Ländern mehr als 10.000 Haushalte zum empirisch wenig beleuchteten Thema informelle Arbeit in Afrika befragt. Finden Sie hier zentrale Ergebnisse der Umfrage sowie die gesamte Studie.

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