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EU-China-Handelskonflikt: Wie China auf Europa blickt

Jacob Mardell

Wie schätzen chinesische Fachleute den Handelskonflikt mit der EU ein? Eine neue Studie von FES und Sinification zeigt, wo Europa Spielräume für Verhandlungen hat und warum europäische Geschlossenheit entscheidend ist.

Ein Foto von vielen bunten, gestapelten Frachtcontainern in einem Terminal
Urheber: picture alliance / Sipa USA | Imaginechina

Die Sitzung des Europäischen Rats am 15. und 16. Oktober 2026 wird darüber entscheiden, ob sich der Handelskonflikt zwischen China und der EU verschärft. Gelingt nicht bald ein Kompromiss, könnte sich der Konflikt auf ganze Industriezweige, Lieferketten und Regulierungen ausweiten. Dieser Kompromiss müsste über die gerade vereinbarten Exportbeschränkungen für Hybridfahrzeuge hinausreichen und an den strukturellen Ursachen eines Handelsbilanzdefizits zwischen der EU und China von mittlerweile einer Milliarde Euro am Tag ansetzen.

Entscheidend dabei ist nicht nur, welche Initiativen die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten ergreifen, sondern wie Peking auf Europa schaut und den Handelskonflikt diskutiert.

Die gemeinsam von FES und Sinification erstellte Studie „Across the Trade Divide – How China sees Europe in the trade conflict“ analysiert 752 chinesischsprachige Texte von 395 führenden Expert_innen, Journalist_innen und Wissenschaftler_innen. Die Texte stammen aus dem Zeitraum Oktober 2022 bis September 2026, mit Schwerpunkt im Jahr 2026.

Die wichtigsten Ergebnisse:


China unterschätzt die EU – noch. 

Peking betrachtet Europa als wirtschaftlich geschwächt und politisch zerstritten, erkennt aber zunehmend dessen eigenständige wirtschaftspolitische Interessen.

Der Konflikt dürfte länger dauern, bleibt aber verhandelbar. 

Chinesische Experten empfehlen gezielte Gegenmaßnahmen, begrenzte Zugeständnisse und Verhandlungen statt einer umfassenden Eskalation.

Europäische Geschlossenheit ist entscheidend. 

Die EU muss ihren Worten Taten folgen lassen, handelspolitische Instrumente konsequent einsetzen und betroffene Mitgliedstaaten gegen chinesischen Druck unterstützen.

Die EU sollte ihre Handlungsspielräume strategisch nutzen. 

Dazu gehören Verhandlungen auf Basis überprüfbarer Verpflichtungen, eine stärkere Zusammenarbeit mit Partnern im Globalen Süden gegen Handelsungleichgewichte sowie klare Bedingungen für chinesische Investitionen in Europa.

Zur Person

Jacob Mardell ist leitender Analyst bei Sinification. Zuvor war er als Analyst am Mercator Institute for China Studies (MERICS) tätig. Er ist Fellow beim China-Global South Project (CGSP). Er hat einen Masterabschluss in Chinastudien von der SOAS und einen Bachelorabschluss in englischer Literatur vom King’s College London. Als Absolvent des Generation-UK-Programms des British Council absolvierte er eine einjährige Vollzeit-Sprachausbildung in Mandarin in Hangzhou.

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    Referat Asien und Pazifik

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