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Landesbüro Brandenburg

03.03.2020

Der Abgesang des "Neoliberalismo"? - Ereignisse und Aussichten in Politik und Gesellschaft in Chile und anderen lateinamerikanischen Ländern

Seit Monaten erschüttern Straßenschlachten zwischen Polizei und Regierungsgegner sowie großflächige Plünderungen von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen das Leben in Chile. Aus den Protesten gegen die scheinbar geringfügige Erhöhung von Metrofahrpreisen in Santiago de Chile entstand ein Flächenbrand mit Dutzenden Toten, Tausenden von Verletzten und materiellen Schäden in Milliardenhöhe.

Ausnahmezustand, Ausgangssperren, massenhafte Verhaftungen einerseits und Regierungsumbildungen, Reformankündigungen und das Versprechen, die Verfassung aus der Zeit der Pinochet-Diktatur auszusetzen und eine neue Verfassung auszuarbeiten, andererseits, haben zu keiner dauerhaften Befriedung der Gesellschaft geführt. Die verheerenden Folgen eines jahrzehntelang dominierenden Wirtschafts- und Sozialmodells scheinen den Unmut von Millionen zu befeuern.    

Während der chilenische Präsident noch die Bürger_Innen des Landes beschwor, dass die in Aussicht gestellten politischen Reformen weder das eigene Wirtschaftswachstum noch die Attraktivität für ausländische Investitionen gefährden dürften, sprechen politische Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen in Chile von der Notwendigkeit eines Regimewechsels. Ihrer Meinung nach ist sozialer Ausgleich und soziale Gerechtigkeit ein Gebot der Stunde.

Dr. Wolfgang Bautz, langjähriger Hochschullehrer an verschiedenen lateinamerikanischen Universitäte, gab einen Einblick in die Geschichte und Bedeutung des sogenannten Neoliberalismo - jenes Wirtschaftsmodells, das seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhundert scheinbar unangefochten Politik und Wirtschaft der lateinamerikanischen Staaten bestimmt. Zwei Aktivistinnen von Cabildo Berlin zeichneten anhand ihrer persönlichen Erfahrungen ein deutliches Bild der Umstände in Chile. Ihr Verein unterstützt die soziale Bewegung in Chile durch politische Arbeit und Solidaritätsveranstaltungen. Der Abend wurde moderiert von der FES-Mitarbeiterin Katrin Wuschansky, die bei ihrer letzten Reise nach Südamerika zum Anfang des Jahres die Unruhen selbst hautnah miterlebt hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 


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