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Internationaler Frauentag 2017: Der Wert von Care-Arbeit

FES-Themenschwerpunkt zum Internationalen Frauentag

28.02.2017

Latein- und Zentralamerika: Strukturelle Ungerechtigkeit – lokal und global verankert

Gesellschaftliche Stereotype, prekäre und informelle Beschäftigung belasten Care-Arbeiter_innen in Lateinamerika. Regionale Gewerkschaftsverbände setzen sich mit Unterstützung der FES für mehr Chancengleichheit und strukturelle Reformen ein. Das Problem ist jedoch nicht lokal begrenzt: Ein Kurzfilm aus Zentralamerika zeigt, wie die Entstehung transnationaler Betreuungsketten Lücken in Familien reißt.

Frauen sind auf dem lateinamerikanischen Arbeitsmarkt häufiger in informeller oder prekärer Beschäftigung und werden im Schnitt schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.

Ein entscheidender Grund hierfür ist die Last der Pflege- und Reproduktionsarbeit, die vornehmlich auf den Schultern der Frauen liegt: sie verbringen im Schnitt doppelt so viel Zeit mit unbezahlter Arbeit wie Männer. Gründe hierfür sind sowohl in fehlender Pflege- und Betreuungsinfrastruktur, als auch in gesellschaftlich verankerten Stereotypen sowie der Arbeitsgesetzgebung und fehlenden tariflichen Regelungen für eine bessere Vereinbarkeit von heimischer Care- und Erwerbsarbeit zu finden.

Das regionale gewerkschaftspolitische Projekt der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt lateinamerikanische Gewerkschaftsverbände bei ihrem Einsatz für die Umverteilung von Pflegearbeit und den Ausbau der öffentlichen Pflegeinfrastruktur sowie dem Engagement für die Ratifizierung und Umsetzung der ILO Konvention 156 über die Chancengleichheit und die Gleichbehandlung männlicher und weiblicher Arbeitnehmer_innen mit Familienpflichten. Hierbei stehen die Abstimmung mit anderen gesellschaftspolitischen Akteuren sowie die Erarbeitung wissenschaftlicher Expertisen im Mittelpunkt.

Mehr Informationen zum regionalen Gewerkschaftsprojekt in Lateinamerika und der Karibik finden sie hier (spanisch).


Anlässlich des Frauentags startete FES Connect seine Serie zu "care work and domestic worker’s rights in regions of the world where FES works." Hier finden Sie den vollständigen Beitrag "Domestic service and social protection in Latin America"


Care-Chains – Wenn  die Care-Arbeit für andere Betreuungslücken hinterlässt

Auch Care-Arbeit ist den Entgrenzungstendenzen der Globalisierung unterworfen: Immer mehr Care-Arbeit wird professionalisiert und dabei entstehen transnationale Betreuungsketten. Migrant_innen übernehmen Betreuungsaufgaben und Arbeiten im Haushalt in Industrienationen. Dadurch ermöglichen Sie häufig hochqualifizierten Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, während ihre Abwesenheit zu Hause eine Lücke reißt.

Am Beispiel der der Geschwister Kevin, Paola und Benjamín aus El Salvador, einem der sieben zentralamerikanischen Länder zwischen Mexiko und Kolumbien, zeigt der Kurzfilm "Cyber-Mama. Ein Familienschicksal zwischen El Salvador und den USA"  wie die Großmutter die Betreuung der Kinder übernimmt und welch emotionale Belastung durch die Abwesenheit der Mutter entsteht.

Wie Kevin,Paola und Benjamin wachsen weltweit Millionen von Kindern ohne ihre Eltern auf, weil diese zum Arbeiten in andere Länder gezogen sind. Strukturell verankerte Ungerechtigkeit, in Bezug auf Care-Arbeit in Zentral- und Lateinamerika, wird sowohl von globalen als auch von Zusammenhängen vor Ort bestimmt.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Cyber-Mama. Ein Familienschicksal zwischen El Salvador und den USA".

Auf dem Themenportal Flucht, Migration, Integration finden Sie den Film in voller Länge.

 

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