Rückblick Veranstaltungsreihe: „Die geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2020/21“ 29.11.2021 Ende November 2021 wollten wir eigentlich die neue Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung vorstellen. Diese wissenschaftliche Studie gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Veröffentlichungen unserer Stiftung. In regelmäßigen Abständen wirft sie einen präzisen Blick auf die die Zustände und Gefährdungen der deutschen Demokratie. An insgesamt fünf Terminen sollte das mehr als 350-Seiten starke Werk mit dem genauen Titel Die geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland der Öffentlichkeit in Baden-Württemberg präsentiert werden. Die Corona-Pandemie hat aber auch hier wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. So haben wir sehr kurzfristig diese fünf Termine in vier Online-Veranstaltungen mit einem jeweiligen regionalen Schwerpunkt (Freiburg i. Br., Tübingen, Friedrichshafen, Karlsruhe) umgewandelt. Der Zuspruch zu diesen Veranstaltungen war sehr erfreulich. Die Studie macht deutlich, dass rechtsextreme Aussagen von den Befragten im Untersuchungszeitraum 2020/21 mehrheitlich abgelehnt werden. Gleichwohl erkennt man einen deutlichen Anstieg der Teils-/Teils-Antworten, die auf eine gewisse Ambivalenz oder sogar Gleichgültigkeit gegenüber bestimmten rechtsextremen- und demokratiegefährdenden Aussagen schließen lassen. Als Ergebnis der Veranstaltungen lässt sich daher sagen, dass die gesellschaftliche Mitte aufgefordert ist, sich klaren zu positionieren (insbesondere gegenüber antisemitischen Äußerungen und Handlungen). Die politische Bildungsarbeit darf in diesem Zusammenhang nicht immer nur als Feuerwehr eingesetzt werden, sondern muss als eine Daueraufgabe angesehen werden. Dabei stellt es eine besondere Herausforderung dar, dass vielen rechtsextremistischen Einstellungen nur sehr schwer mit einer rein rationalen Aufklärungsarbeit begegnet werden kann, da sie auf einer emotionalen Ebene angesiedelt sind und dort auch angesprochen werden müssen. Für die Beteiligung an der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns ganz herzlich bei: Jasmina Brancazio (SPD-Ortsverein Friedrichshafen), Charlotte Goldstein (Omas gegen Rechtes, Bodensee), Lara Herter (Jusos Baden-Württemberg), Parsa Marvi (SPD-Bundestagsfraktion), Nico Mokros (Universität Bielefeld), Dr. Sarah Pohl (Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen in Freiburg), Guido Rebstock (konsequent e.V. – Verein zur Abwehr des Antisemitismus), Franziska Schröter (Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin), Annette Simminger (Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V) und Ulrike Schnellbach (Moderatorin, Freiburg).