Henrik Maihack

Kampf um Ressourcen am Horn von Afrika in Folge des Klimawandels

Die Climate Security Working Group stellt Ergebnisse vor, wie Klimasicherheit in aktuelle Friedensverhandlungen einbezogen werden kann (engl)

Wie kann Klimasicherheit in der Region des Horn von Afrika politische Berücksichtigung finden, um Frieden wahrscheinlicher zu machen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die „Climate Security Working Group“, bestehend aus Vertreter_innen der Zivilgesellschaft und regionalen Expert_innen aus verschiedenen Ländern des Horn von Afrika. In der Region des Horn von Afrika sind extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Dürren unberechenbarer geworden und nehmen infolge des Klimawandels an Häufigkeit und Umfang zu. Weil Ressourcen knapper werden, steigt die Wahrscheinlichkeit und die Dynamik von gewalttätigen Konflikten. Friedensprozesse werden hierdurch erschwert. Der Klimawandel führt damit zu einer weiteren Verschärfung von Sicherheitsrisiken in einer Region, in der verschiedene laufende gewaltvolle Konflikte regelmäßig Grenzen überschreiten.

Vor diesem Hintergrund wurde die „Climate Security Working Group“ 2018 vom Kenia-Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Kooperation mit dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI) und der Panafrican Climate Justice Alliance (PACJA) gegründet. In der Arbeitsgruppe kamen Vertreter_innen der Zivilgesellschaft und regionale bzw. internationale Expert_innen aus Ländern des Horn von Afrika zusammen und berieten gemeinsam, wie Klimasicherheit in aktuelle Friedensverhandlungen und -prozesse integriert und zur Prävention von Gewalt beitragen kann. Darauf aufbauend erarbeitete die Gruppe politische Handlungsempfehlungen, um Klimasicherheit im Horn von Afrika zu verbessern. In den vier Treffen der Arbeitsgruppe einigte man sich daraufhin auf konkrete Kriterien, die in zukünftigen Bemühungen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene stärkere Berücksichtigung finden sollten.

Vier politische Handlungsempfehlungen

Die politischen Handlungsempfehlungen und Kriterien der Arbeitsgruppe für nationale, regionale und internationale Akteure liegen nun vor und finden sich in der Perspektive „Climate Security in the Horn of Africa“. So sollten nach Auffassung der Arbeitsgruppe Friedensprozesse Klimaeinflüsse auf Konflikte besser berücksichtigen, um zu vermeiden, dass Friedensregelungen aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels destabilisiert werden. Lokale Gemeinschaften, die gleichzeitig von Klimawandel und von gewaltsamen Konflikten betroffen sind, müssen stärker in nationale und regionale Friedensprozesse einbezogen werden, von diesen profitieren und verbesserten Zugang zu Ressourcen zur Reduzierung von Klimarisiken erhalten. Hierfür gilt es auch das Wissen und die Datenlage für Klimarisiken auf lokaler Ebene zu verbessern.

Die Arbeitsgruppe ist zudem davon überzeugt, dass internationale Maßnahmen zur Reduzierung klimabezogener Sicherheitsrisiken nur dann funktionieren können, wenn sie mit den bestehenden regionalen Prozessen und Mechanismen der Afrikanischen Union (AU), regionaler Organisationen und unter enger Einbeziehung der Zivilgesellschaft koordiniert werden.

 

Länder / Regionen: Afrika

Climate security in the Horn of Africa

Perspectives on addressing climate-related security risks from the Horn of Africa
Berlin, 2020

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