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Digital: Kollektive Unschuld. Die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern

Auf ein sehr großes Publikumsinteresse ist am 18. November 2020 unsere Veranstaltung „Kollektive Unschuld. Die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern“ gestoßen, die wir zusammen mit dem Verein „Emanzipation & Frieden e.V.“ und dem Evang. Bildungszentrum Hospitalhof durchgeführt haben. Über 400 Personen waren über Zoom und Facebook dabei, als Prof. Dr. Samuel Salzborn seine Thesen erläuterte und diese anschließend – kenntnisreich moderiert von dem Bonner Historiker Dr. Johannes Platz – mit dem Publikum diskutierte.

Samuel Salzborn stellte in seinem Vortrag grundsätzlich infrage, dass die Aufarbeitung der NS-Zeit und der Shoah eine deutsche Erfolgsgeschichte gewesen sei – so, wie es vielfach behauptet wird. Auf der politischen Ebene oder etwa in der Wissenschaft habe es durchaus den Versuch gegen, sich mit der deutschen Vergangenheit kritisch auseinanderzusetzen. Dies sei aber in erster Linie ein Projekt (links-)liberaler Eliten gewesen. Die private Erinnerung sei hingegen von tief verankerten Abwehrhaltungen und Relativierungsversuchen geprägt („Opa war kein Nazi“). Darauf deute z.B. auch der Erfolg vieler TV- und Fernsehproduktionen der jüngsten Zeit hin, in denen die Deutschen vor allem als Opfer der historischen Ereignisse darstellt werden.

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