Die Sammlung Prof. Dr. Kurt Hirche

Im Sommer 1986 überließ Professor Dr. Kurt Hirche großzügig seine reiche Bücher-, Broschüren-, Zeitschriften- und Zeitungssammlung der Friedrich Ebert-Stiftung. Die wertvolle historische, politische, literarische und kunsthistorische Sammlung wurde in die Bibliothek der FES aufgenommen, katalogisiert und damit dem Wunsche Kurt Hirches entsprechend allen interessierten Nutzerinnen und Nutzern zugänglich gemacht. Museen, Kunstvereinen und ähnlichen kulturpolitisch anerkannten Einrichtungen wurde das Recht eingeräumt, für Ausstellungen und Präsentationen Exponate auszuleihen.

Sie wurde damit zur größten und kostbarsten individuellen Einzelsammlung unter dem Dach der Friedrich-Ebert-Stiftung. Zahlreiche Ausstellungen wurden aus dem Fundus Hirches bestückt und nicht nur in Bonn mit großem Erfolg gezeigt:

  • "Arbeiterbildung und -kultur in Sachsen und Thüringen"
  • "Expressionismus und Arbeiterkultur", "Revolutionäre des Gestes"
  • "Jugendbewegung und demokratischer Sozialismus"
  • "Expressionismus in Norddeutschland"
  • "Expressionismus in Süddeutschland"

Sie spiegelten die Einzigartigkeit und die Breite der Sammlung wider.

Die Sammlung wurde in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung katalogisiert und erschlossen. Das gedruckte Bestandsverzeichnis umfasst rund 5700 Einträge; es erschien im Jahre 2000 unter dem Titel:
Dokumentation der Sammlung Prof. Dr. Kurt Hirche in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung / [bearb. von Angela Rinschen ...]. - Bonn, 2000.

Biographie von Kurt Hirche

Bild: Kurt Hirche in der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1994; von Karl Debus 

Die Verbindung zwischen Prof. Dr. Kurt Hirche und der Friedrich-Ebert-Stiftung datiert aus den ersten Jahren des Bestehens der Stiftung: als einer der ersten Stipendiaten überhaupt kam er in den Nutzen der Begabtenförderung, die nach dem Tode des ersten deutschen Reichspräsidenten ins Leben gerufen wurde. 1904 in Magdeburg als Sohn eines gewerkschaftlich organisierten Porzellanmalers geboren, hatte sich der Volksschüler Hirche den Zugang zum Hochschulstudium durch eigenen Fleiß erworben. 1932 konnte er sein Studium mit seiner Dissertation "Probleme einer finanzwirtschaftlichen Ausgabenlehre" mit Hilfe der Friedrich-Ebert-Stiftung abschließen.

Nach 1945 bis 1952 war Hirche als Wirtschaftsjournalist in Berlin tätig. 1953 begann er seine Tätigkeit in verantwortlicher Position beim Deutschen Gewerkschaftsbund, ab 1955 als Leiter seiner Parlamentarischen Verbindungsstelle in Bonn. Kurt Hirche verstarb 1999 in Bonn.

Seine Liebe zur Literatur, zu Büchern, Schriften und Bildern war ihm bereits im klassenbewussten Elternhause mitgegeben worden; hier galten die Worte "Bildung macht frei" und "Wissen ist Macht" nicht als leere Formeln, sondern als Aufforderung, durch mehr Wissen den Kampf um eine bessere Gesellschaftsordnung zu gewinnen. Bereits als junger Mann benutzte er sein erstes Gehalt als Handlungsgehilfe um die Klassiker der sozialistischen und wirtschaftlichen Theorie zu kaufen; seine Sammlerleidenschaft und sein untrügliches Gespür für das die Zeit Überdauernde ließen ihn im Laufe seines Lebens eine ungewöhnlich wertvolle Sammlung von Büchern, Zeitschriften und graphischen Blättern der sozialkritischen Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts zusammentragen.

Kurt Hirche in der Ausstellung zu 90 Jahre FES-Studienförderung

Aus Anlass des 90. Jahrestages der Gründung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 2. März 2015 wurde in Kooperation der Abteilung Studienförderung und der Bibliothek eine Ausstellung zur Geschichte der FES-Studienförderung erstellt. Diese zeigt die Entwicklung der Förderung von 1925 bis 2015 anhand von stipendiatischen Biografien sowie Portraits einzelner Arbeitsschwerpunkte.

Die Ausstellung widmet ein Ausstellungsbanner Kurt Hirche.

Katalog

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