Wochenkinder in der DDR

Ausstellungseröffnung und Gesamtprogramm in Gera

Wochenkrippe nahe Rothenburg (Kreis Niesky), Erzieherin legt Mädchen und Jungen zum Schlafen. März 1984.
Urheber: picture alliance / Archiv Sächsische Zeitung / Waltraut Kossack

Es war keine leichte Entscheidung und für viele war es gar keine. Nach dem sechswöchigen Mutterschutz kehrten Frauen in den Beruf zurück, weil das Familieneinkommen dies verlangte und der Staat Arbeitskräfte brauchte. Wo Schichtdienst oder das Alleinerziehen keine andere Lösung zuließen, führte der Weg in die Wochenkrippe. Diese wurden zwischen 1950 und dem Ende der DDR meist von den Betrieben eingerichtet und dort blieben die Kinder von Montagmorgen bis Freitagabend. 

Fern von Geborgenheit und emotionaler Zuwendung verzögerte sich jedoch die Entwicklung der Kinder. Schon Mitte der 1950er-Jahre wies die Ärztin Eva Schmidt-Kolmer bei den Kindern deutliche Rückstände in Sprache, Bewegung und Sozialverhalten nach. Öffentlich diskutiert wurde dies jedoch nicht. Kritische Befunde verschwanden aus der Fachliteratur, denn am vermeintlich fortschrittlichen System der DDR durfte nicht gerüttelt werden. Langfristig resultierten daraus bei vielen Betroffenen psychische Störungen, die bis heute nachwirken.

Am 7. Oktober 2026 um 17:00 eröffnen wir dazu die Ausstellung „Wochenkinder in der DDR“ mit künstlerischen Selbsterzeugnissen ehemaliger Wochenkinder. Im anschließenden Podiumsgespräch sprechen Christian Jakubaszek vom Verein „Wochenkinder“ e.V., die Künstlerin Cornelia Rank, die Historikerin Dr. Heike Liebsch und der Journalist Fabian Schwitter miteinander.

Gemeinsam mit der Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. und dem Verein „Wochenkinder“ e.V. laden wir Sie herzlich ein, einen Blick in die vergessene Welt der Wochenkinder zu werfen.

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Gerne möchten wir Sie jetzt schon auf das autobiografische Theaterstück „Winterkind – made in GDR“ hinweisen, welches am 15.11. um 18 Uhr im Clubzentrum COMMA in Gera aufgeführt wird.

Als Solo-Performerin erzählt Lykke Langer von ihrer Kindheit, die von Aufenthalten in Krippen und Kinderheimen, Leistungssport, Ausreise-Anträgen und familiären Verstrickungen mit der Staatssicherheit geprägt ist. Weitere Stimmen aus Gesprächen und Interviews, projizierte Bilder und animierte Videos ergänzen die Erzählung zu einem vielschichtigen und eindrucksvollen Abend.

Werfen Sie mit uns einen Blick in die vergessene Welt der Wochenkinder. 
Einen Überblick zum Gesamtprogramm „Wochenkinder in der DDR“ erhalten Sie > hier <. 

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