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Deutsch-deutsche Verlagerung von Unternehmen nach 1945 und nach 1990

Terminexport im ICS-Format

Tagung am 3. und 4. Dezember 2026 im Neuen Senatssaal der Universität Leipzig, anlässlich des 100. Geburtstags von Horst Springer, in Verbindung mit dem Sächsischen Wirtschaftsarchiv, mit einem Abendvortrag im Alten Senatssaal

Eine Veranstaltung der Horst-Springer-Stiftung für Neuere Geschichte Sachsens in der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Der Unternehmer Horst Springer, 1926 in eine Leipziger Unternehmerfamilie geboren, floh 1950 aus der DDR, um in Dortmund die Kaffeerösterei KA-I-RO (heute Schirmer) neu zu gründen. Damit war er einer der vielen Ostdeutschen, die nach 1945 ihre Unternehmen nach Westdeutschland verlagerten. Nach 1990 ist Springer an den 1972 verstaatlichten Stammsitz nicht zurückgekehrt. Er hat sich aber in Leipzig, unter anderem durch die Gründung eine Stiftung zur Förderung der Wissenschaft, bis zu seinem Tod im Jahr 2002 vielfältig dort engagiert.

Eine Tagung will dieses nicht unübliche Schicksal innerhalb der deutsch-deutschen Teilungsgeschichte zum Anlass nehmen, auf einer breiteren Basis nach solchen Verlagerungen von Unternehmen nach 1945 und nach 1990 zu fragen. Welche Beispiele gab es hierfür, wie lassen sie sich quantifizieren? Welche wiederkehrenden Erfahrungen wurden von Unternehmerinnen und Unternehmern in der SBZ bzw. der frühen DDR mit Verfolgungen und Verstaatlichungen gemacht, welche mit der Verlagerung nach Westdeutschland? Und wie viele davon sind nach 1990 mit welchen Erfahrungen zurückverlagert worden? Die Tagung will einen markanten Aspekt der deutsch-deutschen Verflechtungsgeschichte adressieren, der bislang kaum erforscht wurde.

Programm

Donnerstag, 3. Dezember 2026

Dr. Anja Kruke/Dr. Veronique Töpel: Begrüßung

Prof. Dr. Dirk van Laak (Universität Leipzig): Einführung

Pause

Dr. Rainer Karlsch (Berlin): Enteignung, Verdrängung, Neuanfang. Familienunternehmen in der DDR und den ostdeutschen Bundesländern von 1945 bis heute

Dr. Ulrich Soénius (Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln): „Flüchtlingsbetriebe“ in der Bundesrepublik

Pause

Dr. Dieter Dowe (Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn): Laudatio auf Horst Springer

Abendvortrag: Dr. Christoph Links (Berlin): Deutsch-deutsche Verlagsgeschichte

Freitag, 4. Dezember 2026

Dr. Günther Niethammer (Nürnberg): Die Papierfabrik Kübler & Niethammer in Kriebstein

Dr. Ulrich Heß (Wurzen): Die Filzfabrik Wurzen

Pause

Prof. Dr. André Steiner (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam): Jenoptik

Judith Hanft (Schott AG Jena): Das Unternehmensarchiv Schott

Mittagessen

Dr. Agnés Arp (Oral-History-Forschungsstelle der Universität Erfurt): Privatunternehmer in der DDR

Dr. Ronja Kieffer (Gesellschaft für Unternehmensgeschichte Frankfurt am Main): Kaliunternehmen an der deutsch-deutschen Grenze

Ende der Veranstaltung

Organisation:

Dr. Anja Kruke (für die Horst-Springer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung)

Prof. Dr. Dirk van Laak (für die Universität Leipzig)

Dr. Veronique Töpel (Sächsisches Wirtschaftsarchiv e.V.)

 

Moderation:

Dr. Anja Kruke (Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn)

Prof. Dr. Eva-Maria Roelevinck (TU Bergakademie Freiberg)

Dr. Veronique Töpel (Sächsisches Wirtschaftsarchiv Borna)

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