News Displacement, Migration, Integration | Causes of Displacement “When I Picture My Future, I See Nothing” 14.08.2017 Daniela Kuzu Syrian refugees' life in Turkey. A brief outline of the most important challenges. Oops, an error occurred! Request: 0b3b3688280d6 Image: Creator: © UNHCR/Andrew McConnell [Translate to English:] “When I Picture My Future, I See Nothing” – so lautet der Titel eines Human Rights Watch-Berichts über Bildungsmöglichkeiten syrischer Geflüchteter in der Türkei vom November 2015. Nach dem Ausbruch des Syrien-Krieges im Jahr 2011 sind in unterschiedlichsten Ländern, wie dem Libanon, Jordanien, Irak, Ägypten und der Türkei, über 5 Millionen registrierte syrische Geflüchtete zu verzeichnen. Zählt man die als illegal geltenden Geflüchteten hinzu, liegt die Dunkelziffer weitaus höher. Die Türkei hat offiziell rund 3 Millionen Menschen registriert (Stand 27.April 2017), allerdings wird angenommen, dass sich mehr als 4 Millionen syrische Geflüchtete im Land aufhalten. Nur rund 10 Prozent der Geflüchteten leben in Flüchtlingslagern in 10 Städten. Die Türkei hat trotz aller immer lauter werdenden Kritiken enorme Anstrengungen unternommen, syrische Geflüchtete aufzunehmen. Die anfängliche Bereitschaft zur Aufnahme und finanziellen Unterstützung für die Schaffung einer Infrastruktur sind bemerkenswert. Allerdings hat man anfangs nicht mit einem lang anhaltenden und derart massiven Strom flüchtender Menschen gerechnet. Mit der längeren Verweildauer von syrischen Geflüchteten und der Tatsache, dass Millionen von Menschen über Jahre hinweg nicht nur buchstäblich „herumsitzen“, sondern ihr wirtschaftliches und soziales Leben wieder eigenständig gestalten wollen, wurde der Ruf nach Konzepten zur Integration der syrischen Geflüchteten immer lauter. Fragen der Arbeitserlaubnisse, der Besuch von Bildungseinrichtungen, der Anspruch auf adäquate Gesundheitsversorgung oder aber auch der Wunsch nach Einbürgerung stehen weit oben auf der Liste der Herausforderungen, die einer Regelung und schnellen Umsetzung bedürfen. Der Handlungsbedarf ist enorm, jedoch werden Entscheidungen diesbezüglich hinausgezögert oder Berichten zufolge auch blockiert. Rechtsstatus von Geflüchteten Die Türkei unterzeichnete 1951 das Genfer Abkommen über die Rechtsstellung von Geflüchteten; allerdings sieht die Ratifizierung des Abkommens eine geographische Einschränkung vor und gilt nur für die aus Europa kommenden Geflüchteten. Aus anderen Regionen stammenden Geflüchteten wird zuallererst ein Status als „Gast“ eingeräumt. Im Türkischen bezeichnet man Geflüchtete generell als „Gäste“. Die Behörden und die breite Öffentlichkeit galten und gelten in weiten Teilen immer noch als sehr hilfsbereit, wenn es darum geht, Menschen in Notsituationen aufzunehmen. Jeder (syrische) Flüchtling kann sich bei einer der örtlichen Polizeistationen als „Gast“ registrieren lassen und steht gemäß des Law on Foreigners and International Protection (April 2014) somit unter „temporary protection“ (vorläufiger Schutz). Dieser „Gaststatus“ verursacht jedoch erhebliche Probleme bei der Anmietung von Wohnraum, der Anmeldung von Kindern in Bildungseinrichtungen, der Nutzung von staatlichen Gesundheitseinrichtungen, dem Zugang zum öffentlichen Dienst, dem Finden einer formalen Arbeit oder der Einrichtung eines Bankkontos. Arbeitserlaubnisse als ein rares Gut Die 80.000 Syrer, die seit 2011 offiziell mit ihrem Pass die Grenze der Türkei passiert haben, können laut dem Law on Working Permits for Foreigners formal eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beantragen. Es gibt keine genauen Statistiken darüber, wie viele Syrer von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben. Laut einem Dokument des Außenministeriums ist allerdings ersichtlich, dass 10.227 Arbeitserlaubnisse im Zeitraum von Januar bis November 2016 ausgestellt wurden[1]. Diejenigen, die einen Gaststatus besitzen, dürfen rechtlich nur arbeiten, wenn der Arbeitgeber eine offizielle Arbeitserlaubnis beim Arbeitsministerium in Ankara beantragt. Dieses Verfahren kostet Zeit und Geld, weshalb die wenigsten Arbeitgeber diesen Weg gehen. Nur rund 6.000 Arbeitserlaubnisse sollen bis heute vom Arbeitsministerium ausgestellt worden sein. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit wird jedoch auch häufig der Antrag auf Arbeitserlaubnisse für syrische Geflüchtete nicht stattgegeben, um die Stellen für die steigende Anzahl der türkischen Arbeitssuchenden freizuhalten. Um diese bürokratische Hürde zu umgehen und auch niedrigere Löhne zahlen zu können, entscheiden sich viele Arbeitgeber syrische Geflüchtete illegal zu beschäftigen. Schätzungen gehen davon aus, dass 500.000 Syrer informell Arbeit gefunden haben. Hinzu kommt, dass ca. die Hälfte der syrischen Geflüchteten im arbeitsfähigen Alter keine Berufsausbildung absolviert hat, so dass für sie nur Hilfsarbeiten auf dem türkischen (formalen und informalen) Arbeitsmarkt in Frage kommen. Kinderarbeit ist ein ausgeprägtes Problem Das türkische Arbeitsrecht verbietet die Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren. Aufgrund dessen, dass die meisten syrischen Kinder zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen, nehmen sie eine illegale Beschäftigung in unterschiedlichsten Sektoren, wie der Landwirtschaft oder der einfachen weiterverarbeitenden Industrie auf. In vielen Fällen unterstützen Kinder ihre Eltern bei deren illegaler Arbeit. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge sollen auch eine hohe Anzahl von Kindern dazu gezwungen werden, sich für Geld zu prostituieren oder betteln zu gehen. Laut offizieller Statistiken von UNHCR sind 44,7 Prozent der syrischen Geflüchteten unter 18 Jahre alt. Von diesen offiziell registrierten 1,4 Millionen Kindern sollen nach Angaben des türkischen Bildungsministeriums nur rund 500.000 Kinder eine Bildungseinrichtung in der Türkei besuchen. UNICEF spricht mittlerweile von der Gefahr einer „verlorenen Generation“, wenn es nicht bald flächendeckend das Angebot gibt, Kinder in die Schule zu schicken. Aber selbst wenn es Angebote geben würde, so besteht keine offizielle Schulpflicht für die Kinder von Geflüchteten. Es ist demnach auch der Wunsch der Eltern maßgeblich, den Kindern eine Schulbildung zuteilwerden zu lassen und sie nicht aus der Not heraus, zur Arbeit zu schicken. Eingeschränkter Zugang zum Gesundheitssystem Registrierte syrische Geflüchtete haben laut der türkischen Regierung das Rechts auf eine Basisgesundheitsversorgung. Gerade die staatlichen Krankenhäuser in der Grenzregion zu Syrien stellen 30 bis 40 Prozent ihrer momentanen Kapazitäten für syrische Geflüchtete zur Verfügung. Dies geht wiederum zu Lasten der einheimischen Bevölkerung, da die generellen Kapazitäten der staatlichen Krankenhäuser mit den zunehmenden Zahlen von Geflüchteten nicht erhöht wurden. Laut der Aussage von Hilfsorganisationen und lokalen NGOs wird immer häufiger von Diskriminierungen in öffentlichen Einrichtungen, einschließlich der staatlichen Krankenhäuser, berichtet. Dies beinhaltet lange Wartezeiten für syrische Geflüchtete, Beschimpfungen und zum Teil auch Drohungen. Die Sprachbarriere ist ein weitreichendes Problem in vielen öffentlichen Einrichtungen. Nichtregistrierte Geflüchtete können nur auf die Versorgung durch private Krankenhäuser zurückgreifen, wenn sie die finanziellen Mittel hierfür aufbringen können. Zunahme der Kinderehen Gerade in den Grenzregionen zu Syrien ist in den letzten Jahren die Anzahl der polygamen Ehen gestiegen. Es wird berichtet von einem zunehmenden Anstieg von religiösen Ehen zwischen zum Teil auch älteren Männern und syrischen Frauen oder Mädchen. Da diese religiösen Ehen nicht von staatlicher Seite registriert werden, fehlen genaue Statistiken. Gleichzeitig verzeichnete sich ein Anstieg der Scheidungsrate unter türkischen Paaren. Umfragen von NGOs ergeben, dass viele türkische Frauen Angst haben, ihre Ehemänner an syrische Frauen oder Mädchen zu verlieren und deshalb enorm unter Druck stünden. Es ist bekannt, dass auch die Zahl der Kinderehen angestiegen ist. Teils einvernehmlich, teils unter Zwang werden minderjährige syrische Mädchen mit jungen oder älteren türkischen Männern verheiratet. Meist zahlen türkische Männer einen Mittelsmann für eine arrangierte Ehe und zahlen üblicherweise noch ein Brautgeld an die Eltern des syrischen Mädchens oder der Frau. Kinderehen können mehrere Gründe haben. Zum einen ist es der vielerwähnte Schutz der Minderjährigen in einem fremden Land oder bei der Weiterreise nach Europa; zum anderen ist es aber auch die Verheiratung der Töchter, um die Lebenshaltungskosten und die Verantwortung der syrischen Familie zu mindern. Der Wunsch, nach Europa zu gehen, ist ungebrochen Einen Asylantrag für ein europäisches Land kann ein syrischer Geflüchteter auf legalem Weg nur dann stellen, wenn er/sie bei UNHCR offiziell als Flüchtling registriert wurde und über ein Auswahlverfahren und Verteilungsschlüssel die Einreise nach Europa erhält. Da dieser Weg lang ist und viele bürokratische Hürden existieren, versuchen viele Geflüchtete Mittel aufzubringen, um illegal nach Europa zu gelangen. Der Wunsch vieler syrischer Geflüchteter, nach Europa zu gehen, hat sich auch durch die Schließung der Osteuroparoute nicht verringert. Gerade viele Syrer in prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen träumen von Europa als einen Ort des Wohlstands. Syrische Geflüchtete mit einem sehr hohen Bildungsniveau oder aus wohlhabenden Familien haben bei der Integration in der Türkei weniger Probleme. Es wird berichtet, dass viele dieser Gruppe von Geflüchteten sich mittlerweile durch die Gründung von Unternehmen in der Türkei niedergelassen haben und auch eine Beantragung der türkischen Staatsbürgerschaft in diesen Fällen weniger Probleme bereiten soll. Interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings die Auswahl der syrischen Geflüchteten, die Asyl in unterschiedlichsten europäischen Ländern oder Ländern wie Kanada erhalten sollen. Die unterschiedlichsten Länder geben über UNHCR eine Namensliste an die türkischen Behörden weiter, die durch diese erst einmal genehmigt werden muss, bevor die Menschen ausreisen dürfen. Es gibt weiterhin Berichte, dass Syrer_innen mit höheren Ausbildungen (Hochschule etc.) durch die türkischen Behörden von diesen Listen gestrichen werden, so dass diese in der Türkei bleiben müssen oder ihnen wird die Ausreise verweigert. Auf der Suche nach Lösungen Die Türkei hat mittlerweile erkannt, dass die Notwendigkeit besteht, die Integration der syrischen Geflüchteten besser voranzutreiben, da es auch auf längere Zeit nicht absehbar ist, wann die Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren können. Die türkische Regierung hat unter anderem Deutschland angefragt, einen Austausch über die Erfahrungswerte deutscher Integrationspolitik zu initiieren. Im Hinblick auf die innen- und außenpolitischen Herausforderungen der Türkei gerät die Flüchtlingsthematik meist in den Hintergrund. Auch finanziell kommt die Türkei mittlerweile an ihre Grenzen. Um zukünftige Konfliktherde, ausgelöst durch eine misslungene Integrationspolitik, zu vermeiden, ist es notwendig, Lösungen zu finden, die den syrischen Geflüchteten eine Perspektive gibt und der türkischen Bevölkerung die Angst vor steigender Arbeitslosigkeit und kulturellen Differenzen nimmt. Es ist hierbei notwendig, den öffentlichen Dialog mit Einbezug unterschiedlichster nationaler wie auch internationaler Partner zu eröffnen und den rechtlichen Rahmen zu setzen, um Entscheidungen schnell umzusetzen. Kontakt: Daniela Kuzu, FES Türkei [1] Dies umfasst auch die Arbeitserlaubnisse, die durch den Arbeitgeber beantragt wurden. Einblicke in die Lebenssituation syrischer Geflüchteter in der Türkei bietet der Kurzfilm "Asfur" der FES Türkei: "When I Picture My Future, I See Nothing" is the titel of a 2015 Human Rights Watch report on barriers to education for Syrian refugees children in Turkey. After the outbreak of the war in Syria in 2011, over 5 Million Syrian refugees have been registered in diverse countries such as Lebanon, Jordan, Iraq, Egypt and Turkey. If one adds those refugees considered to be illegal, the real number is far higher. Officially, Turkey has registered 3 Million people (April 27, 2017). It is assumed, however, that more than 4 Million Syrian refugees are located in the country. Only 10 percent of refugees live in refugee camps spread over 10 cities. Turkey has made an enormous effort of receiving refugees, despite rapidly growing criticism. The initial willingness to receive refugees and to financially support the creation of an infrastructure is remarkable. However, the duration and massive scale of the flow of people came unexpectedly, at first. Calls for concepts that would enable the integration of Syrian refugees have gotten louder. The reason for this can be found in the longer stays of Syrian refugees, together with the fact that millions of people don't want to just literally “sit around” for years but would rather have independent control over their economic and social life once more. Questions of work permits, the attendance of educational institutions, the right to adequate healthcare but also of naturalization are at the top of the list of challenges that need to be met with regulation and swift implementation. The need for action is urgent, yet decisions are delayed and even, according to reports, blocked. Refugees' Legal Status In 1951, Turkey signed the Geneva Convention relating to the Status of Refugees. However, the ratification contains a geographical restriction and only pertains to refugees from Europe. Refugees from other regions are given a “guest” status. In the Turkish language, refugees are commonly referred to as “guests”. In general, the authorities as well as the wider public were and are seen as being extremely ready to help people in emergency situations. Every (Syrian) refugee is able to register as a “guest” at the local police station, which puts them under “temporary protection” according to the Law on Foreigners and International Protection (April 2014). This “guest status”, however, causes enormous problems in terms of renting a living space, registering children at educational institutions, using state-run health institutions, accessing civil service, finding formal work or opening a bank account. Work Permits – A Rare Good The 80.000 Syrians who have legally crossed the Turkish border with their passport since 2011 can apply for a residential and a work permit, according to the Law on Working Permits for Foreigners. There are no accurate statistics on how many Syrians have taken advantage of this opportunity. However, a Foreign Office document shows that between January and November 2016, 10.227 work permits were issued. Legally, those people with a guest status can only legally work if their employer applies for an official work permit at the Ministry for Labor in Ankara. As this process costs time and money, very few employers choose this route. Only about 6000 work permits are said to have been granted by the Ministry of Labor until now. Because of high unemployment, often work permit applications for Syrian refugees are not granted, thus keeping the vacancies free for Turkish job seekers. So, in order to avoid this bureaucratic hurdle and to be able to pay lower wages, many employers decide to hire Syrian refugees illegally. Estimates put the number of informally employed Syrians at 500.000. In addition, about half of Syrian refugees of employable age have had no formal job training, thus making them fit only for unskilled work on the Turkish job market (formal and informal). Child Labor is a Widespread Problem Turkish Labor Law prohibits the employment of children under 15. But because most Syrian children have to contribute to their families' income, many take up illegal employment in different sectors, such as agriculture or the manufacturing industry. In many cases, children help their parents with their own illegal work. According to Human Rights organizations, a high number of children is forced into prostitution for money or begging. As per official UNHCR statistics, 44,7 percent of Syrian refugees are under 18. Of these officially registered 1,4 million children, only about 500.000 visit an educational institution in Turkey. By now, UNICEF is warning of the danger of a “lost generation” if the opportunity to send children to school does not become an area-wide soon. But even if this were the case, education is not compulsory for the children of refugees. Therefore, the parents' desire that their children receive an education, instead of being sent to work out of desperation, is decisive. Limited Access to the Health Care System Registered Syrian Refugees have the right to basic health care, according to the Turkish Government. State-run hospitals near the Syrian border in particular dedicate around 30 to 40 percent of their monthly capacities to the needs of Syrian refugees. This, in turn, disadvantages the local population, as the state-run hospitals' overall capacities were not increased even as the number of refugees rose. Aid organizations and local NGOs state that discrimination at public institutions, including state-run hospitals, is reported as being on the rise. This includes long waiting periods for Syrian refugees, verbal abuse and occasionally threats. Also, the language barrier is a far-reaching problem at many public institutions. Unregistered refugees can only fall back on care supplied by private hospitals, if they can manage to raise the needed funds. Increase of Child Marriages In the last few years, the number of polygamous marriages has been on the rise, particularly in the border regions near Syria. An increasing trend of religious marriages between, in part, older men and Syrian girls and women is being reported. As these religious marriages are not registered by the state, precise statistics do not exist. At the same time, divorce rates between Turkish couples have gone up. NGO surveys show that many Turkish women are afraid of losing their husbands to Syrian women and girls and therefore feel under enormous pressure. Another known fact is that the number of child marriages has increased. Many under-age Syrian girls are being married to younger or older Turkish men, which is partly consensually, partly under duress. Most times, the Turkish men pay a middle man for arranging the marriage. They also, usually, pay a bridal dowry to the girl's or woman's parents. Child marriages can have several reasons. One the one hand, the much mentioned protection of minors in a foreign country or during the further journey to Europe plays a part. On the other hand, marrying daughters off in order to lessen the cost of living and the responsibilities for the Syrian family is another aspect. The Desire to go to Europe Remains Unbroken A Syrian refugee can only submit a legal application for asylum for a European country if he/she was officially registered with UNHCR as a refugee. Also, applicants go through a selection process and an allocation key before being allowed to come to Europe. As this process is time-consuming and full of bureaucratic obstacles, many refugees try to acquire the means to come to Europe illegally. The closure of the Eastern European route has not diminished the wish of many Syrians to come to Europe in any significant way. Especially those Syrians in precarious living or work situations dream of Europe as a place of prosperity. Syrian refugees with a very high level of education, or those from wealthy families, have fewer problems with integration in Turkey. It has been reported that many people from this group of refugees have settled in Turkey by founding businesses. Further, the reports also say that applications for Turkish citizenship is less hard in these cases. In this context, the selection of Syrian refugees who may receive asylum in Canada or different European states is noteworthy. The various countries supply the Turkish authorities with a list of names via UNHCR. This list must then be authorized by these authorities before the people are allowed to leave the country. There are continuous reports, however, that Syrians with higher education levels (university etc.) are being struck from these lists and thus forced to stay in Turkey, or that they are simply stopped at the border and denied emigration. Searching for solutions Meanwhile, Turkey has recognized the need for driving the integration process regarding Syrian refugees forward, as it is currently still impossible to predict when the people who had to flee can return to their homes. The Turkish government has asked Germany, amongst other states, to initiate a dialogue on the experiences made with German integration policy. With regards to Turkey's domestic and foreign challenges, the refugee topic often fades into the background, while Turkey is nearing its financial limits, as well. In order to avoid future conflict hot spots – the result of failed integration policies – it is necessary to find solutions that offer Syrian refugees a perspective and that also dispels the Turkish locals' fears of growing unemployment and cultural differences. For this, it is crucial to open a public discussion, which must include diverse national and international interests. Further, the legal framework must be put in place so that decisions can be implemented quickly. Contact: Daniela Kuzu, FES Turkey Short Film Program: “People in Motion” – Why do People leave their Homes? What Paths do they Take? In cooperation with local partners, the FES international offices produced a short film program that deals with these questions. The films are available on our TOPIC pages “Flight, Migration, Integration”. Please feel free to use them for your own events. Releases: The Route was never the Destination. “We have become migrants....but one day we will arrive.” Short film about a Cuban family that had to flee their country. Return. In the 90s Lana Mayer fled Croatia for Germany. Now she has returned to Vukovar. This film tells her story. Move. Three people leave their homes and end up in Namibia. In the short movie “Move”, they reflect upon migration, European double standards and imbalances of power. The Rainbow-Center of Gaziantep. “Exile offers the chance of overcoming the shadow of violence”. A short film on Syrian dissidents caring for traumatized children. Caught in the Middle – Migration in Ethiopia. “I do not want my children to live in fear, like I did”. A short film about Ethiopian refugees in Sudan. Chaught in the Middle, Part 2. Elsa's husband, Yosef, has arrived in Sweden. He has not yet been able to bring his family. Part 2 of the short film “ Between Two Stools”. Jaminton and Yannia are Leaving. Displaced in one's own country. A short film about a family in Colombia who have become internally displaced due to civil war and violence. Unseen Shadows - Those who are left behind. A short film on the challenges of women and families in India, whose men have migrated in search of work. Cyber-Mom. A short film about three children from Central American El Salvador who are raised by their grandparents because their parents have migrated to the USA for work. Nowhere Man - Pakistani Refugees in South Korea are fighting for Recognition. The A. Family has fled from Pakistan to South Korea, 6000 miles away. A story that also deals with South Korean asylum policy. Behind the Sea. The film deals with the story of four Algerians who left their homeland for various reasons and returned to Algeria after a certain time. [only available in german]