FEShistory – Newsletter des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) Mai 2026

 
 
 
 
Eine Person hält eine rote Fahne mit der Aufschrift "8-Stunden-Tag" in der Hand
von SGM Leipzig/Forkner/Lipinski, Inv.-Nr. F/355/2008 Postkarte, ca. 1895-1905

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gegenwärtig werden die Länge der Arbeitstage, die Zahl der Wochenstunden sowie die Lebensarbeitszeit wieder kontrovers verhandelt. Unsere neue Ausstellung Umkämpfte Zeit – Die Geschichte vom Achtstundentag beschäftigt sich historisch mit den Auseinandersetzungen um Arbeitszeit vom 19. Jahrhundert bis heute. Sie besteht aus sechs Roll-Ups und kann bei uns entliehen werden. 

In einem Blogbeitrag Vom Achtstundentag zur 40-Stunden-Woche haben wir zudem Beispiele für die internationale Dimension dieser Debatte zusammengetragen und mit vielen Abbildungen illustriert. Und falls Sie tiefer in die Thematik einsteigen wollen: Im Rahmen unserer monatlichen AfS-Rezensionen haben wir im April einen wissenschaftlichen Sammelband zur Geschichte (und Aktualität) des Kampfs um Arbeitszeiten besprochen. 

Wir wünschen eine anregende Lektüre und freuen uns über Rückmeldungen.

Herzliche Grüße
vom Team FEShistory

Neues aus dem Blog #feshistory


50 Jahre Mitbestimmungsgesetz: Eine Enttäuschung mit Ansage

Aufmarsch Kundgebungsteilnehmer mit Transparent, 1. Mai 1983
von AdsD, Sign. 6/FOTB030548
 

Vor 50 Jahren wurde das Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer verabschiedet. Es markiert einen Endpunkt der Demokratisierung der Wirtschaft in der Bundesrepublik. Wie fügt es sich in die deutsche Demokratiegeschichte ein?


1. Mai – Eine Weltgeschichte des Weltfeiertags

Postkarte zur Erinnerung an die 25. Maifeier, 1914
von AdsD, Sign. 6/CARD000208
 

Wie wurde der 1. Mai zu einem weltweiten Ereignis, und warum werden wir jedes Jahr am 1. Mai daran erinnert, dass dieser Tag der Weltfeiertag ist?

Ein Tag im April 1986. Tschernobyl und die Debatte um Atom in den Gewerkschaften

Ein Schild warnt vor dem radioaktiv verseuchten Wald. Als Folge der schweren Explosion im Reaktorblock II des Kernkraftwerks Tschernobyl am 26.04.1986 wurden weite Teile der Umgebung radioaktiv verseucht.
von picture-alliance / dpa | -
 

Die Stellung der Gewerkschaften zur Kernenergie war bis Tschernobyl eindeutig und überwiegend positiv. Doch wie reagierten sie auf die Katastrophe im April 1986? Welche innergewerkschaftlichen Strömungen gab es in der Debatte?

Weitere Blogbeiträge finden Sie hier.


Neue Publikationen


Rezensionen des Archivs für Sozialgeschichte

Unsere Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte (AfS) veröffentlicht regelmäßig online Fachrezensionen zu Buchneuerscheinungen auf dem Gebiet der Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts. 

Aus der aktuellen Folge möchten wir Sie besonders auf die Rezension des neuen Buchs von Götz Aly, „Wie konnte das geschehen?“, hinweisen. Unser Autor Michael Schneider kritisiert detailliert Alys allzu pauschale Urteile zur Geschichte der NS-Diktatur von 1933 bis 1945.


Veranstaltungen des Archivs der sozialen Demokratie


Tagung: Ländliche Gesellschaften im Wandel

Bonn, 25./26. Juni 2026

Pferdewagen und Traktor in einer dörflichen Umgebung
von J.H. Darchinger/FES
 

Auf der diesjährigen Tagung des Archivs für Sozialgeschichte (AfS) werden Lebensverhältnisse, sozialer Wandel und politische Veränderungen in ländlichen Räumen vom frühen 19. Jahrhundert bis zu den Industriegesellschaften der Moderne am Ende des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt stehen.

Vortrag: Koloniale Spuren im Gedächtnis der Stadt: Das Berliner Erinnerungskonzept

Bonn, 8. Juni 2026, 18:15–19:15 Uhr

Der Literaturwissenschaftler Ibou Diop thematisiert in seinem Vortrag, wie eine Gesellschaft an verdrängte Vergangenheit erinnern kann, und zeigt, dass Erinnerung stets von Machtverhältnissen geprägt ist. Am Beispiel des Berliner Konzepts zur Kolonialgeschichte wird argumentiert, dass Kolonialismus als zentraler Bestandteil deutscher Geschichte neu gelesen werden muss. 

Dieser Vortrag ist der vom AdsD organisierte Beitrag der Ringvorlesung Was uns prägt: Identité(s) en mutation des CERC an der Universität Bonn.

Kolloquium Geschichte der Arbeitswelten und der Gewerkschaften

Bielefeld, 12. Juni 2026

Das Kolloquium diskutiert aktuelle Forschungsprojekte der Labour History.

Nachruf


Nachruf auf Hans Pelger

Die Friedrich-Ebert-Stiftung trauert um den ehemaligen Leiter des Karl-Marx-Hauses in Trier, der am 8. März 2026 verstarb.

Weitere Veranstaltungen


Ausstellungseröffnung: „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“

Halle an der Saale, 28. Mai 2026, 15:30–17:30 Uhr

Im April dieses Jahres jährte sich die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zum 80. Mal. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur präsentiert aus diesem Anlass die Ausstellung „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“. Der Verein Volkspark Halle e.V. hat diese Posterausstellung in sein geschichtsträchtiges Haus geholt. Wir wollen wir mit Ihnen die Ausstellung eröffnen und ins Gespräch kommen: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der SED, welche Widersprüche im Leben der DDR haben Sie erlebt und was können wir für die aktuelle politische Situation in Sachsen-Anhalt aus der Geschichte lernen?

Ausstellungseröffnung: Georg-August Zinn – Für ein modernes und weltoffenes Hessen

Wiesbaden, 8. Juni 2026, 18:00–20:00 Uhr

Georg-August Zinn war von 1950 bis 1969 Ministerpräsident in Hessen. Er prägte das Bundesland wie kaum ein anderer. Der Wiederaufbau der kriegszerrütteten Region und die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen waren Mammutaufgaben, derer sich der Sozialdemokrat und einer der „Väter“ des Grundgesetzes annahm – und die er bewältigte. Das Jahr 2026 markiert gleich mehrere Jubiläen, die Anlass geben, an Zinn zu erinnern. Seinen 125. Geburtstag, seinen 50. Todestag und den 75. Jahrestag des Beginns seiner Amtszeit als Ministerpräsident im Januar 1951. Grund genug, ihn als herausragende Persönlichkeit der hessischen Geschichte und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Wiesbaden zu würdigen.

Hermann Müller – Der letzte Reichskanzler mit parlamentarischer Mehrheit

Frankfurt am Main, 9. Juni 2026, 18:00–19:30 Uhr

Am 18. Mai 2026 jährt sich der 150. Geburtstag von Hermann Müller, dem letzten Reichskanzler der Weimarer Republik, der noch mit einer parlamentarischen Mehrheit regierte. Müller stand für den Versuch, Demokratie durch Ausgleich und Kompromiss zu stabilisieren. Doch er verlor in einem entscheidenden Augenblick die Rückendeckung seiner eigenen Partei. Prof. Dr. Walter Mühlhausen, ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert Gedenkstätte Heidelberg, präsentiert sein Leben in einem Vortrag.

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