FEShistory – Newsletter des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) Juli 2026

 
 
 
 
Foto von Willy Brandt, der an einem Schreibtisch vor einem Bücherregal sitzt und den Bericht der Nord-Süd-Kommission "Die Zukunft sichern" hochhält.
von J. H. Darchinger / AdsD, FJHD021109

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alle sehnen sich nach Ferien. Wir auch und gehen nach diesem Newsletter deshalb in eine Sommerpause. Für die freie Zeit haben wir noch einiges zum Lesen anzubieten: So werfen wir anlässlich der neuen „Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission der Bundesregierung (ENSK)“ einen Rückblick auf die Nord-Süd-Kommission unter Willy Brandt. Vorab schon ein Geheimtipp: Am 1. Dezember wird Olaf Scholz als Ko-Leiter der ENSK den Willy-Brandt-Vortrag in Bonn halten.

Und einen weiteren Termin wollen wir schon verraten: Vom 28.-30. Oktober führen wir in Berlin mit der Hans-Böckler-Stiftung und der IG Metall eine internationale Konferenz zu Gewerkschaften und Rechtsextremismus durch.

Auch das Wilhelm-Liebknecht-Jahr der Stadt Gießen begleitet uns weiter und wir haben die Festrede von Martin Schulz am 29. März publiziert.

Viel Spaß bei der Lektüre und einen schönen Sommer wünscht das Team FEShistory.

Neue Publikationen


Katharina Focke, die SPD und die europäische Einigung

Cover der Broschüre
von AdsD/FES
 

Katharina Focke (1922–2016) war seit ihrer Jugend eine begeisterte Europäerin. In den 1960er-Jahren fand sie ihren Weg in die SPD und fungierte an der Seite von Willy Brandt als europapolitische Antreiberin der sozial-liberalen Koalition.

Bastian Matteo Scianna: Madame Europe: Katharina Focke, die SPD und die europäische Einigung (Beiträge aus dem Archiv der sozialen Demokratie, Heft 26), Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung 2026 (Link zur Publikation)


200 Jahre Wilhelm Liebknecht

Cover der Broschüre
von AdsD/FES
 

Wilhelm Liebknechts Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 200. Mal. Am 29. März 2026 würdigte Martin Schulz diese prägende Persönlichkeit der deutschen Sozialdemokratie beim Festakt der Stadt Gießen.

Martin Schulz: 200 Jahre Wilhelm Liebknecht. Wegbereiter für Freiheit und Solidarität (Beiträge aus dem Archiv der sozialen Demokratie, Heft 27),  Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung 2026 (Link zur Publikation).


Handbuch Oral History

Buchcover
von utb.
 

Unser Kollege Stefan Müller hat gemeinsam mit Linde Apel ein „Handbuch Oral History“ veröffentlicht. Das Buch stellt Studierenden und Interessierten, die in Gedächtnisinstitutionen tätig sind, zentrale Begriffe, Projekte und Institutionen vor und vermittelt ihnen grundlegende Kenntnisse im Umgang mit mündlichen Quellen – von der Interviewvorbereitung über die Durchführung und Auswertung bis zur Archivierung.

Linde Apel/Stefan Müller (Hg.): Handbuch Oral History. Von A wie Aufnahmegerät bis Z wie Zuhören (utb 6577), Paderborn u.a.: Schöningh/Brill 2026, 264 S., 26 € (Link zum Verlag)


Rezensionen des Archivs für Sozialgeschichte

Archiv für Sozialgeschichte.
von Archiv für Sozialgeschichte
 

Unsere Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte (AfS) veröffentlicht regelmäßig online Fachrezensionen zu Buchneuerscheinungen auf dem Gebiet der Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts. 

Aus der aktuellen Folge möchten wir Sie besonders auf die Doppelrezension von Martin Farr (Newcastle University) hinweisen. Pünktlich zum Antritt der neuen Labour-Regierung von Andy Burnham in Großbritannien sieht unser Autor zurück die allererste Labour-Regierung von Ramsey MacDonald im Jahr 1924.


Neues aus dem Blog #feshistory


ACTIVATE oder: dolce working an der Università degli Studi di Padova

Gruppenbild der Teilnehmenden des Workshops
von Carlotta Sorba
 

Politische Objekte, alte Gemäuer, internationale Vernetzung – und natürlich feinstes Gelato! Das AdsD hat in Norditalien seinen ersten interdisziplinären Austausch für das EU-Projekt ACTIVATE angetreten. Unsere Kollegin Laura Valentini berichtet von ihren Erlebnissen.


Alte und neue Nord-Süd-Kommission

Foto von Willy Brandt, der an einem Schreibtisch vor einem Bücherregal sitzt und den Bericht der Nord-Süd-Kommission "Die Zukunft sichern" hochhält.
von J. H. Darchinger / AdsD, FJHD021109
 

Die Bundesregierung hat im Juni 2026 die Einsetzung einer „Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission“ beschlossen. Für uns ein Grund, auf die historische Nord-Süd-Kommission der 1970er-Jahre unter dem Vorsitz von Willy Brandt zurückzublicken.

Weitere Blogbeiträge finden Sie hier.

Quellen


Programmatische Beschlüsse vom Manifest bis zum Berliner Programm

Die SPD arbeitet an einem neuen Grundsatzprogramm. Da ein Blick in die früheren Programme dabei hilft, stellen wir die von Dieter Dowe und Kurt Klotzbach herausgegebenen „Programmatischen Dokumente der deutschen Sozialdemokratie“ digitalisiert zur Verfügung. Der 2004 erschienene Band enthält vorbereitende Papiere für das aktuell geltende „Hamburger Programm“ von 2007, das man hier findet.


Nachruf


Die Friedrich-Ebert-Stiftung trauert um Inge Wettig-Danielmeier

Porträt von Inge Wettig-Danielmeier
von J.H. Darchinger/FES
 

Am 20. Mai 2026 verstarb Inge Wettig-Danielmeier. Über Jahrzehnte gestaltete sie als Parlamentarierin in Niedersachsen und auf Bundesebene sozialdemokratische Politik. Der SPD diente sie viele Jahre als Schatzmeisterin und Mitglied des Parteivorstands.

Veranstaltungen des Archivs der sozialen Demokratie


Konferenz: Gewerkschaften, die extreme Rechte und der Kampf um die Arbeiterklasse. Perspektiven aus Europa und Nordamerika seit 1945

Berlin, 28.–30.10.2026

Der Aufstieg rechtsextremer Parteien und rechtspopulistischer Bewegungen und ihr Zuspruch in Teilen der Arbeiter:innenschaft beschäftigt Wissenschaft und Gewerkschaften gleichermaßen. Die internationale Konferenz möchte eine Lücke schließen, indem sie die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen Gewerkschaften und der extremen Rechten in Europa und Nordamerika ab 1945 in den Fokus rückt. Hier geht es zum Programm (PDF) und hier zur Anmeldeseite.

Veranstaltungen der FES zu historischen Themen


Verfassungsfest: Friedrich Ebert in Weimar und Schwarzburg 1919

Schwarzburg, 22.8.2026

Die Wiege der ersten deutschen Demokratie steht in Weimar, wo vom 6. Februar bis zum 21. August 1919 die Nationalversammlung tagte. Doch auf der Verfassung der ersten Republik findet sich nicht der Name Weimar, sondern der des kleinen thüringischen Erholungsortes Schwarzburg.

Jürgen Habermas – Gedenkveranstaltung

Hannover, 27.8.2026

Detlef Horster, bis 2007 Professor für Sozialphilosophie, zeigt die innere Entwicklung und Architektur des Habermasschen Werkes auf, der die bundesrepublikanische Demokratie und Wissenschaft durch seine Eingriffe seit 1953 entscheidend mitgestaltete und geprägt hat.

Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung: Georg-August Zinn - Für ein modernes und weltoffenes Hessen

Nidderau, 31.8.2026

Georg-August Zinn war von 1950 bis 1969 Ministerpräsident in Hessen. Er prägte das Bundesland wie kaum ein anderer. Der Wiederaufbau der kriegszerrütteten Region und die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen waren Mammutaufgaben, derer sich der Sozialdemokrat und einer der „Väter“ des Grundgesetzes annahm – und die er bewältigte.

Erzählsalon: Der große Schock- wie Ostdeutsche die Folgen der Treuhandpolitik erlebten

Gera, 1.9.2026 | Weimar, 2.9.2026

Die Umbrüche der Treuhandzeit haben das Leben vieler Menschen nachhaltig geprägt. Das Buch "Der große Schock – Ostdeutsche erzählen von den Folgen der Treuhand-Politik" versammelt persönliche Erinnerungen und eröffnet neue Perspektiven auf die Transformationsjahre nach 1990. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen in Gera und Weimar stehen Lesung, Gespräch und Austausch über individuelle Erfahrungen und ihre Bedeutung bis in die Gegenwart.

Die Vermessung der Demokratie. Ein Theaterabend über Wilhelm Leuschner

Weinsberg, 15.9.2026

Wer war der Mann, der das zivile Netzwerk um das Hitler-Attentat des 20. Juli 1944 herum aufbaute? Jan Uplegger, Yumiko Tsubaki (Violine) und Maria Hinze (Klavier) präsentieren in spannender szenischer Inszenierung das beeindruckende Leben eines Menschen, der zur Zeit des Nationalsozialismus zu den engagiertesten Verteidigern der deutschen Demokratie zählte. Im anschließenden Podiumsgespräch mit Vertreter_innen der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft wird die Aktualität Leuschners hinterfragt.

Seminar: Die Wurzeln der Sozialen Demokratie

Rostock, 25.-27.9.2026

Die Geschichte der Sozialdemokratie und die Geschichte der Demokratie sind in Deutschland eng verwoben. Das Seminar zeichnet den Weg von dem Erstarken der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit nach. Ereignis- und Ideengeschichte, Partei- und Bewegungsgeschichte fließen zusammen und werden in ihrer Wechselwirkung beschrieben. Über allem schwebt die Überzeugung, dass man wissen muss, wo man herkommt, um zu entscheiden, wo es hingehen soll.

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