FEShistory - Newsletter des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) Dezember 2025

 
 
 
 
Ein Mann und ein Kind spielen mit einer Modelleisenbahn vor einem Weihnachtsbaum
von J. H. Darchinger/FES

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„Meine Herren und Damen!" — mit diesen berühmt gewordenen Worten an die Nationalversammlung begann Marie Juchacz 1919 ihre Rede als erste Frau vor einem deutschen Parlament. Ihren Nachlass im AdsD konnten wir nun digitalisieren und berichten über den Prozess der Digitalisierung in unserem Blog.

Paul Löbe wäre am 14. Dezember 150 Jahre alt geworden. Den langjährigen Reichstagspräsidenten und geschickten Vermittler innerhalb der sozialdemokratischen Bewegung porträtiert Peter Beule in einem weiteren Blogbeitrag.

Weiterhin möchten wir Sie auf mehrere Call for Papers aufmerksam machen, die ein breites Spektrum an Themen abdecken — von Wilhelm Liebknecht, über ländliche Gesellschaften und die Bildungsgeschichte von Arbeiter:innen bis hin zur Geschichte von und archivischen Arbeit mit politischen und revolutionären Objekten.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre, eine erholsame Zeit zum Jahresende sowie ein erfolgreiches neues Jahr!

Herzliche Grüße
vom Team FEShistory


Neue Publikationen


Logo des AfS
von AfS / FES
 

Rezensionen des Archivs für Sozialgeschichte

Unsere Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte (AfS) veröffentlicht regelmäßig online Fachrezensionen zu Buchneuerscheinungen auf dem Gebiet der Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts. Alle Rezensionen stehen Ihnen auf unserer Webseite kostenlos zur Verfügung.

Aus der aktuellen Folge möchten wir Sie gerne gleich auf zwei Rezensionen besonders aufmerksam machen. Kerstin S. Jobst hat sich einen Sammelband von Franziska Davies angesehen, welcher der leider hochaktuellen Frage nach dem Ort der Ukraine in Europa nachgeht (Besprechung). Und Bernd Rother bespricht für uns ein neues Buch zur „Friedenspolitik“ von Willy Brandt (zur Besprechung).


Neues aus dem Blog #feshistory


Porträt von Marie Juchacz
von AdsD
 

Die Digitalisierung des Nachlasses von Marie Juchacz im AdsD

Unser Bestand der SPD-Politikerin und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt ist nun online einsehbar. Er umfasst vielfältige Korrespondenz und Manuskripte aus dem US-Exil und der unmittelbaren Nachkriegszeit.


Paul Löbe vor dem Reichspalais
von AdsD
 

Beweglich und standhaft. Paul Löbes politische Praxis

Paul Löbe verstand Demokratie als Ringen um Verständigung. Haltung ohne Härte, Prinzipientreue ohne Dogma, Entschlossenheit ohne Engstirnigkeit prägten das politische Handeln des sozialdemokratischen Redakteurs und Reichstagspräsidenten.


Außenansicht des IISG in Amsterdam
von AdsD
 

Sommer in Amsterdam: Mein Praktikum im Internationalen Institut für Sozialgeschichte (IISG)

Im Rahmen der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv (FaMI), empfiehlt es sich, auch in andere Fachrichtungen hineinzuschauen. Unsere Auszubildende Nike Pfaue absolvierte ein Auslandspraktikum beim Internationalen Institut für Sozialgeschichte (IISG) in Amsterdam.


Papiere werden aus Fenstern eines Gewerkschaftshauses geworfen
von AdsD
 

Gedächtnisorte der Arbeiterbewegung und NS-Raubgut

Im Rahmen seines bibliothekarischen Provenienzforschungsprojekts veranstaltete das Archiv der sozialen Demokratie am 15. und 16. Oktober 2025 eine Fachtagung zum Thema „Provenienzforschung und Arbeiterbewegungsgeschichte“. Genese und Zielsetzung der Tagung werden an dieser Stelle reflektiert.


Weitere Blogbeiträge finden Sie hier.


Neues aus der Archivarbeit


30 Jahre IG BAU — Das AdsD als historisches Gedächtnis

Umzugskartons mit neuen Akten der IG Bau im AdsD
von AdsD
 

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) entstand am 1.1.1996. Wir gratulieren herzlich zum 30-jährigen Jubiläum! Das AdsD verwahrt die historische Überlieferung der Gewerkschaft und ihrer Vorgänger. Der Bestand umfasst ca. 200 Laufmeter Akten. Erst dieses Jahr haben wir erneut eine umfangreiche Nachlieferung übernommen.


Nachlieferung zum Nachlass Carlo Schmids

Unterlagen aus dem Nachlass Carlo Schmid
von AdsD
 

Seit dem Jahr 1980 verwahrt das AdsD bereits den Nachlass von Carlo Schmid (1896-1979), einem der Gründerväter des Grundgesetzes. Nun konnten wir eine Nachlieferung übernehmen, die u.a. Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg, Aufzeichnungen aus der Zeit vor 1945 und Fotografien beinhaltet. Die Unterlagen werden 2026 bewertet und erschlossen, um sie für die Forschung zur Verfügung zu stellen.


Projekte des Archivs der sozialen Demokratie


Call for Papers: Ländliche Gesellschaften im Wandel (19. bis 21. Jahrhundert)

Pferdewagen und Traktor in einer dörflichen Umgebung
von J.H. Darchinger/FES
 

Ländliche Gesellschaften haben eine eigenständige Rolle in der Moderne, die sich nicht im »Anderssein als in der Stadt« erschöpft. Wir suchen daher Beitragsideen für Band 67 (2027) des Archivs für Sozialgeschichte, der sich mit der Gesellschaftsgeschichte des ländlichen Raums widmen wird. Eine vorbereitende Tagung findet am 25./26. Juni 2026 in Bonn statt. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 15. Januar 2026. Den CfP auf Deutsch und Englisch sowie weitere Informationen finden Sie hier.


ACTIVATE — Workshop und Call for Papers

Demonstration am 1. Mai 2025
von ACTIVATE
 

Das EU-geförderte Projekt ACTIVATE, an dem sich das AdsD beteiligt, veranstaltet am 4. und 5. Mai 2026 an der Universität Padua einen Workshop, der sich unter anderem damit auseinandersetzt, wie politische und revolutionäre Objekte in Archiven und Gesellschaft definiert wurden und werden. Darüber hinaus liegt ein Fokus des Workshops auf der archivischen Sammlung, Erschließung und Erhaltung dieser Objekte. Vorschlage für Beiträge können bis zum 28. Januar eingereicht werden. Den Call for Papers finden Sie hier. Eine Teilnahme online ist möglich.


Call for Papers — Demokratie made in Giessen

Porträt Wilhelm Liebknecht
von AdsD
 

Am 29. März 1826 wurde Wilhelm Liebknecht in Gießen geboren. Die Stadt Gießen nimmt dies zum Anlass eines Wilhelm-Liebknecht-Jahrs mit vielfältigen Aktivitäten. Beim Festakt am 29.3.2026 wird Martin Schulz die Festrede halten. Das AdsD richtet mit der Universität Gießen und der Stadt am 5./6.11.2026 eine wissenschaftliche Konferenz aus, für die sie um Beiträge wirbt. Den Call for Papers finden Sie hier.


German Labour History Association — Call for Papers

Vom 18.-20.11.2026 findet die 4. Konferenz der German Labour History Association (GLHA) statt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 begleitet das AdsD die Aktivitäten der GLHA. Den Call for Papers zur Konferenz „Arbeit. Bildung. Ermächtigung? Neue Perspektiven auf die Bildungsgeschichte von Arbeiter:innen“ finden Sie auf der Seite der GLHA.


Veranstaltungen des Archivs der sozialen Demokratie


Aufzeichnung des Willy-Brandt-Vortrags 2025

Willy Brandt  steht vor dem Brandenburger Tor
von J. H. Darchinger/FES
 

Unter dem Titel “Mut: Für einen eigenständigen Weg Europas” hielt der ehemalige französische Premier- und Außenminister Jean-Marc Ayrault den diesjährigen Willy-Brandt-Vortrag in Bonn. Im Anschluss diskutierte er mit Lisa Louis und Tobias Cremer über die Zukunft Europas in der Welt. Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.


Veranstaltungen der FES zu historischen Themen


Stimmen aus Osteuropa: Gehen oder bleiben? Alhierd Bacharevic: "Europas Hunde"

Wenn einschneidende Ereignisse, wie Kriege im eigenen Land, das Zuhause bedrohen, stellt sich oft die Frage "Gehen oder Bleiben?" Die Länder des ehemaligen “Ostblocks” waren und sind besonders von Systemwechsel und Umbrüchen geprägt, sodass diese Frage dort immer wieder neue Relevanz erfährt. An vier Abenden geht die Literaturreihe "Stimmen aus Osteuropa" dieser zentralen Frage in Dresden nach: Den Auftakt macht der belarussische Autor Alhierd Bacharevič am 12. Januar 2026. Mehr zur Veranstaltung erfahren Sie hier.


Johannes Rau — Demokratie ist Herrschaft nach Dialog

Johannes Rau, ehemaliger Ministerpräsident und Bundespräsident, starb am 27. Januar 2006 in Berlin. Anlässlich seines 20. Todestages laden wir Sie zu einer Veranstaltung der Johannes-Rau-Gesellschaft und der Friedrich-Ebert-Stiftung ein.

Unter dem Leitmotiv „Demokratie ist Herrschaft nach Dialog“ möchten wir an das politische Wirken und die demokratische Haltung von Johannes Rau erinnern, seine Bedeutung für Nordrhein-Westfalen und die Bundesrepublik würdigen und zugleich der Frage nachgehen, welche Relevanz seine Gedanken heute besitzen. Die Veranstaltung findet in Düsseldorf am 21. Januar 2026 statt. Mehr zur Veranstaltung erfahren Sie hier.


Zeugin ihrer Zeit | Online-Gespräch für Schulklassen mit Ruth Melcer

Wir laden Sie und Ihre Schulklassen und Jugendgruppen zu einem Online-Gespräch mit der Zeitzeugin Ruth Melcer am 27. Januar 2026 ein.

Ryta (später: Ruth) Melcer wurde 1935 im polnischen Tomaszów Mazowiecki geboren. Sie war vier Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschierte, und neun Jahre alt, als sie die Befreiung im KZ Auschwitz erlebte. Sie überlebte, weil ihre Mutter sie älter ausgegeben hat und weil eine Blockälteste sie später vor Josef Mengele versteckt hatte.

Moderiert wird das Gespräch von Ellen Diehl, Leiterin des FES-Regionalbüros Rheinland-Pfalz | Saarland.

Sie sind herzlich eingeladen, bereits vorab Fragen Ihrer Schüler_innen zu sammeln und bei uns einzureichen. Bitte senden Sie diese bis zum 20.01.2026 an annette.haensel@fes.de. Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier.



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