FEShistory - Newsletter des Archivs der sozialen Demokratie (AdsD) Februar 2026

 
 
 
 
Porträt von Hans-Jochen Vogel, der seinen Hut zieht
von J. H. Darchinger/FES

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am 3. Februar wäre Hans-Jochen Vogel 100 Jahre alt geworden. Als junger Oberbürgermeister holte er die Olympischen Spiele nach München und ebnete München den Weg zu einer modernen europäischen Metropole. Später prägte er in zahlreichen Ämtern und Funktionen, darunter als Bundesjustizminister sowie als Partei- und Fraktionsvorsitzender der SPD, die Geschichte und Entwicklung Deutschlands und der Sozialdemokratie entscheidend mit. Martin Schulz würdigt Vogel in einer Videobotschaft.

Der fast vergessene sozialdemokratische Jurist Georg Flatow schuf mit dem Betriebsrätegesetz 1920 die rechtlichen Grundlagen für die Arbeitnehmermitbestimmung und förderte mit seinem Kommentar die Durchsetzung der Betriebsdemokratie in der Praxis. Unsere jüngst erschienene Publikation zeichnet durch intensive Quellenrecherchen seine Herkunft, Sozialisation und sein arbeitsrechtliches Wirken, das mit dem Nationalsozialismus jäh endete, nach.

Weiterhin möchten wir Sie auf zahlreiche interessante Veranstaltungen und unsere Rezensionen sowie Blogbeiträge aufmerksam machen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Herzliche Grüße
vom Team FEShistory


Neue Publikationen


Buchcover der Kommentare Georg Flatows vor gelbem Hintergrund
von FES
 

Beiträge aus dem Archiv der sozialen Demokratie: Georg Flatow

Auf zahlreichen Quellen gestützt, entsteht ein facettenreiches Bild vom beinahe vergessenen, aber unbedingt erinnerungswürdigen Lebensweg des bedeutenden Sozialdemokraten und Arbeitsrechtlers Georg Flatow im „Zeitalter der Extreme“.

Meik Woyke (Hrsg.): Georg Flatow (1889-1944). Sozialdemokratischer Jurist und Vordenker der betrieblichen Mitbestimmung, Beiträge aus dem Archiv der sozialen Demokratie, Heft 23, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung 2026, ISBN 978-3-98628-781-8.


Logo des AfS
von AfS / FES
 

Rezensionen des Archivs für Sozialgeschichte

Unsere Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte (AfS) veröffentlicht regelmäßig online Fachrezensionen zu Buchneuerscheinungen auf dem Gebiet der Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts.

Aus der aktuellen Folge, die von der Geschichte der Arbeitstiere zu Flucht und humanitärem Interventionismus im Mittleren Osten einen breiten Bogen spannt, möchten wir Sie gerne besonders auf den Beitrag von Klaus-Dietmar Henke aufmerksam machen. Er bespricht pünktlich zum 150. Geburtstag von Konrad Adenauer zwei neu erschienene Biografien des Gründungskanzlers der Bundesrepublik hier.


Neues aus dem Blog #feshistory


Akten und Korrespondenz aus neuer Übernahme
von AdsD
 

Ergänzung des Nachlasses von Carlo Schmid (1896-1979)

Das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung konnte eine bedeutende Nachlieferung zum Nachlass Carlo Schmid (1896-1979) übernehmen. Sie stellt eine wertvolle Ergänzung des bereits umfangreichen Nachlasses dar.


Demonstration im Januar 1919 in Jena
von picture alliance
 

Der Januarstreik 1918. Keine Generalprobe der Novemberrevolution

Der Januarstreik 1918 war einer der größten Massenstreiks in der deutschen Geschichte. Seine Interpretation ist bis heute von Mythen und Fehlurteilen begleitet, wie Benjamin Ziemann für uns festhält.


Weitere Blogbeiträge finden Sie hier.


Ausstellungen des Archivs der sozialen Demokratie


Zwei Ausstellungswände über Hans-Jochen Vogel im Foyer der FES in Bonn
von FES
 

Kompaktausstellung Hans-Jochen Vogel

In den Zentralen der FES in Berlin und Bonn sowie im Landesbüro der FES in München zeigen wir in diesem Jahr eine im AdsD entwickelte Kompaktausstellung mit einigen Objekten aus dem Nachlass Hans-Jochen Vogels, der im AdsD verwahrt wird.


Veranstaltungen des Archivs der sozialen Demokratie


Buchcover "Klassengesellschaft akut" neben einem Porträt von Nicole Mayer-Ahuja
von C. H. Beck/Nicole Mayer-Ahuja
 

Klassengesellschaft akut. Buchpräsentation mit Nicole Mayer-Ahuja

Die Göttinger Soziologin Nicole Mayer-Ahuja erklärt, warum Lohnarbeit spaltet und wie es anders gehen kann. Gemeinsam mit Stefan Müller diskutiert sie am 2. März in Bonn, ob es überhaupt noch eine Klasse mit gemeinsamen Interessen geben und wie ein neues solidarisches Miteinander aussehen kann.


Extraführungen im Archiv der sozialen Demokratie

Am Tag der Archive (6. März) und am Tag der Demokratie (18. März) bietet das AdsD thematische Führungen. Der Tag der Archive steht unter dem Motto „Alte Heimat, neue Heimat“ und in der Führung  geht es um Menschen, die wegen ihrer demokratischen Überzeugungen verfolgt wurden und fliehen mussten – und trotzdem nicht aufgegeben haben. Am Tag der Demokratiegeschichte zeigen wir anhand von Originaldokumenten der Arbeiter:innenbewegung, wie für demokratische Rechte, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung gestritten wurde. Bei Interesse melden Sie sich hier an.


Sticker mit Aufdruck "Nett hier. Aber waren sie schon mal auf dem #histocamp?" Hölzerner Hintergrund
von Open History e.V.
 

histocamp – das Barcamp für alle, die Geschichte begeistert

Das histocamp ist zurück. 2015 fand das erste histocamp in Bonn statt – in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Verein Open History organisiert nun wieder das Barcamp für Historiker:innen – und erneut in Zusammenarbeit mit der FES am 13./14. März.


Netzwerk Oral History

Am 26./27. März 2026 ist die  Universität Halle Gastgeberin des diesjährigen Netzwerktreffens Oral History. Das Netzwerk bringt Forschende und Interessierte zusammen, um aktuelle Ansätze, Methoden und Themen der Oral History zu diskutieren. Seit 2014 organisiert die FES das Netzwerk gemeinsam mit der Werkstatt der Erinnerung an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg.


Veranstaltungen der FES zu historischen Themen


Lesung und Gespräch mit Jens Bisky "Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934" am 19. Februar in Gera

Der Autor viel beachteter Bücher und langjährige Feuilletonredakteur der “SZ” Jens Bisky erzählt, wie die Weimarer Republik in einem Wirbel aus Not und Erbitterung zerstört wurde. Es kommen Politiker:innen und Journalist:innen der Zeit zu Wort, erschöpfte Sozialdemokrat:innen, ratlose Liberale, nationalistische Desperados, Literat:innen, Jurist:innen, Offiziere. Wie nahmen sie die Situation wahr? Welche Möglichkeiten hatten sie? – Das große Panorama einer extremen Zeit, die noch immer ihre Schatten auf die Gegenwart wirft.


Film im Gespräch: „Märkische Forschungen“ am 18. März in Magdeburg

Der DEFA-Film aus dem Jahr 1982 handelt von der Rivalität zwischen dem illusionslosen und affirmativ schreibendem Professor Menzel und dem träumerischen Landlehrer und Freizeitforscher Pötsch. Regisseur Roland Gräf thematisiert Autoritäten, prangert Opportunismus und politische Manipulation an. Der geistvoll psychologisch genau gezeichnete Film wird zur Parabel auf die DDR, in der Resignation, Unterwürfigkeit und Feigheit gegenüber den Mächtigeren zum Leben gehörten. Anschließend findet ein Gespräch mit der Schauspielerin Jutta Wachowiak und dem Schauspieler Hermann Beyer statt.


Erfurter Frühlingslese am 29. März: Irina Scherbakowa - Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen

Die vielfach ausgezeichnete Historikerin, Schriftstellerin und Aktivistin Irina Scherbakowa erzählt in ihrem neuen Buch von den kurzen Jahren der Perestroika. Sie beschreibt die ungewohnte Freiheit und wie die Menschen mehr schlecht als recht damit umzugehen lernten. Ihre beeindruckenden Moskauer Erinnerungen sind dicht verwoben mit der Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert und ihrem lebenslangen Kampf gegen Staatsterror und für die Erinnerung. Das an die Lesung anschließende Gespräch wird von Margarete von Schwarzkopf moderiert. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Erfurter Verein Herbstlese e.V. statt.



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