Veranstaltungsrückblick aktuelles Jahr und Jahresauswahl
3. Dezember 2009
Fachgespräch
Die kommenden zwei Jahre beinhalten entscheidende Wegmarken für die weitere Zukunft des Sudans. Zum ersten Mal seit 1986 wird im Sudan 2010 gewählt werden. Darüber hinaus steht 2011 das Referendum an, in dem sich die Bevölkerung des südlichen Sudans für oder gegen die Unabhängigkeit vom Sudan entscheiden kann. Angesichts der enormen Relevanz dieser Themen für die weitere Entwicklung des Landes freute sich die Friedrich-Ebert-Stiftung ganz besonders, Gabriel Changson Chang, den Minister für Jugend, Kultur und Sport der Regierung des Südsudans, in Berlin begrüßen zu können. Changson nahm auf Einladung der Stiftung an einem Fachgespräch zu aktuellen Ereignissen und Prozessen im Südsudan teil. Thematisiert wurden neben den Wahlvorbereitungen und dem Stand der Diskussion um das Referendum auch die zunehmende Gewalt im Süden des Landes. Darüber hinaus sprach Changson über die Möglichkeiten und Grenzen eines potentiellen Staates Südsudan. Die Möglichkeit zur Diskussion wurde von den Vertretern aus Ministerien, Bundestag, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft rege in Anspruch genommen.
v.l.n.r.: Tun Wan Yoa, Assisten von G. Changson Chang,
Martin Johr u. Seija Sturies, Friedrich-Ebert-Stiftung,
Gabriel Changson Chang, Minister für Jugend, Kultur und
Sport der Regierung des Südsudan sowie Nickson Deng
Peter, Stellv. Leiter des GoSS-Verbindungsbüros in Brüssel
v.l.n.r.: Hajo Lanz, Houssam Maarouf, Thomas Steg, Michael Kronacher und Jürgen Hogrefe
21. Oktober 2009
Fachkonferenz
In Kooperation mit der DAFG Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. veranstaltete die FES am 21.10.2009 eine Fachkonferenz zum Thema „Die Rolle der Medien im Wahlkampf in Deutschland" für Journalisten aus verschiedenen arabischen Ländern (u.a. Ägypten, Irak, Jemen, Libanon, Marokko und Palästina) sowie Vertreter der arabischen Botschaften in Berlin (beispielsweise aus den Botschaften von Kuwait, Oman und Tunesien). Prof. Andreas Elter (Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Campus Köln) und Nikolaus Blome (BILD-Zeitung) diskutierten über Theorie und Praxis der Medien als vierte Gewalt im politischen System der BRD. Gemeinsam mit Jürgen Hogrefe (Kommunikationsberater, ehemaliger Nahost-Korrespondent des SPIEGEL), dem stellvertretende Regierungs-sprecher Thomas Steg, sowie DAFG-Vorstandsmitglied und Kommunikationsexperten Michael Kronacher diskutierten die arabischen TeilnehmerInnen über die Rolle der "Spin Doctors", die Macht und Grenzen von PR-Arbeit sowie den mitunter schmalen Grad zwischen „media spin und Manipulation oder Propaganda am Beispiel der vergangenen Bundestagswahlen.
Günter Gloser
v.l.n.r.: Lale Akgün, Anna Kellner, Tahar Sioud, Béatrice Patrie, Julia Bläsius und Zafer Üskül
Fotos: Jens Schicke
17. Juni 2009
Der Mittelmeerraum gewinnt politisch und wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung – knapp ein Jahr nach Gründung der Union für das Mittelmeer lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung am 17. Juni 2009 zur Auftaktveranstaltung des neuen FES-Mittelmeerdialoges nach Berlin ein.
Wo sind die gemeinsamen Interessen und Differenzen der Mitgliedstaaten? Wie kann das Kooperationsprojekt zwischen der EU und den Mittelmeer-Anrainerstaaten partnerschaftlich gestaltet werden? Welche Chancen und Risiken, Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft sind zu erkennen? Nach einer thematischen Einführung von Günter Gloser, MdB und Staatsminister im Auswärtigen Amt, wurden diese Fragen von einem international besetzten Podium diskutiert. Im Vordergrund standen hierbei Aspekte der „Einwanderung“ und „Nachhaltigen Energiepolitik“, zwei hochaktuelle Themenkomplexe: Was sind die Vorteile einer gemeinsam abgestimmten Energiepolitik? Wie kann eine euromediterrane Kooperation bei der Bewältigung von Einwanderung förderlich sein? Gibt es einen Wirkungszusammenhang zwischen Energiepolitik und Einwanderung?
Programm (pdf-File)
Bericht (pdf-File)
Mehdi Lahlou
Podiumsdiskussion v.l.n.r.: Michael Kleinhans, Mehid Lahlou, Christian Stahl, Lale Akguen, Gerald Rosskolger
26. März 2009
Der „Europäische Pakt zu Einwanderung und Asyl“ – ein weiterer Baustein der Festung Europa oder Ausdruck einer modernen Asyl- und Einwanderungspolitik? Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat eine gemeinsame Asyl- und Migrationspolitik der EU zu einer zentralen Aufgabe der französischen EU-Ratspräsidentschaft im 2. Halbjahr 2008 erklärt. Mit der Verabschiedung der Rückführungsrichtlinie für „illegale Migranten“ durch das europäische Parlament und der Annahme des europäischen Paktes zu Einwanderung und Asyl durch den Europäischen Rat am 15./16. Oktober 2008 in Paris scheint dieses Ziel erreicht. Das Ergebnis ist jedoch höchst umstritten. Vor allem Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen aus den Bereichen Menschenrechte und Migration sowie Parteien des linken Spektrums lehnen den Pakt als menschenrechtswidrig ab. Die Europäische Union hingegen sieht in der Rückführungsrichtlinie und dem Pakt zu Einwanderung und Asyl wichtige Elemente einer kohärenten Migrationspolitik, die sowohl die Interessen der Herkunfts-, Transit- und Zielländer als auch die Bedürfnisse der Migranten und die völkerrechtlich verbrieften Rechte der Asylsuchenden berücksichtigt und unterstützt.
Ist der europäische Pakt zu Einwanderung und Asyl also ein „Pakt gegen den Flüchtlingsschutz“ und ein weiteres Zeichen einer zunehmenden Abschottung der Europäischen Union? Oder ist er die notwendige und verantwortungsvolle Antwort auf die Erfordernisse einer ökonomisch und gesellschaftspolitisch sinnvollen Einwanderungspolitik? Diesen Fragen wurde im Rahmen der Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen Experten der nationalen und europäischen Einwanderungs- und Asylpolitik - u.a. mit Mehdi Lahlou vom Institut National de Statistique et d'Economie Appliquée (INSEA), Rabat und Lale Akgün, MdB, und Vize-Präsidentin der Euromediterranen Parlamentarischen Versammlung im Deutschen Bundestag - nachgegangen. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie unter dem angegebenen Link.
Programm (pdf-File)
Bericht (pdf-File)
v.l.n.r.: Yussef Hijazi (Dolmetscher), Ingrid Ross (FES), Khalid Masa, Madeeha Abdalla, Herta Däubler-Gmelin, MdB, Elhaj Warrag, Iman Dafa Allah, Awut C. Aleu und Israa Zein Elabdeen
26. März 2009
Zwischen Haftbefehl und Wahlen: Aktuelle Herausforderungen für die Medien im Sudan
Programm (PDF-File)
v.l.n.r.: Deng Alor Kuol, Außenminister der Republik Sudan, Dr. Baha'aldin Hanafi, Botschafter der Republik Sudan, Hajo Lanz, Leiter Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika
12. Febraur 2009
Der drohende Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Al-Bashir hat zu einer tiefen Verunsicherung der Regierungskoalition in Khartum geführt. Vier Jahre nach Abschluss des Friedensvertrags, der den Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan beendete, ist der Frieden im Land noch immer sehr fragil. Daran erinnerte Außenminister Deng Alor während des Hintergesprächs mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags und Vertretern der Zivilgesellschaft. Deng Alor nahm Stellung zum Stand der Vorbereitung der Wahlen, die in 2009 stattfinden sollen und des Referendums, das für das Jahr 2011 vorgesehen ist. Deutlich wurde die Bereitschaft der deutscher Außenpolitik, den Prozess der friedlichen Transformation zu unterstützen.
v.l.n.r.: Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Frauen und Bildung des Landes Schleswig-Holstein, Najwa Najjar, Regisseurin, Arnd Henze, Moderator
7. Februar 2009
Filmvorstellung
Großer Andrang herrschte bei der von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) organisierten Präsentation des palästinensischen Films "Granatäpfel und Myrrhe" in Berlin. Die rund 300 Zuschauer erlebten dabei in den Hackeschen Höfen ein Stück Palästina, das so noch nie auf einer Kinoleinwand gezeigt wurde. "Der Granatapfel steht für die süßen Momente im Leben, die Myrrhe symbolisiert die bittere Seite", erläuterte die palästinensische Regisseurin Najwa Najjar den Titel ihres Films. In bunten Bildern, aufgenommen in Ramallah und Jerusalem, erzählt sie die Liebesgeschichte einer jungen Palästinenserin, deren Mann in der zweiten Intifada in israelische Gefangenschaft gerät und die sich während seiner Abwesenheit in ihren Tanzlehrer verliebt. Der Film ist dabei ein Kalaidoskop des Lebens. Es wird gefeiert, gelacht, getanzt, getrauert, gelitten. "Hoffnung", sagt Najwa Najjar, "das ist die zentrale Botschaft meines Films. Bei uns steht jeder Kern des Granatapfels für ein Stückchen Hoffnung, vom Himmel gesandt. Diese Hoffnung soll der Film sähen".
In der anschließenden Diskussion zusammen mit Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein, machte Najwa Najjar deutlich, dass die Palästinenser in den besetzten Gebieten vor allem nach einem streben: in Frieden einen Alltag zu leben. Inspirationsquelle für ihre Figuren seien Freunde und Menschen aus ihrer Heimat gewesen, denen sie in den letzten Jahren begegnet sei.
Auch Ministerin Ute Erdsiek-Rave zeigte sich tief bewegt von dem Film. Sie selbst hat im vergangenen Jahr die Palästinensischen Gebiete bereist und sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. "Der Film hat mich für einen Moment zurückgebracht. Genau so habe ich Palästina erlebt." Solche Projekte zu fördern müsse weiterhin Anliegen deutscher Außenpolitik sein.
Die FES hat die Entstehung dieses Films zusammen mit dem Media Board Berlin Brandenburg von Beginn an begleitet und unterstützt, um dem deutschen Publikum zu zeigen, dass auch in Palästina hervorragende kulturelle Leistungen erbracht werden.
Filmplakat (pdf-File)
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