Sozial-ökologische Transformation

Bild: Grüne gefärbte Weltkarte von Matvienko Vladimir, Shutterstock / FES Transformación lizenziert unter Shutterstock.com

Nachhaltige Entwicklung, Umweltschutz und Anpassung an den Klimawandel sind in vielen Ländern Lateinamerikas sehr relevante Themen, ist der Kontinent doch ein wichtiger globaler Rohstofflieferant, auch für Deutschland. Die finanzielle Abhängigkeit von den Einnahmen der Rohstoffexporte ist angesichts einer in vielen Fällen geringen Diversifizierung der Volkswirtschaften hoch. Die global wachsende Nachfrage nach fossilen, mineralischen und landwirtschaftlichen Rohstoffen begünstigte seit den 2000er Jahren die massive Ausweitung der Rohstoffausbeute in ganz Lateinamerika und verstärkte die wirtschaftliche Abhängigkeit von volatilen Weltmarktpreisen. Gleichzeitig verzeichnete der Subkontinent einen drastischen Anstieg sozial-ökologischer Konflikte in den vom Abbau betroffenen Gebieten. Die Verseuchung von Böden und Trinkwasser, Menschenrechtsverletzungen und die Missachtung internationaler Normen – wie der zur Garantie grundlegender Rechte indigener Völker – sind dabei wiederkehrende Phänomene, die die sozialen Spannungen zwischen lokaler Bevölkerung, staatlichen Akteuren und transnationalen Unternehmen verstärken.

Um vor diesem Hintergrund die Debatten über neue, alternative Entwicklungspfade in den kommenden Jahren länderübergreifend zu fördern, widmet sich die FES im Rahmen eines eigenständigen Projekts mit Sitz in Mexiko der Sozial-ökologischen Transformation in Lateinamerika. Mit einem internationalen Expert_innen-Gremium gibt die FES Impulse, um der bislang nur sehr zögerlichen Neuorientierung an Konzepten zum demokratischen und solidarischen Umbau der Volkswirtschaften hin zu einer nachhaltigen Produktions- und Lebensweise mehr Nachdruck zu verleihen.

Auch auf nationaler Ebene werden diese Themen vielfach bearbeitet. In Brasilien beispielsweise sind Analysen kritischer Wirtschaftswissenschaftler_innen ein wichtiger Baustein der Beratungsarbeit für eine Politik der sozial-inklusiven Entwicklung. Darüber hinaus unterstützt die FES Diskussionsprozesse zwischen zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Organisationen zur Vereinbarung verbindlicher Maßnahmen, die Unternehmen zur Einhaltung sozialer und menschenrechtlicher Standards verpflichten.

Angesichts drängender Umweltprobleme, verursacht u. a. durch den Klimawandel und Raubbau an der Natur, und den damit verbundenen sozial-ökologischen Konflikten entfaltet sich in vielen Ländern der Region eine neue Dynamik, die die FES in ihren Projekten aufgreift. So leistet die FES in Argentinien einen wesentlichen Beitrag beim Aufbau des Städtenetzwerks Red Argentina de Municipios frente al Cambio Climático (RAMCC), das auf lokaler Ebene Politiken im Kampf gegen den Klimawandel anstößt, Evaluierungen durchführt und Plattform für den Erfahrungsaustausch ist. In El Salvador trägt ein von der FES gegründetes Expert_innen-Netzwerk zur Umsetzung des internationalen Klimaabkommens von Paris in der Politikgestaltung bei.

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