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14.03.1883: Karl Marx gestorben

Karl Marx

Zum 120. Todestag von Karl Marx (5. Mai 1818 bis 14. März 1883) Vor nunmehr zwanzig Jahren war anlässlich des 100. Todestages Karl Marx als - zusammen mit Friedrich Engels - Begründer des sich wissenschaftlich verstehenden Sozialismus (Marxismus) noch in vieler Hinsicht präsent. Die Welt war bipolar, der Kalte Krieg nicht zuende, die kommunistischen Regime noch nicht implodiert. In der DDR beispielsweise wurde damals in vielfältiger Weise an Karl Marx erinnert, das Jahr 1983 gar zum Karl-Marx-Jahr erklärt. Das damalige ZK der SED hatte durch viele Thesen propagieren lassen, dass Marx lebe. Auch in der Bundesrepublik wurde an ihn erinnert, über ihn und das sich auf ihn berufende philosophische und politische System debattiert. Sogar eine
5 DM-Gedenkmünze wurde in der alten Bundesrepublik aus diesem Anlass geprägt.
Zwanzig Jahre später leben wir in einer völlig veränderten Welt, am 120. Todestag scheint Karl Marx endgültig tot zu sein. Warum also anlässlich des Todestages an ihn erinnern?
Zu seinen Lebzeiten (1818-1883) hatte Karl Marx zwar nur wenig Anerkennung gefunden, aber schon im späten 19. und dann verstärkt im 20. Jahrhundert hatte die Person selbst und sich in unterschiedlichster Ausprägung auf ihn berufende Gedankengebäude eine ungeheure Wirkmächtigkeit entfaltet. So sind beispielsweise die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie und der europäischen Arbeiterbewegung ohne die Auseinandersetzung mit dem Marxschen Gedankengebäude kaum verständlich.
Trotz unterschiedlicher Interpretationen seiner Lehre ist es für die Gegenwart wichtig, sich sowohl mit der Person Karl Marx, seinem Leben und seinem Gedankengut zu beschäftigen. Die kritische Würdigung des Philosophen, Denkers und zeitweise politisch Handelnden hilft bei der eigenen politischen Standortbestimmung, bei der Definition der eigenen Grundwerte und der Analyse des gesellschaftlichen Umfeldes. Gerade weil Karl Marx auch in der Gegenwart eine wichtige und in Teilen der Welt virulente historische Bezugsgröße ist, vermittelt die Kenntnis seines Lebens, seines Werkes und seiner Wirkungsgeschichte, wie wichtig gesellschaftliche Analysen sind und wie sehr diese von Prognosen zu trennen sind.
Von dieser gegenwärtigen Bedeutung und kritischen Würdigung von Karl Marx, seinem Leben und seiner Wirkungsgeschichte geht auch die Neukonzeption der Dauerausstellung des Karl-Marx-Hauses aus, das sich seit 1968 in der Obhut der Friedrich-Ebert-Stiftung befindet.

Karl-Marx-Haus Trier