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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / Februar / Europäischer Gewerkschaftsbund gegründet

Europa der fünfzehn
Der gewerkschaftliche Zusammenschluss nach der Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft

Gründungskongress des EGB

Nach eingehenden Vorberatungen und Diskussionen, eine neue gewerkschaftliche Macht in Europa zu schaffen, trafen sich 250 Delegierte von 17 nationalen Gewerkschaftsbünden aus 15 Ländern am 8./9.2.1973 in Brüssel im "Maison des Huit-Heures" (Zentrale der belgischen Gewerkschaften) zur Gründungsversammlung und zum 1. Kongress des neuen Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB). Die neue Organisation hatte die Struktur eines Bundes, was bedeutet, dass jede Mitgliedsorganisation einen Vertreter in den Exekutivausschuss entsendet. Lediglich der Deutsche Gewerkschaftsbund und der britische Gewerkschaftsbund TUC verfügten über zwei Sitze. Zum Präsidenten des neuen Bundes wurde der Vorsitzende des TUC, Victor Feather gewählt. Seine drei Stellvertreter wurden Heinz O. Vetter, der dänische Gewerkschaftsvorsitzende Thomas Nielson und der belgische Gewerkschaftsvorsitzende George Debunne.
Die im neuen Bund vereinigten Organisationen hatten sich verpflichtet, die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer auf der Ebene Europas im allgemeinen und bei allen europäischen Institutionen im besonderen - einschließlich der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Freihandelszone (EFTA), zu vertreten und zu fördern. Zur Verwirklichung dieses Zieles arbeitete der EGB eine Grundsatzprogramm aus und koordiniert die Aktivitäten der angeschlossenen Organisationen durch europäische Aktionsprogramme (Präambel zur Satzung).
Alle Gründungsorganisationen des europäischen Bundes gehörten zugleich dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften an, mit dem die Arbeitsbeziehungen auch aufrechterhalten bleiben sollte. Eine spätere Erweiterung des EGB mit anderen demokratischen Gewerkschaftsorganisationen war geplant, wobei in erster Linie an die christlichen Gewerkschaften gedacht wurde, mit denen bereits eine gute Zusammenarbeit bestand.
Nach den politischen Umwälzungen in Zentral- und Osteuropa traten eine große Anzahl neuer Gewerkschaften dem Bund bei. Gegenwärtig umfasst der Bund 78 nationale Gewerkschaftsbünde aus 34 europäischen Ländern und 11 europäische Gewerkschaftsausschüsse mit insgesamt 60 Millionen Mitgliedern.