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16.02.1951: Hans Böckler gestorben

Der deutsche Gewerkschaftsfunktionär und Politiker Hans Böckler verstarb am 16. Februar 1951. Der Gewerkschaftsführer und Sozialdemokrat war Mitbegründer und Erster Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und war maßgeblich für die Verabschiedung der Montanmitbestimmung verantwortlich.

Hans Böckler wurde am 26. Februar 1875 in Trautskirchen geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach dem Tod des Vaters, verlies der junge Böckler 1888 die Schule und begann eine Lehre als Gold- und Silberschläger, um seine Familie finanziell zu unterstützen.

1894 trat Hans Böckler in die SPD und die Gewerkschaft Deutscher Metallarbeiter Verband (DMV) ein. In den darauffolgenden Jahren widmete sich Böckler hauptamtlich gewerkschaftlichen Arbeit, er war ab 1903 u.a. der Sekretär des DMV im Saarland und in Frankfurt am Main, ab 1910 war Böckler dann Bezirksleiter in Breslau. Verwundet aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, nahm er 1915 sine gewerkschaftliche Arbeit wieder auf. Als Vorsitzender der Zentralarbeitsgemeinschaft (ZAG) war er ab 1919 für die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden mit verantwortlich. Das Scheitern des Gremiums am Anfang der Weimarer Republik empfand Hans Böckler als schwere Niederlage. 1920 zog Hans Böckler nach Köln, und engagierte sich kommunalpolitisch. Von 1924 bis 1926 war er Stadtverordneter in Köln und Bezirksleiter von Rheinland und Westfalen-Lippe des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). 1928 wurde Hans Böckler für die SPD in den Reichstag gewählt und behielt das Mandat bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten. Verfolgt als Sozialdemokrat und Gewerkschafter musste sich der prominente Kölner Politiker an einem sicheren Ort auf dem Land vor dem Zugriff der neuen Machthaber verbergen. Während der NS-Zeit hatte Böckler Kontakte zu der Widerstandgruppe des 20. Juli 1944. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Hans Böckler maßgeblich am Wiederaufbau der Gewerkschaften in der britischen Besatzungszone beteiligt.

Eines seiner großen Ziele erreichte Hans Böckler durch die Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) 1949. Die Gründung der Einheitsgewerkschaft, überwand die vorherigen politischen, weltanschaulichen und konfessionellen Grenzen der Einzelgewerkschaften. Drei Wochen vor seinem Tod konnte der Gewerkschaftler einen seiner größten Erfolge verbuchen, als er mit dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer die Montanmitbestimmung aushandeln konnte. Diesem Ereignis gingen heftige Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und -nehmern und der Bundesregierung voraus. Nachdem der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard eine Gesetzesinitiative vorgelegt hatte, die keine Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten vorsah, drohten die Gewerkschaften, insbesondere die IG Metall und die IG Bergbau, mit Arbeitskämpfen, um das Gesetz zu verhindern. In Hinblick auf die angekündigten Arbeitskämpfe gab der Bundeskanzler Konrad Adenauer im Februar 1951 schließlich nach.

Das Begräbnis von Hans Böckler glich einem Staatsbegräbnis, auf seiner Trauerfeier sprachen u.a. Konrad Adenauer und Bundespräsident Theodor Heuss. Hans Böckler wurde auf dem Kölner Friedhof Melaten beigesetzt. Der Bildhauer Ludwig Gies entwarf den Grabstein in Form des Gewerkschaftssymbol des Zahnrades. Der Grabstein ist mit einem Zitat von Georg Herwegh versehen „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“.

Die Universität zu Köln verlieh 1948 Hans Böckler wegen seinen großen Verdiensten für das Wohl des deutschen Arbeiters, die Ehrendoktorwürde.

Weitere Informationen zu Hans Böckler finden Sie direkt hier, unter Bestände / Nachlässe und Deposita.