Peter Pfister

Den Archivaren über die Schulter schauen – Einblicke in die Geheimnisse des Archivs ...

Dafür gab es in den letzten Monaten gleich zweimal Gelegenheit.

Tag der Archive im AdsD  © AdsDAm „Girls-Day“, am 27. April 2006, öffnete die Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Pforten für Schülerinnen aus Bonn und Umgebung. Dazu gehörte auch eine Führung durch das AdsD, an der ca. 40 Schülerinnen teilnahmen. Dabei wurde Wert darauf gelegt, den jugendlichen Besucherinnen durch die Präsentation interessanter Dokumente und ihrer Geschichte zu verdeutlichen, dass es sich es sich bei der Archivarbeit keineswegs um eine „staubtrockene“ Tätigkeit handelt. Auch in die Vielfalt archivarischer Tätigkeit wurden erste Einblicke vermittelt. Dazu gehörten Informationen über die Pflege von Kontakten zu Politikerinnen und Politikern und den registraturbildenden Organisationen von SPD und Gewerkschaften, über die Aufbereitung von Beständen, aber auch Einblicke in die Rolle der EDV im AdsD, die Problematik von Erhalt und Restaurierung von Aktenbeständen und in die Ausstellungs- und Publikationstätigkeit des Archivs,

Wenige Tage später, am 5. Mai 2006, dem „Tag der Archive“, lud das AdsD erneut in seine Räume ein. Dieses Jahr stand der archivische „Tag der offenen Tür“ unter dem Motto: „Der Ball ist rund“ – geht doch auch an den Archiven die Begeisterung für die Fußball-Weltmeisterschaft nicht spurlos vorbei.

Über 100 Interessenten fanden den Weg ins Archiv. Sie konnten sich schon eingangs darüber informieren,Tag der Archive im AdsD © AdsD wie eng doch manchmal Fußball und Politik zusammenhängen. In mehreren Vitrinen waren Flugblätter, Plakate, Trikots und andere Werbemittel der SPD ausgestellt, die einen Brückenschlag zwischen Fußball und Politik darstellten, darunter mehrere Fußbälle mit dem SPD-Logo zur Europawahl 2004 und ein Fußballtrikot mit dem Namenszug Gerhard Schröders. Nachdem sich die Besucher durch einen Film über die Geschichte des AdsD informiert hatten, wurden sie in mehreren Gruppen durch die Magazinräume geführt. Dort, wo unter normalen Umständen kein Besucher Zutritt hat, konnten sie einen Blick in die Bestände von Helmut Schmidt, Willy Brandt, Herbert Wehner und anderer prominenter Persönlichkeiten der deutschen Politik werfen. Auch die umfangreichen Bestände der Gewerkschaften und des DGB beeindruckten die Besucher sichtlich. Abgerundet wurde die Führung durch die Präsentation der historischen Fahnensammlung, der Flugblatt- und Plakatsammlung sowie der Sammlung von politischen Abzeichen. Auch über die Arbeit und die Bestände in den Bild-, Ton- und Videoarchiven des AdsD wurde anhand von Beispielen informiert. In Gesprächen mit den Mitarbeitern des Archivs erfuhren die Besucher darüber hinaus, wie die riesigen Bestände des AdsD für die historische Forschung nutzbar gemacht werden.

Als sich gegen 17 Uhr die Magazinräume wieder schlossen, herrschte sowohl bei den Archivmitarbeitern als auch bei den Besuchern die einhellige Meinung, dass dieser dritte „Tag der offenen Tür“ des AdsD ein voller Erfolg war.