Das Layout dieser Seite wird mit CSS umgesetzt. Wenn Sie diesen Hinweis sehen, kann Ihr Browser CSS nicht darstellen.
Die Seite bleibt trotzdem voll funktionsfähig.
Hier finden Sie einen standard-konformen Browser: www.mozilla.org.
Wappen des Landes Brandenburg, Link zum Regionalbestand

 

Otto Wels

Otto Wels

Bestand: 0,10 lfd.m.
Laufzeit: 1933 - 1939

Lebensdaten: * 15.9.1873 † 16.9.1939

Otto Wels wurde am 15. September 1873 als Sohn eines Gastwirts in Berlin geboren. Von 1879-1891 besuchte er die Volksschule und schloß eine Lehre als Tapezierer in Berlin an. 1891-1906 arbeitete er als Tapezierer in Regensburg, München und Berlin.
1891 trat Otto Wels der SPD bei und nahm 1902 zum ersten Mal an einem Parteitag teil.
1906 leistete er hauptamtliche Gewerkschaftsarbeit im Verband der Tapezierer und wurde Mitglied der Pressekommission des "Vorwärts".
Ab 1907 war er Bezirkssekretär der SPD für die Provinz Brandenburg.
Am 12. Januar 1912 zog Wels erstmals für die SPD in den Reichstag ein.
1913 auf Vorschlag von August Bebel in den Parteivorstand der SPD gewählt, übernahm er den Vorsitz der Pressekommission des "Vorwärts".
Während des Ersten Weltkriegs war Wels für die Büroarbeit der SPD-Reichstagsfraktion verantwortlich.
Am 9. November 1918 wurde Otto Wels Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats und am Tag darauf Stadtkommandant von Berlin. Bei den "Weihnachtskämpfen" um Schloß und Marstall in Berlin setzten ihn radikal-revolutionäre Matrosen kurzzeitig fest. Nach seiner Befreiung durch regierungstreue Truppen trat er als Stadtkommandant zurück und beteiligte sich an der Vorbereitung der Wahl zur Nationalversammlung, als deren Mitglied er 1919-1920 auch wirkte.
1919 wurde Wels gemeinsam mit Hermann Müller zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt. Im März 1920 stellte er sich an die Spitze des Generalstreiks gegen den Putsch von Walther von Lüttwitz und Wolfgang Kapp. Nach dessen Zusammenbruch forderte er den Rücktritt von Reichswehrminister Gustav Noske, lehnte aber die Übernahme des Ministeramts ab.
Von 1920 bis 1933 war er Mitglied des Reichstags. In seiner letzten Reichstagsrede am 23. März 1933 begründete Wels die Ablehnung des nationalsozialistischen Ermächtigungsgesetzes durch die Reichstagsabgeordneten der SPD.
1923 wurde Wels Mitglied in der Exekutive und im Büro der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI). Unter seiner maßgeblichen Beteiligung wurde 1924 zum Schutz der Weimarer Republik das "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" gegründet. Nach der Regierungsübernahme des Kabinetts Brüning 1930 war Wels der entscheidende Befürworter der "Tolerierungspolitik". 1932 gehörte er zu den Organisatoren der "Eisernen Front" gegen den Vormarsch der NSDAP.
Auf Beschluß der Parteiführung ging Wels im Mai 1933 zunächst ins Saarland und später nach Prag, um die Exilorganisation der SPD aufzubauen, 1938 nach Paris.
Otto Wels starb am 16. September 1939 in Paris.

Persönliche Papiere (Reisepässe, auch von Antonie Wels, polizeiliche Anmeldungen, Reisegenehmigungen, Führerschein u.ä).

Otto Wels im Online-Katalog der Bibliothek der FES