Marie Juchacz
Bestand: 0,65 lfd.m.
Laufzeit: 1941 - 1955
Lebensdaten: * 15.3.1879 † 28.1.1956
Marie Juchacz geb. Gohlke wurde in Landsberg/Warthe geboren. Sie arbeitete nach Beendigung der Volksschule zunächst als Dienstmädchen, Fabrikarbeiterin und Krankenwärterin, erlernte anschließend das Schneiderhandwerk und arbeitete bis 1913 in diesem Beruf. Bereits 1907 war sie als Vorsitzende eines Bildungsvereins in Schöneberg tätig, nachdem sie sich der sozialdemokratischen Frauenbewegung angeschlossen hatte. 1913 wurde sie als Parteisekretärin nach Köln berufen und 1917 in den sozialdemokratischen Parteivorstand gewählt. Als erste Frau kam sie 1919 als Abgeordnete der SPD im Deutschen Reichstag zu Wort und wurde dem Beirat der deutschen Friedensabordnung zugeteilt. Sie war Vorsitzende des Hauptausschusses der von ihr gegründeten Arbeiterwohlfahrt. 1933 eröffnete sie in Saarbrücken ein Speisehaus und ging nach der Saarabstimmung 1935 nach Frankreich und 1941 nach Amerika, wo sie nach Kriegsende eine Hilfsorganisation für Deutschland aufbaute. Weiterhin war sie führend in der Arbeiterwohlfahrts-Organisation tätig. 1949 kehrte Juchacz nach Deutschland zurück, wo als Ehrenvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt bis zu ihrem Tode tätig war.
Persönliche Unterlagen, Korrespondenz, Materialsammlung betr. sozialdemokratische und allgemeine Frauenbewegung, Unterlagen für Frauenbiographien
Marie Juchacz im Online-KatalogBibliothek der FES
