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Akten des Bundesvorstandes des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB)

Plakat des ADGB zusammen mit der SPD zur Maifeier, 1929

Bestand: (DGB-Archiv) 1,40 lfd.m., (AdsD-Bestand) 31,50 lfd.m.
Laufzeit: (DGB-Archiv) 1917 - 1933, (AdsD-Bestand) 1889 - 1937

inklusive Vorläuferorganisationen
(Stand: 30.6.2003)

Die Akten des ADGB-Bundesvorstandes wurden bei der Gewerkschaftshausbesetzung der Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 beschlagnahmt. Ein undatiertes Repertorium (Bundesarchiv-Koblenz, NS 26/933) gibt mit Vorbehalt Auskunft über den Umfang der Beschlagnahme. Diese Akten wurden bis 1937 zur zentralen Ordnung und politischen Auswertung beim Amt für Information, Abteilung politische Gewerkschaftsfragen, der DAF in Berlin, verzeichnet. Da die Auswertung nicht unbedingt zuverlässig war, wurde ab Mai 1937 ein Sachverständiger vom SD-Hauptamt hinzugezogen, der politisch wichtige Vorgänge aus diesen Akten entnahm und zur weiteren Bearbeitung an das SD-Hauptamt II/121 im Original weiterleitete. Politisch unerhebliche Vorgänge wurden an das Arbeitswissenschaftliche Institut der DAF zur Auswertung übergeben (Vgl. Vermerk über Vereinbarung zwischen DAF und SD vom 30.4.1937, in Bundesarchiv-Koblenz R 58/447, Blatt 88f).

Die in diesem Repertorium aufgeführten Akten wurden von den Amerikanern im Keller eines ehemaligen SPD-Gebäudes gefunden und Anfang der 50er Jahre dem August-Bebel-Institut in Berlin übergeben. Ende der 50er Jahre wurde dieser Bestand als Depositum der Historischen Kommission zu Berlin zur Verfügung gestellt. Inzwischen befinden sich diese Akten im AdsD und sind mit den bereits im Archiv vorhandenen Akten des ADGB zu einem Bestand zusammengeführt und unter der Signatur 5/ADGB einsehbar. Weiteres Aktenschriftgut des ADGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften befindet sich im ehemaligen FDGB-Archiv, heute: „Stiftung der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR im Bundesarchiv".

Der vorliegende Aktenbestand ist in dem o.a. Repertorium nicht aufgeführt. Er soll von dem ehemaligen Büro des Gewerkschaftsrates der vereinten Zonen in Frankfurt/M. nach seiner Auflösung (Ende 1949) gemeinsam mit den Akten des Büros nach Düsseldorf überführt worden sein. Wie dieser „ADGB-Restbestand" nach Frankfurt/M. kam, ist nicht mehr nachvollziehbar. Neben diesen Akten, bei denen es sich weitgehend um kleine Routine- und Gelegenheitskorrespondenzen handelt, die alphabetisch abgelegt und keine Aufnahme in die Sachakten fanden, wurden verstreute Faszikel einzelner ADGB-Bezirke und -Ortsausschüsse, die in den 60er Jahren dem DGB-Archiv übergeben wurden, systematisch diesem Bestand zugeordnet.

Bei Veröffentlichungen aus diesem Bestand sollte wie folgt zitiert werden:

DGB-Archiv im AdsD:
Bestand: Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund (ADGB), Signatur 5/DGAE (Aktennummer)

Da der Erhaltungszustand der meisten Akten eine Benutzung nicht zuläßt, wurden diese Materialien restauriert und verfilmt und können über Lesegeräte eingesehen werden.