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FES / AdsD / Über das Archiv / Geschichte / Zu retten was sonst unwiederbringlich verloren geht

Geschichte des AdsD

Der Neuanfang - Die Wiedergründung des SPD-Archivs

"Das Archiv der Partei muss von Grund auf neu aufgebaut werden. Es ist praktisch nichts da, keine 100 Bücher, keine Manuskripte, keine Fotokopien, nur ein grosser leerer Raum. Es ist eine dankbare Aufgabe, die viel Findigkeit erfordert, zumal wir möglicherweise in den nächsten Jahren geldknapp sein werden. [...] Die Aufgabe ist sehr schwierig, und sie erfordert eine konzentrierte Bemühung. Archivar zu sein, bedeutet selbstlos zu sein und andere Aufgaben und Passionen aufzugeben." 1
Fritz Heine und Kurt SchumacherDiese, im Juli 1946 von Fritz Heine niedergeschriebenen Sätze zeigten, dass dem SPD-Vorstand schon vierzehn Monate nach der "bedingungslosen Kapitulation" des Deutschen Reichs die Neugründung des sozialdemokratischen Parteiarchivs am Herzen lag. In den Trümmern der totalen Niederlage war seit dem Frühjahr 1945 wieder sozialdemokratisches Leben entstanden: Auf örtlicher, regionaler und Länderebene fanden Sozialdemokraten zusammen und organisierten sich neu. Bereits am 6. Mai 1945 erhob Kurt Schumacher in seinem Grundsatzreferat "Wir verzweifeln nicht" 2 den überregionalen Führungsanspruch der SPD beim Neubau eines demokratischen deutschen Staates sowie seinen eigenen Führungsanspruch innerhalb der SPD. Auf der ersten Konferenz der SPD in Wennigsen bei Hannover im Oktober 1945 hatte man sich, nach Auseinandersetzungen mit den Vertretern der Führung der Sozialdemokratischen Partei in der Sowjetischen Besatzungszone, darauf geeinigt, dass Schumacher - "bis zur Verwirklichung der Reichseinheit und damit der Parteieinheit" 3 - der politische Beauftragte der drei westlichen Besatzungszonen sei. Das Ziel der "Parteieinheit" wurde allerdings mit der in der Sowjetischen Besatzungszone von den Kommunisten betriebenen und von den Sowjets forcierten Fusion von SPD und KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) im April 1946 obsolet. Kurt Schumacher, der auf dem ersten Nachkriegsparteitag der SPD im Mai 1946 in Hannover zum Vorsitzenden gewählt wurde, bezog hierzu eine klare Position: "Eine Demokratie mit Einheitspartei oder Einheitslisten ist keine Demokratie, sondern ist das Gegenteil: Diktatur." 4 Zu weiteren besoldeten Mitgliedern des Parteivorstands wurden Erich Ollenhauer, Fritz Heine, Alfred Nau 5 und Herbert Kriedemann 6 gewählt - jeder dieser Vier kannte das alte Parteiarchiv der SPD aus eigenem Erleben und so orientierten sich auch die Planungen für das neue SPD-Archiv an seinem Vorläufer: Es sollte wieder ein historisches Archiv mit angeschlossener Bibliothek geschaffen werden.
Den Grundstock des neuen Parteiarchivs sollte die in London, dem letzten Sitz der Sopade, entstandene Registratur des Exilparteivorstands bilden. Die in den Prager Exiljahren (1933-1938) entstandenen Bestände an Akten und Druckschriften waren ab 1936 aus Sicherheitsgründen nach Kopenhagen in die Obhut des Socialdemokratisk Forbund i Danmark gegeben worden. 1939 waren die mittlerweile fünfzehn Kisten Archivmaterial "auf Grund der im Augenblick bestehenden Situation" 7 nach Schweden an den Vorstand der Sveriges Socialdemokratiska Arbetareparti expediert worden. Seitdem galten sie als verschollen. Die Londoner Archivmaterialien, die 28 Mappen, acht Pakete, einen Koffer sowie zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften umfassten 8, sollten von Friedrich Salomon nach Deutschland überführt werden. Salomon war bereits am 28. Mai 1946 gebeten worden, "die Leitung des Archivs der Partei zu übernehmen" 9 - eine Aufgabe, die er nur zu gerne akzeptierte: "Ich freue mich sehr darueber und danke Euch herzlich. Du weisst ja wie wohl wenige von meinen Freunden, wie sehr ich mich in den Jahren der Emigration bemueht habe, die Wiedererrichtung des Archives vorzubereiten." 10 Da Friedrich Salomon wenige Tage später, am 1. August 1946, plötzlich verstarb, organisierte schließlich Erich Ollenhauer den Transport der Materialien nach Deutschland, die dann im September 1946 in Hannover eintrafen. 11 Weitere Archivalien, die der Parteivorstand bei einem Spediteur in einem Pariser Vorort deponiert hatte, hatten inzwischen ebenfalls ihren Weg nach Hannover gefunden: "Als ich mich zu der von Erich [Ollenhauer] angegebenen Adresse begab, fand ich tatsächlich auf einem Speicher versteckt einige Kisten mit grünen Berichten 12, Briefen, Aktenordnern usw. Der Spediteur hatte die Kisten gut versteckt und sagte mir, es sei ihm auch gelungen, die Gestapo an der Nase herum zu führen, die dort nach dem PV-Archiv gesucht habe. [...] Erst in der Silvesternacht 1945/46 konnte ich die Kisten aus Frankreich schaffen und kurz danach nach Hannover bringen. Es stellte sich heraus, daß es sich bei dem Inhalt vorwiegend um Archivbestände von Stampfer handelte." 13
Wie zu Zeiten des alten Parteiarchivs wurde wieder in den Veröffentlichungen der Partei für das Archiv geworben: "Das Zentral-Archiv der SPD soll die geistige Hilfsquelle unserer Redner, Journalisten, Propagandisten werden. Wenn jeder Besitzer von sozialistischem Schrifttum etwas beisteuert, wird das Zentral-Archiv bald seine wichtige Aufgabe erfüllen können." 14 So konnte das SPD-Jahrbuch 1946 bereits von ersten Ansätzen zur Wiedergründung des Zentralarchivs und die Anlegung eines Film-, Foto- und Bildarchivs berichten. 15
Rudolf Rothe Der eigentliche Neuaufbau des Parteiarchivs begann allerdings erst mit der Berufung von Rudolf Rothe 16 zum Archivleiter am 1. Dezember 1947. "Rothes ausgezeichnete Kenntnis der sozialdemokratischen Geschichte und der sozialistischen Literatur sowie Erfahrungen, die er auf dem Gebiet des Partei-Bibliothekswesens in Leipzig - wegen seiner Gegnerschaft gegen den Zusammenschluss von SPD und KPD war er aller Ämter enthoben und in das Bezirks-Archiv der SED Leipzig ‚verbannt' worden - sammeln konnte, befähigten ihn für diese Aufgabe, der er sich mit leidenschaftlichem Eifer unterzog." 17 Rudolf Rothe vollbrachte es, "unter schwierigen äußeren Umständen, mit geringen finanziellen Mitteln und in räumlicher Enge [...], durch den Erwerb von Zeitungs- und Zeitschriftenjahrgängen, Handbüchern, Protokollen und einem großen Teil der Parteiliteratur sowie wichtigen Nachlässen" 18 das Parteiarchiv zu einer ansehnlichen Sammlung auszubauen. So gelang es ihm dank seiner ausdauernden Bemühungen den Bestand der Archivbibliothek auf über 15.000 Titel zu vergrößern und u.a. die Nachlässe von Wilhelm Dittmann, Carl Giebel 19, Alfred Henke 20, Paul Kampffmayer, Hermann Müller 21, Bruno Schoenlank 22 und Carl Severing 23 für das Archiv zu erwerben. Die gleiche unermüdliche Hingabe zeigte Rothe bei der Beantwortung von Anfragen und bei der Beratung und Betreuung von Archivbenutzern - davon zeugt die Korrespondenz aus seiner Amtszeit. Als Rudolf Rothe 1961 wegen einer schweren Erkrankung ausscheiden musste, war dies ein mehr als herber Verlust für das Parteiarchiv.
Paul MayerIm April 1962 übernahm Paul Mayer die Leitung von Archiv und Bibliothek beim SPD-Parteivorstand. Mayer machte sich daran, einen systematischen Katalog aufzubauen und die vorhandenen Bestände planmäßig zu ergänzen. So konnten die Nachlässe von Gustav Noske, Emil Barth 24 und Felix Fechenbach 25 für das Parteiarchiv erworben werden. Die Bestände des Archivs wurden rege genutzt; die SPD vermerkte nicht ohne Stolz: "Von 1964 bis 1967 haben 321 Personen das Archiv zu längerem Studienaufenthalt in Anspruch genommen; mehr als 100 Dissertationen und 9 Habilitationsschriften wurden hier erarbeitet."26
In die Amtszeit Mayers fällt auch der spektakulärste Fund in der Geschichte des sozialdemokratischen Parteiarchivs: die Wiederentdeckung der verschollen geglaubten Prager Sopade-Registratur. Schon 1948 hatten erste Nachforschungen, vorangetrieben von Kurt Heinig, des Parteivorstands, nach dem Verbleib dieser Unterlagen eingesetzt - allerdings ohne Ergebnis: "Entsinne ich mich recht, habe ich schon einmal vor zwei Jahren versucht, eine Spur zu finden. Diesesmal werde ich noch systematischer suchen." 27 Doch erst drei Jahre nach dem neuerlichen Versuch Heinigs, den Verbleib der Emigrationsakten zu klären, kam es 1953 zu einem ersten Erfolg: Im Keller des Gebäudes des Schwedischen Gewerkschaftsbundes "Landsorganisationen i Sverige, LO" wurden zwei Kisten mit Materialien der Sopade gefunden. Diese wurden Ende 1953 an den SPD-Parteivorstand in Bonn überstellt. 28 Im Rahmen der Recherchen zu seiner Darstellung der Archivgeschichte nahm Paul Mayer Mitte der sechziger Jahre die Nachforschungen wieder auf. Diese nahmen im September 1967 ein glückliches Ende: "Karl Rowold 29 und Karl Ilgner 30 haben sich anhand der ihnen zur Verfügung gestellten Informationen und dokumentarischen Unterlagen in den letzten Wochen darum bemüht, und zwar mit überraschendem Erfolg. 13 von den 15 Archivkisten wurden im Keller der schwedischen Gewerkschaftszentrale aufgefunden." 31 Die Unterlagen, das Prager Sopade-Archiv, waren in einem abgetrennten Kellerraum der schwedischen Gewerkschaftszentrale deponiert, vor dessen Tür die 1953 bereits nach Bonn gegebenen zwei Kisten gestanden hatten. Am 11. Februar 1968 konnte der Parteivorsitzende Willy Brandt diese Akten in einer Feierstunde offiziell für die SPD übernehmen: "Unser herzlicher Dank gilt Ihnen, meine schwedischen Freunde, dass Sie das Archiv fast drei Jahrzehnte bei sich beherbergt und so sicher gehütet haben, dass wir es jetzt vollständig und unversehrt übernehmen können." 32 Die Akten selber wurden im Mai 1968 nach Bonn in die Obhut des SPD-Parteiarchivs überführt.

 

Fussnote 1: Schreiben Heine an Wilhelm Sternfeld, 15.7.1946, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Kurt Schumacher, Mappe 69; Wilhelm Sternfeld (1888-1973), Journalist und Schriftsteller, seit 1916 SPD-Mitglied, 1933 Flucht nach Frankreich, 1935 in die CSR, 1939 nach Großbritannien.Zurück

Fussnote 2: Wir verzweifeln nicht, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Kurt Schumacher, Mappe 34; Kurt Schumacher (1895-1952), studierte nach schwerer Verwundung im I. Weltkrieg Rechtswissenschaften und Nationalökonomie, seit 1918 SPD-Mitglied, 1924-1931 Mitglied des Landtags Württemberg, 1930-1933 des Reichstags, 1924 Mitbegründer des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, 1933-1944 in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern, 1946-1952 Vorsitzender der SPD, 1949-1952 Mitglied des Bundestags und Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.Zurück

Fussnote 3: Rundschreiben an die Bezirksvorstände der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in den 3 westlichen Besatzungszonen, Mitte Oktober 1945, in: AdsD, SPD-Parteivorstand, Kurt Schumacher, Mappe 162.Zurück

Fussnote 4: Protokoll der Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 9. bis 11. Mai 1946 in Hannover, Hamburg 1947, S. 48f.Zurück

Fussnote 5: Alfred Nau (1906-1983), von Beruf Versicherungskaufmann, seit 1923 SPD-Mitglied, 1928 Volontär beim SPD-Parteivorstand, danach bis 1933 Mitarbeiter des Hauptkassierers der SPD Konrad Ludwig, nach 1933 illegale Tätigkeit, 14 Monate inhaftiert, 1942-1945 Soldat, 1945 Mitarbeiter im Büro Schumacher, ab 1946 Mitglied des SPD-Parteivorstands, 1946-1975 Hauptkassierer (Schatzmeister) der SPD, bis 1983 Vorstandsvorsitzender der 1947 wiedergegründeten Friedrich-Ebert-Stiftung; Konrad Ludwig (1880-1935), von Beruf Schreiner, 1907 SPD-Parteisekretär in Hagen-Schwelm, 1917 USPD, 1919-1924 Mitglied des Preußischen Landtags, 1920-1933 Mitglied des Reichstags, 1921 Hauptkassierer der USPD, 1922-1931 Hauptkassierer der SPD; siehe auch: Werner Plum: Konrad Ludwig und die jungen Volontäre der Sozialdemokratie. Ein Hörbericht über den Gründer der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 1987.Zurück

Fussnote 6: Herbert Kriedemann (1903-1977), Agrarwissenschaftler, seit 1925 SPD-Mitglied, 1930-1933 Angestellter der Werbeabteilung des SPD-Parteivorstands, 1934 Exil in der CSR, 1936 in die Niederlande, nach dem deutschen Einmarsch 1940 zu 2 respektive 3 Jahren Haft wegen Hochverrats verurteilt, 1946-1949 besoldetes Mitglied des Parteivorstands, 1949-1972 Mitglied des Bundestages.Zurück

Fussnote 7: Schreiben Hedtoft-Hansen an Ollenhauer, 17.4.1939, in: AdsD, Bestand Sopade/Emigration, Mappe 122.Zurück

Fussnote 8: Archivmaterial des PV in London (maschinenschriftlich), in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Sign. 2/PVAC000023.Zurück

Fussnote 9: Schreiben Sozialdemokratische Partei Deutschland. Der Parteivorstand (Heine) an Salomon, 28.5.1946, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Kurt Schumacher, Mappe 68.Zurück

Fussnote 10: Schreiben Salomon an Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Heine), 27.6.1946, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Kurt Schumacher, a.a.O.Zurück

Fussnote 11: Korrespondenz Ollenhauer - Alfred Metz, Juli-September 1946, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Kurt Schumacher, Mappe 91; Alfred Metz, Hamburger Sozialdemokrat, Näheres nicht ermittelt.Zurück

Fussnote 12: Die Deutschlandberichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die von 1934 bis April 1938 in Prag und dann von Juli 1938 bis April 1940 in Paris herausgegeben wurden, wurden wegen der Farbe des Papiers auch "Grüne Berichte" genannt.Zurück

Fussnote 13: Schreiben Günter Markscheffel an Nau, 8.2.1968, in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Sign. 2/PVAI000705; Günter Markscheffel (1908-1990), von Beruf Journalist, seit 1927 SPD-Mitglied, 1933 nach Untersuchungshaft Flucht in das Saargebiet, 1935 nach Frankreich, 1939 Internierung, danach im Untergrund in Südfrankreich, 1945 Rückkehr nach Deutschland, 1948-1957 Vorsitzender des SPD-Bezirks Rheinhessen, 1950-1957 Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz, 1957-1970 Chefredakteur des Sozialdemokratischen Pressedienstes.Zurück

Fussnote 14: Sozialdemokratische Partei Hessen-Pfalz: Rundschreiben Nr. 4, 5.8.1946, S. 8, in: AdsD, FES-Sammlung, Ordner 1.Zurück

Fussnote 15: Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 1946. Herausgegeben vom Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Göttingen 1947, S. 39.Zurück

Fussnote 16: Rudolf Rothe (1897-1969), von Beruf Metallarbeiter, 1918 Eintritt in die USPD, ab 1922 SPD, Mai-November 1933 "Schutzhaft" danach illegale Tätigkeit, 1934-1945 zunächst Zuchthaus, dann Konzentrationslager Buchenwald, 1945 Mitgründer der SPD im Bezirk Leipzig, 1946 Absetzung als Organisationssekretär und Redeverbot, November 1947 Flucht nach Westdeutschland. Zurück

Fussnote 17: Rudolf Rothe (maschinenschriftlich), o.Verf., o.D., in: AdsD, Bestand SPD-Parteivorstand, Sign. 2/PVCA000005.Zurück

Fussnote 18: Susanne Miller: Rudolf Rothe und Paul Mayer zum Gedenken, in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Im Auftrage der Historischen Kommission zu Berlin herausgegeben von Henryk Skrzypczak, 1971, Heft 11/12, S. 120.Zurück

Fussnote 19: Carl Giebel (1878-1930), von Beruf Büroangestellter, seit 1899 SPD-Mitglied, 1912-1928 Mitglied des Reichstags bzw. der Nationalversammlung.Zurück

Fussnote 20: Alfred Henke (1868-1946), von Beruf Zigarrenmacher, 1895 SPD-Funktionär in Altona, 1919-1922 Mitglied der USPD, 1912-1918 und 1919-1932 Mitglied des Reichstags.Zurück

Fussnote 21: Hermann Müller (1876-1931), von Beruf Handlungsgehilfe, 1893 Eintritt in die SPD, seit 1906 Mitglied des Parteivorstands, 1919-1927 einer der Parteivorsitzenden der SPD, 1916-1931 Mitglied des Reichstags bzw. der Nationalversammlung, 1919-1920 Reichsaußenminister, 1920 und 1928-1930 Reichskanzler.Zurück

Fussnote 22: Bruno Schoenlank (1859-1901), Schriftsteller und Journalist, seit Anfang der 1880er Jahre in der Sozialdemokratie tätig, ab 1893 Mitglied des Reichstags.Zurück

Fussnote 23: Carl Severing (1875-1952), von Beruf Schlosser, seit 1893 SPD-Mitglied, 1919-1933 Mitglied des Preußischen Landtags, 1907-1912 und 1919-1933 Mitglied des Reichstags bzw. der Nationalversammlung, 1920-1921, 1921-1926 und 1930-1932 Preußischer Innenminister, 1928-1930 Reichsinnenminister, ab 1947 Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen.Zurück

Fussnote 24: Emil Barth (1879-1941), von Beruf Klempner, ab 1908 SPD-Mitglied, 1917-1921 USPD, 1918 Mitglied im Rat der Volksbeauftragten.Zurück

Fussnote 25: Felix Fechenbach (1894-1933), von Beruf Handlungsgehilfe, ab 1912 Mitglied der SPD, Redakteur an sozialdemokratischen Zeitungen, 1933 "Schutzhaft" während der Überführung in das Konzentrationslager Dachau erschossen.Zurück

Fussnote 26: Unser Parteiarchiv, in: Jahrbuch 1966/1967. Hrsg.: Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Bonn/Bad Godesberg o.J., S. 192f.Zurück

Fussnote 27: Schreiben Kurt Heinig an Heine, 9.6.1950, in: AdsD, Bestand Sopade/Emigration, Mappe G 133; Kurt Heinig (1886-1956), von Beruf Lithograph, ab 1906 SPD-Journalist und -Redner, 1927-1933 Mitglied des Reichstags, 1933 Exil in Dänemark, 1940 Flucht nach Schweden, nach dem Krieg Vertreter des SPD-Parteivorstands in Schweden.Zurück

Fussnote 28: Schreiben Rothe an Arbetarrörelsens Arkiv, 5.1.1954, in: AdsD, SPD-Parteivorstand, Mappe Sopade-Archiv (Geschichte und Wiederauffindung).Zurück

Fussnote 29: Karl Rowold (1911-1993), von Beruf Lagerist, seit 1928 SPD-Mitglied, 1933 verhaftet, Ende 1933 Flucht nach Dänemark, 1944 nach Schweden. 1945 Rückkehr nach Dänemark, ab 1950 im deutschen diplomatischen Dienst, zuletzt Botschafter in Island.Zurück

Fussnote 30: Karl Ilgner (1895-1965), Jurist, seit 1913 SPD-Mitglied, 1931-1933 Leiter der Rechtsabteilung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, 1933 Exil in der CSR, ab 1938 in Schweden.Zurück

Fussnote 31: Aktennotiz Mayer an Nau, 8.9.1967, in: AdsD, SPD-Parteivorstand, a.a.O.Zurück

Fussnote 32: Redemanuskript, o.D., in: AdsD, SPD-Parteivorstand, a.a.O.; Willy Brandt (1913-1992), 1930 SPD, 1931 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, 1933 Flucht nach Norwegen, 1940 nach Schweden, 1948 Vertreter des SPD-Parteivorstands in Berlin, 1957-1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1966-1969 Bundesaußenminister, 1969-1974 Bundeskanzler, 1971 Friedensnobelpreis, ab 1964 Vorsitzender und ab 1987 Ehrenvorsitzender der SPD, 1976-1992 Präsident der Sozialistischen Internationale.Zurück