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FES / AdsD / Ausstellungen / Ausstellungseröffnungen

Eröffnung von Ausstellungen aus dem AdsD

Erich Kuby. Aufzeichnungen. Mein Krieg 1939 – 1945.
Ausstellungseröffnung am 03.05.2011 in Bonn

Am 3.5.2011 eröffnete die Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie, Dr. Anja Kruke, die Wanderausstellung „Erich Kuby. Aufzeichnungen. Mein Krieg 1939 – 1945.

In ihrer Begrüßung wies sie darauf hin, dass die Wanderausstellung in Kooperation der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Freundeskreis Willy-Brand-Haus e.V. anlässlich des 100. Geburtstages des Journalisten Erich Kuby 2010 entstanden ist.  Im gleichen Jahr wurde sie im Willy-Brandt-Haus in Berlin erstmalig gezeigt.

 

 

Anschließend rekapitulierte Frau Dr. Susanna Böhme-Kuby die Entstehung der Ausstellung, die sie zusammen mit Benedikt Kuby kuratierte.

In seinem Vortrag zur Ausstellungseröffnung erläuterte der Historiker Prof. Dr. Jost Dülffer die Bedeutung Kubys für den kritischen Journalismus in der Bundesrepublik.

Die Person Erich Kuby wird in erster Linie mit kritischem Journalismus verbunden: als mahnende Instanz, als brillanten Redner, als Verfasser von unzähligen journalistischen Tagesarbeiten und zahlreichen Büchern. Darüber hinaus war er Autor von Drehbüchern und Hörspielen.

Erich Kuby, der später oft als „linkes Gewissen“ bezeichnet wurde, bezog seine politische Sichtweise zu Anfangs nicht aus rein theoretischen Weltanschauungen, sondern aus dem eigenen Erfahren der Wirklichkeit. Nicht zuletzt seine Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg waren mit ein Grund dafür, dass er das deutsche Identitätsgefühl kritische hinterfragte. Daher können diese Erlebnisberichte, die er insbesondere 1975 zu dem Buch „Mein Krieg“ zusammenfasste, als eine Art Wurzel seines journalistischen Schaffens angesehen werden.

Fühlte sich Erich Kuby als Schreiber der kritischen und dadurch scharfen Analyse der Dinge verpflichtet, so konnte er sich im Zeichnen von diesem Anspruch lösen und die Dinge so festhalten, wie sie sich vor seinen Augen zeigten.

In dieser Wanderausstellung sind Teile seiner Kriegsaufzeichnungen mit seinen zeitgleich entstandenen Zeichnungen verbunden. Letztere zeigen einen bislang nahezu unbekannten Erich Kuby: ein stiller Beobachter, der das gesehene nur festhält, ohne dessen Entwicklung und Bedeutung detailliert ergründen zu wollen.
In Verbindung mit seinen Tagebucheinträgen aber erhalten seine Zeichnungen einen Kontext, der ihre zuweilen idyllische wirkende Ikonographie eindrucksvoll ergänzt.

Die Ausstellung ist bis zum 24. Juni in der Galerie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sehen. Der Katalog zur Ausstellung ist kostenlos.