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FES / AdsD

Das Archiv der sozialen Demokratie soll dafür sorgen, daß stolze Seiten und gute Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte weder ausgespart noch falsch gezeichnet werden.

Es soll, um ein bekanntes Wort abzuwandeln, auch dazu beitragen, daß die Wirklichkeit nicht nur unterschiedlich interpretiert, sondern daß sie verändert wird - verändert in Richtung auf die zunehmende Verwirklichung der sozialen Demokratie.

Mit diesen Worten eröffnete Willy Brandt am 5. Juni 1969 das AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Blick in die Magazinräume des Archivs

Archive sind als Aufbewahrungsorte historischer Dokumente nicht nur Werkstätten der Geschichtsschreibung, sie haben auch selbst eine Geschichte. Die Geschichte des alten Parteiarchivs der SPD, in dessen Nachfolge das Archiv der sozialen Demokratie gegründet wurde, reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert.

 

Während des Verbots sozialdemokratischer Vereine und Zeitungen durch das Sozialistengesetz (1878-1890) war die SPD gezwungen, einen Teil ihrer politischen Arbeit von der Schweiz aus zu organisieren. Dort wurde 1882 auf der Züricher Parteikonferenz einstimmig die Gründung eines eigenen Archivs beschlossen. Hatte August Bebel schon 1878 im "Vorwärts" zur Gründung einer Parteibibliothek aufgerufen, so nahm jetzt im Schweizer Exil beides, Archiv und Bibliothek, erste Gestalt an. Hier wurden mit den Briefen und Unterlagen von Ferdinand Lassalle, dem Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), auch die ersten bedeutenden Archivalien aus der Geschichte der Arbeiterbewegung erworben. Von hier aus organisierte man aber auch so erfolgreich die illegale Verbreitung sozialdemokratischen Schrifttums im Deutschen Reich, daß auf Druck der deutschen Regierung die deutschen Sozialdemokraten 1888 des Landes verwiesen wurden. Es folgten weitere Jahre des Exils in London, wohin auch das Archiv, verpackt in 16 Kisten, verbracht wurde.