Der Hauptpreis des Jahres 2022 geht an
Michael J. Sandel für sein Buch „Vom Ende des Gemeinwohls — Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt“;
der Sonderpreis des Jahres 2022 geht an
Julia Friedrichs für ihr Buch „Working Class — Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können“.
Die Begründung der Jury
Michael J. Sandels Buch „Vom Ende des Gemeinwohls – Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt“ leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gerechtigkeitsdiskussion in Deutschland. Der Autor kritisiert die Orientierung der Einkommensverteilung an gängigen Leistungskriterien und zeigt, dass dadurch das Gemeinwohl als Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft vernachlässigt wird.
Julia Friedrichs liefert mit ihrem Buch „Working Class — Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können“ eine eindrucksvolle Dokumentation über das Phänomen „Armut trotz Arbeit“ in Deutschland. Sie verknüpft dabei aktuelle empirische Daten mit konkreten Lebenssituationen und zeigt auf, dass die Veränderung der Arbeitswelt über die letzten Jahrzehnte zu Beschäftigungsbedingungen geführt hat, die – auch unabhängig vom Bildungsgrad – viele Menschen von der Wohlstandsentwicklung im Land abgehängt haben.
Der Preis
Mit dem Preis wollen die Initiator_innen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler_innen ehren, die jenseits der volkswirtschaftlichen Standardtheorie oder des makroökonomischen Mainstreams neue Antworten auf die großen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen suchen. Ausgelobt wird der Preis jährlich von der Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Preisgeld des Hans-Matthöfer-Preises für Wirtschaftspublizistik beträgt 10.000,- Euro. Die Jury behält sich das Recht vor, jenseits der vorgegebenen Kriterien einen Sonderpreis für außerordentliche wirtschaftspublizistische Leistungen zu vergeben. Dieser Sonderpreis ist mit 5.000,- Euro dotiert.
Die Preisträger_innen 2022
Michael J. Sandel ist politischer Philosoph. Er studierte in Oxford und lehrt seit 1980 in Harvard.
Julia Friedrichs studierte Journalistik in Dortmund und Brüssel. Seitdem arbeitet sie als Autorin von Reportagen und Dokumentationen für die ARD, das ZDF und die Zeit.
Die Jury
Prof. Dr. Peter Bofinger (Universität Würzburg, ehem. „Wirtschaftsweiser“), Thomas Fricke (Chefökonom der European Climate Foundation, Kolumnist bei DER SPIEGEL) und Dr. Brigitte Preissl (ehem. Chefredakteurin der Fachzeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics).
Die Preisverleihung findet am 30. Mai 2022 ab 17.00 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin statt und bildet den Auftakt zum Kongress „Tag der Progressiven Wirtschaftspolitik“ am 31. Mai 2022. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, als Journalist_in können Sie sich bereits jetzt per Email akkreditieren: htms-preis@fes.de
Mehr Informationen zum Hans-Matthöfer-Preis finden Sie hier: https://www.fes.de/abteilung-analyse-planung-und-beratung/hans-matthoefer-preis-fuer-wirtschaftspublizistik