#MedienAkademie22, 3.-4.11. in Berlin, Fachtagung in Präsenz und Livestream

Mittwoch, 19. Oktober 2022

 
 
 
 
von Katja Arndt (Grafik) und Marje Saathoff (Illustration)
 

Dauerkrisensendung: Wie können Journalist_innen den Zustand der Welt noch abbilden?

Klimakatastrophe, der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, Pflegekrise, Preissteigerungen, Energiekrise und immer noch Corona – die Baustellen, die die Politik beschäftigen, sind kaum noch zu überblicken. Die Medien, die für Über- und Durchblick sorgen sollen, stehen vor einem Problem: Welche dieser gleichzeitig ablaufenden Entwicklungen stellen sie nach vorne? Wie schaffen sie es, die Lage der Welt möglichst umfassend zu präsentieren ohne wichtige Themen und Aspekte zu vernachlässigen? Und welche Rolle spielt die Agenda der Politik bei der Themensetzung? 

Der Kölner Journalismus-Professor Matthias Kurp spricht von der „Unkontrollierbarkeit von Multiproblemen“. Laut Dr. Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater, erfordert die Gleichzeitigkeit von Krisen einen Journalismus, der zunächst den Zusammenhang unterschiedlicher Krisen erkennt (z. B. Klima > fossile Abhängigkeit, Krieg & Inflation > fossile Abhängigkeit), um sie dann gleichzeitig und angemessen kontextualisiert behandeln zu können. Und der Medienwissenschaftler Dr. Stephan Weichert, sieht es als Aufgabe von Journalist_innen an, "Grautöne und Zwischentöne" herauszuarbeiten, um ein Gegengewicht zu der häufig von "Polemik und Pauschalität dominierten Kommunikation in den Sozialen Medien" zu bilden.

Wie gut gelingt es Formaten klassischer Medien, die aufeinander folgenden und einander verstärkenden globalen Krisen zu erklären, einzuordnen und zu bewerten? Nicht nur die Vielzahl paralleler Krisen, sondern auch die Geschwindigkeit, in der Nachrichten vor allem im Netz, aber auch in TV und Radio veröffentlicht werden, sind Herausforderungen für den Qualitätsjournalismus. Was machen Zeitdruck bei der Recherche und Verifikation, Personalmangel, Hass und Hetze sowie die Allgegenwärtigkeit von Krisen mit der mentalen Gesundheit von Journalist_innen?

 

 

Über all diese Fragen diskutieren mit Ihnen während der #MedienAkademie22 von Donnerstag bis Freitag, 3.-4. November 2022, in der FES Berlin unter anderem: 

  • Andrea Beer, ARD-Korrespondentin Ukraine
  • Ellen Heinrichs, Geschäftsführerin Bonn Institute
  • Dr. Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater, Autor
  • Hasnain Kazim, Journalist und Autor
  • Daniel Moßbrucker, Experte für die Themen Überwachung und Datenschutz
  • Martin Schulz, Vorsitzender Friedrich-Ebert-Stiftung e. V.
  • Leonie Sontheimer, freie Journalistin Collectext
  • René Träder, Psychologe und Journalist
  • Malte Werner, netzwerk recherche
  • Ulrike Winkelmann, taz Co-Chefredakteurin
 

 

Bis zum 26.10. können Sie sich zur #Medienakademie22 anmelden.

Die #MedienAkademie22 findet als zweitägige Präsenztagung am Donnerstag und Freitag, 3. und 4. November 2022, in der FES Berlin statt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Auszubildende und Studierende zahlen 25,00 Euro Seminarpauschale inkl. Übernachtung im Einzelzimmer und Vollverpflegung, alle anderen zahlen 50,00 Euro inkl. Übernachtung im Einzelzimmer und Vollverpflegung. Am Donnerstag, 3. November, findet zudem ab 18 Uhr eine hybride Abendveranstaltung statt, die kostenfrei vor Ort in der FES Berlin oder online besucht werden kann. 

 

 

Sie wollen noch mehr wissen? Alle Informationen zur #MedienAkademie22, zum kompletten Programm und der Anmeldung finden Sie hier.

von von Katja Arndt (Grafik) und Marje Saathoff (Illustration)
 



 
 

 

Über die Journalist_innenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Unsere Gesellschaft benötigt qualifizierte, unabhängige, kritisch denkende Journalist_innen, die neben professionellem journalistischen Handwerk auch über ein fundiertes Hintergrundwissen verfügen. In den Angeboten der Journalist_innenAkademie wird aus diesem Grund beides vermittelt: fundiertes Handwerk für alle Mediengattungen und auf der anderen Seite Hintergründe zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen, politischen Ereignissen, aktuellen Krisen und allem, was gesellschaftspolitisch relevant ist.

Journalist_innen beobachten, hinterfragen, entlarven, kommentieren und ordnen ein. Mit ihrem qualifizierten Informations-, Bildungs- und Dialogangebot unterstützt die Journalist_innenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung Kolleg_innen aus dem Berufsfeld Journalismus bei der Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe – mit keinem geringeren Ziel als der Förderung unserer Demokratie.

 

 

Weitere Informationen zur FES-Journalist_innenAkademie erhalten Sie auf unserer Internetseite.

Dort finden Sie auch die für unsere Veranstaltungen geltenden Teilnahmebedingungen.