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Kryptowerte sind längst kein Nischenphänomen mehr. Steuerlich werden Gewinne aus dem privaten Handel mit Bitcoin, Ether und Co. in Deutschland jedoch weiterhin außergewöhnlich privilegiert: Nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist können selbst sehr hohe realisierte Gewinne vollständig steuerfrei bleiben.
In unserer neuen Publikation „Die Kryptolücke schließen – Für eine gerechte Besteuerung digitaler Vermögenswerte“ zeigen wir, warum diese Sonderbehandlung kaum zu rechtfertigen ist. Während Arbeitseinkommen progressiv besteuert und Kapitalerträge zumindest pauschal erfasst werden, bleiben spekulative Kryptogewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Das schwächt die Gleichbehandlung im Steuersystem und lässt erhebliche Einnahmepotenziale ungenutzt.
Wir plädieren deshalb dafür, die einjährige Haltefrist für Kryptowerte zu streichen. Realisierte Kryptogewinne sollten künftig unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert werden. Nach vorsichtiger Schätzung könnte eine solche Reform jährlich rund vier Milliarden Euro zusätzlich einbringen.