Seitentitel: FES international - Soziale Gerechtigkeit.
FES / Zeit für Gerechtigkeit! Eine internationale Themenwoche der FES

Eine moderne Justitia ballt fordernd die Faust und hält eine Waage - Symbol für Gerechtigkeit - in der anderen Hand

Flyer

Alle Informationen zur Gerechtigkeitswoche 2016 auf einen Blick finden Sie im Flyer.

Veranstaltungsüberblick

Montag 25.4.2016 | 15:30-17:30 h
Flucht aus Syrien und die Verantwortung des Westens
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Auftaktveranstaltung:
Montag 25.4.2016 | 18-20:30 h
»People on the Move« – Ein Blick auf die Welt
Podiumsdiskussion, Haus 1 der FES


25.-28.4.2016 | 15-21 h
Naturalisation / Naturalisierung
Künstlerische Intervention
Foyers in Haus 1 und Haus 2 der FES


Dienstag 26.4.2016 | 17-19 h
Anwerben, ankommen, anpassen - Koreanische Krankenpflegerinnen in Deutschland
Podiumsdiskussion, LV Bremen


Dienstag 26.4.2016 | 17:30-21 h
Die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union.
Podiumsdiskussion, Haus 1 der FES


Dienstag 26.4.2016 | 18:00-20:00 Uhr
Der Irak nach dem »Islamischen Staat«
- ABGESAGT -


Dienstag 26.4.2016 | 18:30-20:30 Uhr
Auf der Strecke geblieben – Migration, Flucht und die Transitländer
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Mittwoch, 27.4.2016 | 16:30-18:30 h
Die zweite Flucht? Bleiben Geflüchtete in ländlichen Regionen – und wollen ländliche Regionen den Zuzug von Geflüchteten?
Fishbowl-Diskussion, Haus 1 der FES


Mittwoch, 27.4.2016 | 18-20 h
»Afghanistan, my home«?
Fluchtursachen und Bleibeperspektiven am Hindukusch

Film und Diskussion, Haus 2 der FES


Mittwoch, 27.4.2016 | 18:30-20:30 h
Recht auf Stadt vs. Stadt des Kapitals
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Eröffnung Mi, 27.4.2016 | 20:30 h
geöffnet bis Mo, 23.5.2016
Verdrängte Orte – Wohnraumstrategien und Aufstand in São Paulo Fotoausstellung, Haus 2 der FES


Donnerstag, 28.4.2016 | 17-18:45 h
Flucht vor dem Klimawandel
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Donnerstag, 28.4.2016 | 18-20 h
Unternehmen vor Gericht. Globale Kämpfe für Menschenrechte
Lesung und Diskussion, taz Café


Donnerstag, 28.4.2016 | 18-21 h
Lebenswerte Städte – aber für wen? Das »Recht auf Stadt« in Subsahara-Afrika
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Donnerstag, 28.4.2016 | 19-21:30 h
Integration geflüchteter Frauen – Chancen und Herausforderungen Podiumsdiskussion, Haus 1 der FES

Veranstaltungsorte

Friedrich-Ebert-Stiftung
Haus 1
Hiroshimastr. 17
Haus 2
Hiroshimastr. 28
D-10785 Berlin
Telefon(030) 269 35-9482
Kontakt & Anfahrt


Vertretung des Landes Bremen beim Bund
Hiroshimastr. 24
D-10785 Berlin
Telefon(030) 26 930 - 0

Anfahrt zur LV Bremen


taz.café
Rudi-Dutschke-Str. 23
D-10969 Berlin
Telefon(030) 25 90 21 64

zur Website des taz.café

Rückblick:
Gerechtigkeitswoche 2015

#JUSTAINABILITY - die Höhepunkte der Gerechtigkeitswoche des Jahres 2015 dokumentiert ein Podcast, das Sie hier anhören können.

Informationen

Bei Fragen zur FES-Themenwoche "Zeit für Gerechtigkeit!"

Rufen Sie uns an unter
Telefon(030) 269 35-9482

oder schreiben Sie an
gerechtigkeitswoche@fes.de

Zeit für Gerechtigkeit! Eine internationale Themenwoche der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 25.-28.4.2016 in Berlin

People on the move
Menschen in Bewegung

Menschen sind heute so mobil wie nie zuvor – aber unter sehr ungleichen Bedingungen. Jeder siebte Mensch migriert oder ist auf der Flucht. Trotz aller Risiken entscheiden sich täglich Tausende dafür, ihre Heimat zu verlassen. Manche ziehen vom Land in die Stadt, andere in sicherere oder prosperierende Landesteile. Deutlich weniger Menschen überqueren nationale Grenzen, um in andere Länder und Kontinente zu gelangen. Flucht und Migration sind eine zentrale politische und soziale Herausforderung des 21. Jahrhunderts.

Die Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen, sind vielfältig: Neben Krieg und Gewalt fliehen sie vor Armut, Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen und den Folgen des Klimawandels. Sie hoffen auf bessere Lebensverhältnisse und Zukunftsperspektiven an einem neuen Ort.

Als Zuwanderungsmagneten erweisen sich Großstädte und globale Mega-Cities. Dieser Zuzug verläuft meist ungeplant und übersteigt bei weitem die Infrastrukturentwicklung urbaner Räume. Eine partizipative, integrierende und vor allem sozial gerechte Stadtentwicklung muss das Ziel sein.

Auch wenn in der vergangenen Zeit viele Menschen in die EU kamen, Europa ist nicht das primäre Ziel globaler Flucht- und Migrationsbewegungen. Die meisten Geflüchteten, rund 86 Prozent, bleiben in Entwicklungsländern. Denn zunächst suchen Betroffene innerhalb ihres Landes oder in Nachbarstaaten Schutz.

Dennoch sind auch wohlhabende Länder wie Deutschland, die geflüchtete Menschen und Migrant_innen aufnehmen, mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Innenpolitisch bedarf es neuer Politikansätze und langfristige Strategien, um die positiven Aspekte von Flucht- und Migrationsbewegungen zu fördern, den Menschen eine Chance auf ein besseres Leben zu gewähren und auch den Ängsten und Ressentiments der »alteingesessenen« Bevölkerung zu begegnen. Außenpolitisch muss sich intensiver für Frieden und eine ökologisch nachhaltige wie sozial gerechte Entwicklung engagiert werden, um langfristig die Fluchtursachen zu bekämpfen.

Unsere internationale Themenwoche »Zeit für Gerechtigkeit« steht in diesem Jahr unter dem Motto »Menschen in Bewegung«. Wir wollen mit internationalen Expert_innen über die komplexen Zusammenhänge und politischen Gestaltungsmöglichkeiten der Jahrhundertaufgabe »Migration und Flucht« diskutieren. Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Podcast: Migration, Flucht und EU-Politiken

Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Und wird Europa ihrer Verantwortung für Migrant_innen und Geflüchtete gerecht? Diese zwei Fragen standen im Zentrum zahlreicher Veranstaltungen der Gerechtigkeitswoche 2016.

Andrea Protscher hat mit ihrem Mikrofon eingefangen, was Aktivist_innen, Expert_innen und Politiker_innen zu sagen haben über die aktuelle Lage in Syrien, Afghanistan und Ländern des Globalen Südens, sowie über den hochkontroversen EU-Türkei-Deal und die Verantwortung des Westens. Und auch einem seltenen Vogel hat sie zugehört und stellt fest: Dass Lebewesen wandern, ist ganz natürlich - und das Thema Migration wird uns noch lange bewegen.

Den FES-Podcast können Sie hier hören:

    (deutsch, 13min30)

oderherunterladen

Darüber hinaus haben wir die Chance genutzt, mit Alexey Yusupov, Büroleiter der FES in Kabul, ausführlich über die aktuelle Situation in Afghanistan zu sprechen.

Podiumsdiskussion | Montag, 25. April 2016

Flucht aus Syrien und die Verantwortung des Westens

Seit fünf Jahren tobt der inzwischen internationalisierte Bürgerkrieg in Syrien, eine humanitäre Katastrophe. Über 250.000 Menschen­ sind tot, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, also etwa zwölf Millionen Syrer_innen, wurden aus ihren Heimatorten vertrieben. Ebenso viele benötigen dringend humanitäre Hilfe. Doch die ist in Syrien längst politisiert und damit zum Spielball der Konfliktakteure geworden.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Viele sind bereits vor Jahren in die Nachbarländer geflohen. Die ächzen trotz Unterstützung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) unter der sozialen und wirtschaftlichen Last. Mangels echter Perspektiven ziehen deshalb viele Betroffene weiter nach Europa und Deutschland. Über den richtigen Umgang mit den geflüchteten Menschen herrscht jedoch große Uneinigkeit, die Europa politisch spaltet.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Diplomatische Bemühungen zur Konfliktlösung blieben bisher erfolglos. Auch von den Genfer Friedensgesprächen sind keine raschen Ergebnisse zu erwarten. Unerlässlich bleibt ein politischer Prozess auf nationaler Ebene, der zu lokalen Waffenstillstandsverhandlungen führt.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Gleichwohl ist dieser Krieg in Syrien längst kein syrischer Krieg mehr: Amerikaner, Europäer, Russen, Türken, Iraner und Araber streiten weiter um eine Lösung des »Syrienkonflikts«. Der Westen wirkt ratlos, Russland schafft Fakten. Was müssen Europa und Deutschland tun, um Friedenslösungen zu ermöglichen und damit auch den geflüchteten Syrer_innen neue Perspektiven in ihrer Heimat zu bieten?

Es diskutierten mit Markus Bickel, Journalist: Thomas Hitschler, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion, Kefah Ali Deeb, Künstlerin und politische Aktivistin und Norbert Trosien, Referent der Rechtsabteilung UNHCR Deutschland.

15:30-17:30 Uhr, Haus 2 der FES

Programm: Arabisch

Die Veranstaltung wurde simultan Deutsch/Arabisch gedolmetscht.

 

AUFTAKTVERANSTALTUNG | Diskussion | Montag, 25. April 2016

»People on the Move« – Ein Blick auf die Welt

Internationale Wanderungen hat es schon immer gegeben. Menschen verlassen aus politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Gründen sowie aufgrund kultureller Motive oder klimatischer Veränderungen ihre Heimat. Die Dynamik der Migration hat sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt: Die Zahl der Migrant_innen wächst schneller als die Weltbevölkerung. Gegenüber dem Jahr 2000 ist sie laut Vereinten Nationen um 41 Prozent auf 244 Millionen Menschen im Jahr 2015 gestiegen. Davon waren mehr als ein Zehntel Flüchtlinge, so viele wie seit 1992 nicht mehr. Auch die Zahl von Asylanträgen ist im Vergleich zu 2014 um 78 Prozent und die der Binnenvertriebenen auf 38 Millionen angewachsen.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Migration ist also längst Normalität, Politik und Gesellschaft müssen lernen, damit umzugehen. Die Weltgemeinschaft realisiert allmählich, welche Gestaltungaufgaben aus der globalen Migration erwachsen. Und sie sucht nach Möglichkeiten, die Ursachen für erzwungene Migration – wie etwa Gewaltkonflikte und Ungleichheit – zu bekämpfen.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Zum Auftakt der Gerechtigkeitswoche diskutierten internationale Expert_innen über globale Migrationsbewegungen. Was sind aktuelle Trends? Wie sind Migration und Entwicklung miteinander verbunden? Welche zukünftigen Herausforderungen ergeben sich für die Weltgemeinschaft und was wären progressive Antworten darauf?

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Die Eröffnungsrede hielt Michael Sommer, stellvertretender Vorsitzender der FES.

Es diskutierten mit Julia-Niharika Sen, NDR: Christoph Strässer, Mitglied des Bundestages, Saskia Sassen, Professorin an der Columbia University, New York, USA, Gaochao He, Sun Yat-Sen University, China, Cynthia Samuel-Olonjuwon, Leiterin des Regionalbüros Afrika der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Addis Abeba, und J. Olaf Kleist, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Osnabrück.

18-20:30 Uhr, Haus 1 der FES

Programm: Deutsch | Englisch

Die Veranstaltungssprachen waren Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung.

 

Klanginstallation | Montag 25. - Donnerstag 28. April 2016

Naturalization | Naturalisierung

Von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und sich in der Fremde niederlassen, wird ein hohes Maß an Anpassung verlangt. Diesen Umstand greift der niederländische Künstler Albert Raven in einer zweiteiligen Soundinstallation auf, die er für der Gerechtigkeitswoche erschaffen hat:

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Zwischen den beiden Häusern der FES scheint eine Gruppe Waldrappe hin- und herzufliegen und sich dort jeweils für ein paar Minuten niederzulassen. Waldrappe sind heute sehr seltene, früher sagenumwobene Vögel. Ursprünglich überwinterten sie im Nahen Osten und flogen im Frühjahr nach Mittel- und Südeuropa. Ihre ungewöhnlichen Rufe verbinden sich in der Klanginstallation zu einem »Gesang der Anpassung«. Dies passt zum Titel, denn »Naturalisation«  bezeichnet sowohl die Einbürgerung von Menschen als auch die allmähliche Anpassung von Pflanzen und Tieren an ihre Umwelt.

Künstler: Albert Ravenwww.whisperingwallproject.com
Kuratorin: Susanne Jaschko

Eröffnung der Klanginstallation:
Montag 25. April 2016, 20:30 Uhr im Foyer Haus 1 der FES

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

geöffnet täglich 15-21 Uhr, Dienstag 26. April - Donnerstag, 28. April

Foyers in Haus 1 und Haus 2 der FES

 

Podiumsdiskussion | Dienstag, 26. April 2016

Anwerben, ankommen, anpassen - Koreanische Krankenpflegerinnen in Deutschland

Vor fünf Jahrzehnten begann die verstärkte Anwerbung von Krankenpflegerinnen aus Asien – vor allem aus Südkorea - nach Deutschland. Bis 1978 kamen über 10.000 Koreanerinnen, danach wurde die Anwerbung gestoppt. Inzwischen sollen wieder vermehrt Pflegefachkräfte aus Asien für das deutsche Gesundheitswesen gewonnen werden. Angesichts der aktuellen Fluchtthematik stellt sich zudem die Frage, ob Geflüchteten eine dauerhafte Perspektive in Deutschland durch die Arbeit im Gesundheitswesen geboten werden kann.

Photo: Mark BollhorstPhoto: Mark Bollhorst

Auf dem Podium diskutierten Expert_innen aus Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft, ob und inwiefern die Anwerbung von Gesundheitsfachkräften sowie eine erfolgreiche Integration gestaltet werden kann.

Können die Erfahrungen der Zeitzeug_innen genutzt werden, um gute Lebens- und Arbeitsverhältnisse für Migrant_innen in Deutschland zu schaffen? Wie sind die Auswirkungen der Anwerbung auf die Herkunftsländer? Dies sind nur einige Fragen, die im Rahmen dieser Veranstaltung diskutiert wurden. 

Photo: Ilona DenkPhoto: Ilona Denk

Die Friedrich-Ebert-Stiftung, der Korea-Verband, die Koreanische Frauengruppe in Deutschland sowie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - ver.di haben zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Bernhard Emunds vom Nell-Breuning-Insitut referierte einleitend zu Migration und Fachkräften in Deutschland.

Mit Nataly Jung_Hwa Han, Korea-Verband und Severin Schmidt, FES, diskutierten anschließend: Heike Baehrens, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion, Sylvia Bühler, ver.di, Björn Gruber, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Kook-Nam Cho-Ruwwe, Koreanische Frauengruppe in Deutschland und DaMigra - Dachverband der Migrantinnenorganisatioonen und Henning Scherf, Bürgermeister a.D. der Hansestadt Bremen.

Photo: Mark BollhorstPhoto: Mark Bollhorst

Zum Abschluss erklang koreanische Perkussionsmusik – »Samulnori«.

17-19 Uhr, Vertretung des Landes Bremen

Programm öffnen

In Kooperation mit Ver.di Koreanische Frauengruppe in DeutschlandKoreaVerband

 

Gefördert durch die DKLB

 

Podiumsdiskussion | Dienstag, 26. April 2016

Flüchtlingspolitik der Europäischen Union.
Menschenrechte wahren!

Die Europäische Union ist in einer ernsthaften Krise. Eine solidarische und gemeinsame Flüchtlingspolitik auf Basis internationaler Konventionen ist nicht in Sicht. Dabei fliehen immer mehr Menschen in die EU. Gleichzeitig ist das sogenannte Dublin-System, das die Aufnahme und die Bearbeitung von Asylanträgen regeln sollte, zusammengebrochen. Verstärkt wird über die Einführung von Obergrenzen zur Aufnahme von Flüchtlingen diskutiert.

Photo: Günther SchaeferPhoto: Günther Schaefer

Die Europäische Kommission veröffentlichte 2015 eine Europäische Migrationsagenda zur Lösung der Flüchtlingskrise. Hauptziel: Ideen zur Verteilung und Aufnahme von Flüchtlingen nach Quoten auf die Mitgliedstaaten. Die Sicherung der Außengrenzen, ein gemeinsames Grenzmanagement und der Kampf gegen kriminelle Schleusernetzwerke sind weitere von der EU präferierte Maßnahmen. Zudem wird eine intensivere Zusammenarbeit mit den Transitländern angestrebt.

Photo: Günther SchaeferPhoto: Günther Schaefer

Fazit: Sicherheitspolitische Konzepte dominieren die Diskussion. Eine stärkere Verzahnung von Migrations-, Entwicklungs- und Europäischer Außenpolitik ist aber erst in Ansätzen erkennbar. Auch europäische Regelungen für die Öffnung weiterer legaler Zugangswege für Migrant_innen sind noch nicht in Sicht.

Photo: Günther SchaeferPhoto: Günther Schaefer

Petra Bendel, Akademische Direktorin des Zentralinstitutes für Regionenforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, präsentierte ein im Auftrag der FES erstelltes Gutachten zur Europäischen Flüchtlingspolitik.

Anschließend diskutierten mit Pitt von Bebenburg, Frankfurter Rundschau:
Prof. Dr. Petra Bendel
(s.o.): Norbert Spinrath, Mitglied und Europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Günter Burkhardt, Geschäftsführer PRO ASYL und Elisabeth Kotthaus, Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.

Dabei waren die Allgemeinen Menschenrechte der Kompass für die Bewertung der vorgeschlagenen Maßnahmen.

17:30-21 Uhr, Haus 1 der FES

 

FES-Studie zur EU-Flüchtlingspolitik von Petra Bendel Das von Petra Bendel erstellte Gutachten können Sie hier downloaden:
Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Menschenrechte wahren!

Gutachten als PDF-Version öffnen

 

 

 

 

ENTFÄLLT LEIDER| Vortrag & Diskussion | Dienstag, 26. April 2016

Der Irak nach dem »Islamischen Staat«

- Die Veranstaltung musste leider abgesagt werden -

 

Podiumsdiskussion | Dienstag, 26. April 2016

Auf der Strecke geblieben – Migration, Flucht und die Transitländer

Die Debatte um Migration und Flucht kreist vor allem um die Herausforderungen, denen die EU angesichts von Hunderttausenden Geflüchteten gegenüber steht. Die Lage in den Transitländern bleibt hingegen unterbelichtet: Die Dramen etwa, die sich an der griechisch-mazedonischen Grenze abspielen, interessieren vorrangig im Hinblick auf eine Frage: Wie viel mehr Menschen treffen noch bei uns ein?

Die Podiumsdiskussion leuchtete diesen blinden Fleck aus: Wie stellt sich die Situation in Süditalien, Griechenland und auf dem Westbalkan derzeit dar? Wie erleben und reagieren die Menschen dort auf die Folgen der Massenmigration? Und welche Auswirkungen hätte die Abschottung der Grenzen auf die teilweise fragilen Gesellschaften der Transitländer?

Es diskutierten mit Maximilian Popp, Der Spiegel: Florian Westphal, Ärzte ohne Grenzen, Angeliki Dimitriadou, ELIMAEP/ECFR, Andrej Ivanji, Journalist, Gilles Reckinger, Universität Innsbruck.

18:30-20:30 Uhr, Raum 6.01, 6. Etage, Haus 2 der FES

 

Fishbowl-Diskussion | Mittwoch, 27. April 2016

Die zweite Flucht? Bleiben Geflüchtete in ländlichen Regionen – und wollen ländliche Regionen den Zuzug von Geflüchteten?

Über eine Million Menschen flüchteten 2015 nach Deutschland, um hier Schutz und Perspektiven zu finden. Zwischen den Bundesländern sind sie relativ gleichmäßig über das Bundesgebiet verteilt. Wenn sie auf Basis des Asylrechts eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, dürfen Geflüchtete jedoch frei über ihren Wohnsitz entscheiden. Dieses Recht steht derzeit zur Diskussion. Auch, um eine »zweite Flucht« vom Land in die Städte zu vermeiden.

Die Erfahrung zeigt: Geflüchtete zieht es in die Städte. Arbeitsplätze sind dort leichter zu finden, es bestehen Netzwerke zu Menschen ihrer Herkunftsregion und Sprache. Auch das tendenziell weltoffenere Klima in Städten ist für sie attraktiv. Gleichzeitig wäre es gut für ländliche Regionen, wenn die Menschen bleiben würden. Das könnte Schulen vor Schließungen bewahren, neue Geschäfte entstehen lassen und helfen, offene Stellen zu besetzen. Entgegen der Wohnungsknappheit in Städten steht in ländlichen Gemeinden außerdem Wohnraum frei.

Ist eine Pflichtregelung erfolgversprechend? Oder lassen sich Anreize für ein Verbleiben auf dem Land setzen?

Es diskutierten mit Thilo Schöne, FES: Bashar Hassoun, Mygrade Netzwerk für Flüchtlinge, Prof. Dr. Lars Castellucci, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und des Innenausschusses, und Manuel Slupina Institut für Bevölkerungsentwicklung Berlin sowie die Gäste im Raum:

Bei diesem Format saßen die Referent_innen in der Mitte des Raumes auf einem Stuhlkreis, zwei weitere Stühle blieben anfangs frei. Im Verlauf der Diskussion konnten darauf wechselnde Personen aus dem Publikum Platz nehmen, somit bekam jede_r die Gelegenheit, mitzudiskutieren.

16:30-18:30 Uhr, Haus 1 der FES

 

Film und Diskussion | Mittwoch, 27. April 2016

»Afghanistan, my home«? Fluchtursachen und Bleibeperspektiven am Hindukusch

»Bleiben oder gehen?« Während sich Afghanistans Jugend täglich diese Frage stellt, ringt Deutschland mit dem Satz: »Wir schaffen das«. Wie kann die Politik verantwortungsvoll damit umgehen, wenn Menschen in ihrer Heimat keine (Über)Lebenschancen mehr sehen? Seit 15 Jahren unterstützt Deutschland Afghanistan und dennoch fliehen die Menschen zu Tausenden. Sind alle Bemühungen gescheitert, dem Land eine Perspektive zu geben? Oder wurde etwas übersehen? Und welche Perspektiven haben Zufluchtsuchende aus Afghanistan in Deutschland?

Photo: FESPhoto: FES

Der Dokumentarfilm »Spring in Afghanistan - to go or not to go« aus Afghanistan zeigte, was die Menschen dort bei der Frage »Bleiben oder gehen« bewegt. Sehen Sie hier den Trailer zum Film an:

Anschließend diskutierten mit Friederike Böge, Frankfurter Allgemeine Zeitung: Gabi Weber, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion, Markus Priesterath, Bundesministerium des Innern, und Alexey Yusupov, Büroleiter FES Kabul, über die Gründe für eine Flucht aus Afghanistan.

Photo: FESPhoto: FES

18-20 Uhr, 6. Etage, Haus 2 der FES

Programm öffnen

Interview

Mit dem Leiter des FES-Büros in Kabul, Alexey Yusupov, hat Andrea Protscher vor der Veranstaltung gesprochen. Hören Sie hier das Interview an:

    (deutsch, 9min08)

oder Datei downloaden

 

Podiumsdiskussion | Mittwoch, 27. April 2016

Recht auf Stadt vs. Stadt des Kapitals

»Recht auf Stadt« lautet der Slogan zahlreicher städtischer Protestbewegungen weltweit. Sie fordern besseren Zugang zu öffentlichen Gütern und Konzepte für eine sozial gerechte Stadtentwicklung. Hinter diesen Forderungen stehen auch die nach Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums sowie mehr demokratischer Beteiligung. »Recht auf Stadt«-Initiativen stellen sich gegen Segregation, Exklusion und kulturelle Verarmung.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Das heterogene Konzept ist vor allem eine Forderung sozialer Bewegungen. Für politische Entscheidungsträger_innen stellt es eine große Herausforderung dar. Progressive und linke Kräfte erinnert es an ihre Grundanliegen: soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Beteiligung.

Brasilianische und deutsche Großstädte haben auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Probleme und Rahmenbedingungen. Beim zweiten Blick wird klar, dass es in beiden Fällen um ähnliche Fragen geht. Denn die Folgen wachsender sozialer Segregation gelten global: Viele Städte drohen in Zukunft, nicht länger Stätten für ein würdiges, gesundes und sicheres Leben zu sein.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Über Aspekte demokratischer und sozialer Stadtentwicklungspolitik diskutierten: Fernando Santomauro, Koordinator der Außenbeziehungen der Gemeinde Guarulhos im Bundesland São Paulo, Andreij Holm, Stadtsoziologe an der HU Berlin, Vitor Marques, kommunaler Sekretär der Jugendorganisation der PT (JPT) in São Paulo, Kevin Kühnert, stellv. Bundesvorsitzende der Jusos, Khanya Bonani, Studierende im Master in Migration & Displacement an der WITS, Johannesburg, Moderation: Bernd Pickert, taz

Im Anschluss: Eröffnung der Fotoausstellung
Verdrängte Orte: Wohnraumstrategien und Aufstand in São Paulo
von Sascha Facius und Oliver Hildebrandt (siehe unten)

18:30-20:30 Uhr, Konferenzsaal 2 und Foyer, Haus 2 der FES

 

Fotoausstellung | Mittwoch, 27. April 2016 - Montag, 23. Mai 2016

Verdrängte Orte – Wohnraumstrategien und Aufstand in São Paulo

São Paulo ist die bevölkerungsreichste Stadt Lateinamerikas und wirtschaftliches Zentrum Brasiliens. Dennoch leben viele Einwohner_innen in prekären Verhältnissen: Armut, Gentrifizierung und Verdrängung bestimmen ihren Alltag und das Miteinander.

Einblicke in die Wohn- und Lebenssituation von armen Innenstadtbewohner_innen gewähren der Fotograf Oliver Hildebrandt und Stadtsoziologe Sascha Facius. In ihrer Fotoausstellung zeigen sie prekäre Wohnformen und beleuchten dabei die individuellen Hintergründe sowie Einstellungen und Motivationen der Betroffenen. Was bedeuten Marginalisierung und räumliche Segregation für sie? Welche Formen urbanen Widerstands gibt es und wie setzen die Benachteiligten das »Recht auf Stadt« praktisch um?

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

»Nein, ich habe nicht den Wunsch irgendwo anders zu leben, ich mag es hier. Aber ich möchte alles in meiner Macht stehende tun, um die Realität zu verändern, die wir uns hier teilen.«
(Bewohner Favela Paraisopolis)

Bilder und Texte der Ausstellung entstanden bei Feldforschungen zu einer Dissertation am Lehrstuhl für Stadtsoziologie der Humboldt Universität Berlin.

Die Ausstellung wird in Deutsch, Englisch und Portugiesisch präsentiert.

Photo: Konstantin BörnerPhoto: Konstantin Börner

Eröffnung: 20:30 Uhr, Foyer Haus 2 der FES

Geöffnet bis zum Montag, 23. Mai 2016, Mo-Fr 7-21 Uhr

Den Flyer können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

 

Podiumsdiskussion | Donnerstag, 28. April 2016

Flucht vor dem Klimawandel

Auf der Pariser Klimakonferenz warnten Teilnehmer_innen erneut vor den Gefahren des globalen Klimawandels. Über Menschen, die aufgrund von Überschwemmungen, Stürmen oder Dürren ihre Heimat verlassen müssen, spricht jedoch kaum jemand. Dabei werden weltweit mehr Menschen durch extreme Wetterphänomene vertrieben, als durch Gewalt und Krieg. Der Klimawandel ist dabei keine isolierte Fluchtursache, wirkt aber als Risikomultiplikator.

Photo: Stephanie LeistenPhoto: Stephanie Leisten

Betroffene kommen überwiegend aus Ländern des Globalen Südens, die sich nicht ausreichend an die Gefahren des Klimawandels anpassen können. Zudem ist ihr rechtlicher Status ungeklärt, weil sie nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen. Angesichts der Diskussionen um die historische Verantwortung des Globalen Nordens sowie über klimabedingte Schäden und Verluste muss auch über klimabedingte Migration und Flucht intensiver gesprochen werden.

Wie können Betroffene rechtlichen Schutz erfahren? Welche Lösungen existieren im Globalen Süden, welche Verantwortung trägt der Globale Norden? Und welche Rolle spielt dabei der internationale Klimaschutz nach der Konferenz von Paris?

Photo: Stephanie LeistenPhoto: Stephanie Leisten

Es diskutierten mit Dagmar Dehmer, Tagesspiegel: Dr. Nina Hall, Hertie School of Governance, Sophia Wirsching, Brot für die Welt, Sachin Kumar, Assistant Professor, Institut für Geographie, Government College, Himachal Pradesh, Dr. Benjamin Schraven, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik DIE und Tamara Naidoo, Southern African Liaison Office.

17-18:45 Uhr, Haus 2 der FES

Programm: Deutsch | Englisch

Die Veranstaltungssprachen waren Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung.

 

Podiumsdiskussion | Donnerstag, 28. April 2016

Unternehmen vor Gericht.
Globale Kämpfe für Menschenrechte

Was haben die Näher_innen einer abgebrannten Fabrik in Pakistan und Gewerkschafter_innen in Kolumbien gemeinsam? Ihre Menschenrechte werden von weltweit tätigen Konzernen verletzt: Die Textilarbeiter_innen haben kein Recht auf soziale Sicherung und Entschädigung, den Kolumbianer_innen bleibt ihr Recht auf Gewerkschaftsfreiheit verwehrt. Doch viele Betroffene nehmen dieses Unrecht nicht länger hin und wehren sich.

Photo: Marcus NepplPhoto: Marcus Neppl

Die Organisation European Center für Constitutional and Human Rights (ECCHR) unterstützt sie dabei und interveniert gegen deutsche Unternehmen wie den deutschen Textilhersteller KiK oder den transnationalen Lebensmittelkonzern Nestlé.

Photo: Marcus NepplPhoto: Marcus Neppl

Anhand von Einzelfällen beschrieben die Autor_innen Wolfgang Kaleck und Dr. Miriam Saage-Maaß, die in leitender Funktion für das ECCHR arbeiten, die Arbeit ihrer Organisation und die von Menschenrechtsanwält_innen weltweit. Dabei schilderten sie, wie Betroffene und Aktivist_innen im globalen Süden ihren sozialen und politischen Kampf zunehmend auch mit rechtlichen Mitteln führen: Neben Streiks und Protesten zwingen auch juristische Verfahren die Firmen zum Umdenken.

Photo: Marcus NepplPhoto: Marcus Neppl

Nach einer Lesung von Gero Bergmann, Schauspieler, aus ihrem neuen Buch „Unternehmen vor Gericht. Globale Kämpfe für die Menschenrechte“ (Verlag Klaus Wagenbach) diskutierte Frederike Boll, FES mit Dr. Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung und den Autor_innen Kaleck und Dr. Saage-Maaß.  

18-20 Uhr, taz.café

Die Hintergründe der Klage gegen den Textildiscounter KiK veranschaulicht diese Kurzdokumentation:

 

Podiumsdiskussion | Donnerstag, 28. April 2016

Lebenswerte Städte – aber für wen?
Das »Recht auf Stadt« in Subsahara-Afrika

Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten. Ist die Urbanisierung auch ein Argument für den Wohlstandszuwachs in Afrika - »Africa Rising«? Wegen seines Baubooms nennt man zum Beispiel die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba das »Dubai Afrikas«.

Allerdings ist zu befürchten, dass dieser von Eliten angetriebene Bauboom weder zu einer Beschäftigungszunahme führt, noch nachhaltig ist und stattdessen das Ausmaß von Armut kaschiert. Ein Grund zur Sorge: Das Auseinanderdriften der Lebensstandards. Menschen in ländlichen Räumen oder in Slums werden zusehends abgehängt. Das bestätigt auch die afrikanische Entwicklungsbank: »Urbanisierung in Afrika zeigt sich größtenteils in wachsenden Slums, steigender Armut und Ungleichheit«.

Ein weiterer Aspekt schneller städtischer Transformation ist die politische Polarisierung zwischen Städten und ländlichen Gebieten. So ist die Unterstützung der Opposition in den urbanen Zentren Afrikas höher als im Durchschnitt. Der Humangeograph David Harvey bezeichnet das »Recht auf die Stadt« in diesem Zusammenhang als kollektive Machtausübung von Bürger_innen.

Wie können die sozialen Integrationskräfte von Städten gestärkt werden und was können Politik, Verwaltung und Bewohner_innen dafür tun?

Es diskutierten mit Julia Hahn, Deutsche Welle: junge urbane politische Nachwuchskräfte aus Subsahara-Afrika, Wolfgang Scholz, International Planning Studies/TU Dortmund und Michael Groß, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion.

18-20 Uhr, Haus 2 der FES

Sprachen: Deutsch, Englisch

Anlässlich des 2016 stattfindenden 3. Weltsiedlungsgipfels der Vereinten Nationen.

Programm öffnen

Ein Kurzfilm bietet Einblicke in die Diskussion und die Perspektiven der Teilnehmer_innen (auf Englisch):

 

Podiumsdiskussion | Donnerstag, 28. April 2016

Integration geflüchteter Frauen – Chancen und Herausforderungen

Die meisten Menschen, die 2015 nach Europa und Deutschland flüchteten, waren männlich. Offenbar ändert sich das gerade: Immer mehr Frauen und Kinder verlassen wegen Unterdrückung, Krieg und Zerstörung ihre Heimat – auch auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer. Vor diesem Hintergrund wollen wir die Situation geflüchteter Frauen thematisieren: Wie ist ihre Situation in Deutschland und was gilt es bei Ankunft und Unterbringung zu beachten?

Studien zeigen, dass insbesondere Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund in Deutschland besonders erfolgreich bei Bildung und Integration sind. Sind sie der Schlüssel zu erfolgreicher Integration? Und wenn ja, was folgen daraus für Erfordernisse und Handlungsmöglichkeiten für alle Beteiligten? Darüber haben die Teilnehmer_innen der Diskussionsrunde gesprochen.

Es diskutierten mit Elisabeth Niejahr, Journalistin: Mechthild Rawert, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion, Susanne Kahl-Passoth, Deutscher Frauenrat, Petra Mackroth, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Christiane Beckmann, Moabit hilft e.V. Auf dem Podium sind auch Geflüchtete vertreten.

Veranstaltungssprachen: Die Veranstaltung wird Deutsch-Arabisch simultan gedolmetscht.

19-21:00 Uhr, Haus 1 der FES

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

 

Podcast: Die FES-Gerechtigkeitswoche 2015

Die 4. internationale Themenwoche »Zeit für Gerechtigkeit!« ist zu Ende - ein interessiertes Publikum nahm an den über Berlin verteilten Diskussionen, Filmen, Workshops, Musik, Theater und einem Kunstprojekt teil. Aktuelle und kontrovers diskutierte Themen und engagierte Vorträge bekannter Persönlichkeiten wie Vandana Shiva und Alberto Acosta gaben Anstöße dafür, dass wir alle stärker über die Fragen von Morgen nachdenken müssen.

Der FES-Podcast gibt einen Eindruck von der Vielfalt der diskutierten Themen:

    (deutsch, 9min40)

oder Datei downloaden

Darüber hinaus finden Sie auf dieser Seite u.a. Video-Interviews mit Vandana Shiva und Alberto Acosta, die wir im Rahmen der Gerechtigkeitswoche führen konnten.

Konferenz | Montag, 20. April 2015

Just Contracts -
Investitionen in eine nachhaltige Zukunft

Die Vereinten Nationen (VN) wollen erreichen, dass international agierende Unternehmen ihre Aktivitäten an Menschenrechtsstandards binden. Lange haben sie dabei auf freiwillige Instrumente wie den Global Compact gesetzt. An der Wirksamkeit solcher Initiativen gibt es jedoch starke Zweifel. Darum hat der VN-Menschenrechtsrat 2011 die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Staaten werden darin angehalten, im nationalen Recht verbindliche Vorgaben für Unternehmen festzulegen.

Visualisierung aus der Konferenz Just Contracts im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015 von Imke Schmidt-Sári
Visualisierung: Imke Schmidt-Sári

Deutschland hat erst Ende 2014 und auf Druck der Zivilgesellschaft mit der Umsetzung der Leitprinzipien begonnen. Das Auswärtige Amt moderiert einen Prozess, an dem sich auch die Wirtschaft und Menschenrechtsgruppen beteiligen, um einen »Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte« auszuarbeiten.

Visualisierung aus der Konferenz Just Contracts im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015 von Imke Schmidt-Sári
Visualisierung: Imke Schmidt-Sári

Diese Konferenz, die die FES mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) durchführt, sollte zur Diskussion beitragen. Zentrale Fragen: Wie können in Investitionsabkommen zwischen Staat und Investoren Mechanismen für den Schutz von Menschenrechten eingeführt werden? Wie lässt sich die politische Handlungsfähigkeit erhalten und wie setzen dies andere Länder um?

Visualisierung aus der Konferenz Just Contracts im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015 von Imke Schmidt-Sári
Visualisierung: Imke Schmidt-Sári

Die Moderatoren Christian Tietje, Universität Halle, und Felix Kirchmeier, FES, diskutierten darüber mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin a.D. und Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., Julia Duchrow, Leitung Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt, Lene Wendland, VN-Hochkommissariat für Menschenrechte, Aldo Caliari, Rethinking Bretton Woods Project, und Michael Windfuhr vom Deutschen Institut für Menschenrechte.

Es wurden Vorschläge entwickelt, die die Bundesregierung künftig beim Abschluss von Investitionsschutzabkommen oder Auslandskreditversicherungen beachten sollte.

12-18 Uhr, Haus 1 der FES

Den Veranstaltungsbericht der DGVN finden Sie hier: Deutsche Auslandsinvestitionen: Menschenrechtsexperten fordern klare Auflagen

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

In Kooperation mit Logo der DGVN

 

Künstlerische Intervention | Dienstag, 21. bis Donnerstag, 23. April 2015

Out of Soil

Wie viel Boden ist in deinem Essen? Mit dem Zusammenhang von Nahrung, dem Verlust fruchtbarer Böden und dem Recht auf Landnutzung beschäftigt sich das interventionistische Projekt »Out of Soil«. Die Künstlerin Myriel Milicevic hat es in Kooperation mit den prozessagenten für die FES-Gerechtigkeitswoche entwickelt.

Myriel Milicevic erklärt die Bodenprofile beim Kunstprojekt Out of Soil; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

In ihrer Arbeit erkundete Milicevic die unsichtbaren Verbindungen zwischen Menschen und deren natürlicher, sozialer und technischer Umwelt. Dies geschah auf spielerische und partizipative Weise. So wollte sie die Teilnehmer_innen zum Nachdenken über andere Systeme anregen.

Susanne Jaschko von den prozessagenten im Gespräch mit Gästen; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Lesen Sie hier mehr über dieses Projekt

Vandana Shiva beim Kunstprojekt Out of Soil der prozessagenten; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

zum Blog Out of Soil der prozessagenten

 

ab 18:00 Uhr, Haus 2 der FES

In Kooperation mit Logo der prozessagenten und neighbourhoodsatellites.com.

 

Podiumsdiskussion | Dienstag 21. April 2015

Eine grüne, inklusive, ökonomische Transformation in Subsahara-Afrika - Wunschdenken oder machbar?

Als Antwort auf die globalen Krisen unserer Zeit wird verstärkt nach einer sozialen und ökologischen Transformation gerufen. Auf dem afrikanischen Kontinent finden derartige Debatten jedoch kaum statt. Europa wiederum blickt meist undifferenziert auf Subsahara-Afrika und konzentriert sich auf schnelles Wirtschaftswachstum und die zunehmende Mittelschicht.

Die zentrale Herausforderung ist, die dringend benötigte wirtschaftliche Entwicklung in Subsahara-Afrika mit ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Nur wie lässt sich das vorherrschende Wirtschaftsmodell vor diesem Hintergrund umgestalten? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich? Wie sind Verteilungsfragen anzupacken?

Veranstaltung zur ökonomischen Transformation in Subsahara-Afrika im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Über Veränderungsprozesse und den Entwurf neuer Gesellschaftsmodelle in Afrika müssen die betroffenen Staaten unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen diskutieren. Die im Rahmen der Gerechtigkeitswoche der FES gemeinsam mit dem GIGA German Institute of Global and Area Studies organisierte öffentliche Podiumsdiskussion »Green inclusive economic transformation in Sub-Saharan Africa: Wishful thinking or feasible pathway?« bot eine Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie die Wirtschaft in Subsahara-Afrika gerechter, inklusiver und nachhaltiger gestaltet werden kann. Dabei standen drei Aspekte im Vordergrund: Arbeit und Beschäftigungspolitik, Landwirtschaft und inklusive Entwicklung sowie das Konzept des Degrowth.

Veranstaltung zur ökonomischen Transformation in Subsahara-Afrika im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Es diskutierten mit Dagmar Dehmer, Der Tagesspiegel: Funmi Adewumi, Elizade University, Nigeria; Claude Bizimana, SAKSS, Ministry of Agriculture and Animal Resources, Ruanda; Patrick Bond, University of KwaZulu-Natal, Südafrika; und andere.

18-19:30 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

Das Programm können Sie hier herunterladen: Englisch

Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

In Kooperation mit zur Website des GIGA

 

Podiumsdiskussion | Dienstag, 21. April 2015

Weg vom Öl – Energiewende im Nahen Osten?

Veranstaltung zur Energiewende im Nahen Osten im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Robert Maté
Photo: Robert Maté

Der Ölpreis auf historischem Tiefstand, Fracking auf dem Vormarsch, Atomenergie wieder im Aufwind – diese Entwicklungen machen auch vor der Region des Nahen und Mittleren Ostens nicht halt. »Solarstrom aus der Wüste« klingt wie eine Utopie vergangener Zeiten. Eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Energiewende scheint in weiter Ferne. Dabei könnten mehr erneuerbare Energien angesichts fortschreitender sozialer Spannungen, der Bevölkerungsexplosion sowie steigendem Energieverbrauch gerade in dieser Region eine sinnvolle Lösung sein.

Veranstaltung zur Energiewende im Nahen Osten im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Robert Maté
Photo: Robert Maté

Doch wie lässt sich eine nachhaltige Energiewende umsetzen und sozial gerecht gestalten? Welche Rolle spielen dabei transparente Governance-Strukturen? Kann die deutsche Energiewende ein Vorbild sein?

Veranstaltung zur Energiewende im Nahen Osten im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Robert Maté
Photo: Robert Maté

Mit Karin Kneissl diskutierten: Malek Kabariti, ehem. Energieminister Jordaniens, Nina Scheer, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und Tareq Emtairah, Regional Center for Renewable Energy and Energy Efficiancy, Kairo.

19-20:30 Uhr, taz Café

»Das ist Wahnsinn«: Ein IPG Vodcast mit Malek A. Kabariti, jordanischer Energieminister a. D. über Energie und Kernkraft im Nahen Osten:

Einen englischsprachigen Veranstaltungsbericht des Regional Center for Renewable Energy and Energy Efficiency finden Sie hier: www.rcreee.org

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

 

Buchvorstellung und Diskussion | Dienstag, 21. April 2015

Sozialer Basisschutz:
Mit Sicherheit Gerechtigkeit

Im Windschatten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise konnte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit der Empfehlung 202 zum sozialen Basisschutz weltweit anerkannte, sozialpolitische Mindeststandards etablieren: ein einmaliger globaler Konsens, verbunden mit der Erkenntnis, dass soziale Sicherheit nicht nur ein Gebot sozialer Gerechtigkeit ist, sondern ebenso ein Gebot ökonomischer Weisheit.

Veranstaltung zum sozialen Basisschutz im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Derweil hat sich die Finanz- und Wirtschaftskrise jedoch zu einer Fiskalkrise gewandelt. Austeritätsprogramme sind wieder an der Tagesordnung, was den Spielraum für den Auf- und Ausbau sozialer Basisschutzsysteme stark einzuschränken droht. Wie lässt sich dennoch gewährleisten, dass die 184 Staaten der ILO ihrer Selbstverpflichtung zum Auf- und Ausbau sozialer Basisschutzsysteme nachkommen?

Veranstaltung zum sozialen Basisschutz im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Darüber diskutierten internationale Expert_innen zunächst in einem nicht-öffentlichen Fachgespräch. Anschließend wurde das neue Handbuch für zivilgesellschaftliche Akteure für die weltweite Umsetzung sozialer Basisschutzsysteme öffentlich präsentiert.

Veranstaltung zum sozialen Basisschutz im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Mit Michael Cichon, International Council for Social Welfare diskutierten über seine Umsetzung mit Axel Schäfer, MdB, stv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Kuhn, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Catalina Devandas Aguilar, UN Special Rapporteur on the Rights of Persons with Disabilities sowie Christina Behrendt, Internationale Arbeitsorganisation ILO.

20-21:30 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

 

Theaterabend & -Workshop | Dienstag 21. & Mittwoch 22. April 2015

»Transition Theater«: ZEITWOHLSTAND

Wir wollen entschleunigen und hetzen doch von einer Krise zur nächsten. In vielen alltäglichen Momenten haben wir das Gefühl, keine Zeit zu haben – für uns selbst, unsere Gesundheit, soziale Beziehungen und für einen Lebensstil, der die ökologischen Grenzen des Planeten berücksichtigt. Unsere auf Wachstum und Beschleunigung basierende Entwicklung kommt an ihre Grenzen. Und jetzt? Wie lässt sich das gegenwärtige Modell überwinden und alternativ eine sozial-ökologische Gesellschaftsform gestalten?

Dominik Werner, Theaterpädagoge aus Marburg, ist Initiator des Transition Theater. Mit einer der ältesten Sprachen der Menschheit – der Schauspielerei – regte er auf zwei Veranstaltungen der FES-Gerechtigkeitswoche zum Reflektieren an.

Beim interaktiven Theaterabend »Zeitwohlstand« erkundeten die Teilnehmer_innen mit der Methode »Polizist im Kopf« eigene Geschichten aus dem alltäglichen Leben. »Mentale Infrastrukturen« beeinflussen dabei wesentlich ihre Entscheidungen und Handlungen. Gemeinsam suchten sie nach Wegen, um ungesunden kulturellen Überzeugungen widerstehen und diese transformieren zu können.

Dienstag, 21. April 2015, 19:00-22:00 Uhr, Theater Aufbau Kreuzberg (TAK)


Mit Übungen, Spielen und Methoden des Bildertheaters ergründeten die Teilnehmer_innen des Theaterworkshops, vor welchen Herausforderungen wir Menschen angesichts der Krisen unserer Zeit stehen. Im kreativen Raum des Theaters erweckten sie ihre Imagination, formten Bilder von einem guten Leben und suchten gemeinsam nach Strategien für eine sozial-ökologische Transformation.

Mittwoch, 22. April 2015, 9:30-17:00 Uhr, Theater Aufbau Kreuzberg (TAK)

In Kooperation mit Logo des TAK und Logo des TAK

 

Fachveranstaltung | Mittwoch, 22. April 2015

Arbeit in Teilzeit, Armut in Vollzeit? Altersarmut von Frauen in Deutschland

Wissenschaftler_innen warnen seit langem, dass sich Altersarmut in den kommenden Jahrzehnten zu einem großen sozialen Problem in Deutschland entwickeln wird. Betroffen sind insbesondere Menschen, deren Erwerbsbiografie Lücken aufweist und die in wenig lukrativen Berufen gearbeitet haben. Gerade auf Frauen, die Kinder erzogen, Angehörige gepflegt und häufig nur in Teilzeit gearbeitet haben, trifft dies zu.

Prof. Marianne Sundström erklärt in der Diskussion mit den Veranstaltungsgästen die Vorzüge des schwedischen Rentensystems sowie die Bedingungen der Teilzeitarbeit in Schweden (vorne links: Dr. Dina Frommert. Deutsche Rentenversicherung Bund); Foto: Ursula Kelm
Photo: © Ursula Kelm

Die Frage, wie Teilzeit und Altersarmut im Zusammenhang stehen, analysiert Dina Frommert, Deutsche Rentenversicherung Bund. Lösungsansätze anhand des Beispiels der Nordischen Länder stellt Marianne Sundström, Universität Stockholm vor.

Die Podiumsgäste v.l.n.r.: Christina Bylow, Elke Ferner, Elisabeth Niejahr, Hannelore Buls, Dr. Susanne Blancke; Foto: Ursula Kelm
Photo: © Ursula Kelm

Mit Elisabeth Niejahr (DIE ZEIT) diskutierten Elke Ferner, Parl. Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Hannelore Buls, Deutscher Frauenrat, Susanne Blancke, Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Christina Bylow, Journalistin und Buchautorin.

11-15 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

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Podiumsdiskussion | Mittwoch, 22. April 2015

Zwei Jahre nach Rana Plaza - globaler Textilhandel auf dem Prüfstand

1100 Näher_innen starben beim Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza in Bangladesch vor zwei Jahren. Eine erste Konsequenz aus dem Unglück: Der »Accord«, ein neuartiges Abkommen zwischen internationalen Modefirmen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Es soll verlässliche Sicherheitsstandards in der Textilindustrie schaffen.

Veranstaltung zu zwei Jahren nach Rana Plaza im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Doch viele Fragen sind noch ungeklärt: Was bedeutet soziale Gerechtigkeit entlang globaler Zulieferketten? Welche Verantwortung tragen die Bekleidungsunternehmen für die Arbeitsbedingungen bei ihren Produzenten? Was ist die Rolle von Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und Regierung im Herstellerland? Und was können das 2014 gegründete »Bündnis für nachhaltige Textilien« und eine G7-Initiative der Bundesregierung in diesem Kontext leisten?

Veranstaltung zu zwei Jahren nach Rana Plaza im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Mit Gerhard Schröder, Deutschlandradio, diskutierten: Rolf Heimann, hessnatur Stiftung, Susanne Hoffmann, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Henrik Maihack, FES Bangladesch, Juliane Schröder, Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V. und Uwe Wötzel, ver.di Bundesverwaltung.

Veranstaltung zu zwei Jahren nach Rana Plaza im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

17:30-20 Uhr, Haus 2 der FES

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

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Diskussion und Musik | Mittwoch, 22. April 2015

Buen Vivir – Vom Recht auf ein gutes Leben
Neue Töne aus Lateinamerika

Alberto Acosta, international anerkannter Ökonom und Politiker aus Ecuador, ist einer der bedeutendsten Vertreter eines Konzeptes, das eine neue Ethik der Entwicklung propagiert. Der ehemalige Energieminister des südamerikanischen Landes fordert mehr soziales und solidarisches Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Als Präsident der verfassungsgebenden Versammlung 2007/08 war er maßgeblich daran beteiligt, dass die Grundsätze des »Guten Lebens« (Buen Vivir) als Staatsziel in die Verfassung Ecuadors aufgenommen wurden.

Veranstaltung zu Buen Vivir im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Was genau ist Buen Vivir? Welche Perspektiven bietet es? Lässt sich dieses indigene Konzept auch in eine westliche Lebenswelt einbinden? Alberto Acosta präsentierte seine Ideen und Visionen und berichtete über seine Erfahrungen bei der politischen Umsetzung. Anschließend diskutierte er seine Thesen mit dem Journalisten Thomas Pampuch und dem Publikum.

Veranstaltung zu Buen Vivir im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Die Band Grupo Sal begleitete den Abend mit lateinamerikanischer Musik.

Vor der Veranstaltung konnten wir ein Interview mit Alberto Acosta führen. Darin spricht er über »Buen Vivir« als solidarische und ökologische Alternative zum Kapitalismus und wo dieses Prinzip bereits gelebt und umgesetzt wird - trotz Jahrhunderten der Unterdrückung und Kolonialisierung, trotz der gegenwärtig konträren Regierungspolitik in Ecuador.

18-21 Uhr, Haus 2 der FES

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Film (OmU) und Diskussion | Mittwoch, 22. April 2015

»Park Avenue« -
Das Ende des amerikanischen Traums

Die Ungleichheit in den USA ist in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen. Gleichzeitig sank die soziale Mobilität - die Vereinigten Staaten bieten heute schlechtere Aufstiegschancen als andere Industrieländer. Der amerikanische Traum ist für die meisten Amerikaner_innen unerreichbar geworden.

In seinem Film »740 Park Avenue: Geld, Macht und der amerikanische Traum« zeigt Regisseur Alex Gibney die krasse Ungleichheit in den USA. Und wie sie zementiert wird: Durch die politische und mediale Einflussnahme der Superreichen, durch das System der Wahlkampffinanzierung und die Pervertierung des amerikanischen Ideals von Unabhängigkeit und Freiheit.

Michael Shank, amerikanischer TV-, Radio- und Zeitungskommentator, diskutierte anschließend mit dem Publikum über den Film.

Einen englischsprachigen IPG-Vodcast mit ihm über das Ende des amerikanischen Traums können Sie hier ansehen:

19-21:30 Uhr, Sputnik Kino

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

In Kooperation mit Logo des Sputnik Kinos

Trailer anschauen:

 

Workshop | Donnerstag, 23. April 2015

Nachhaltig leben – und sich wohlfühlen!

Sozial-ökologischer Fortschritt basiert letztlich auch auf politischen Entscheidungen. Aber jedes Individuum kann gesellschaftliche Reformen anstoßen und den eigenen Lebensstil verändern. Das ist allerdings oft leichter gesagt als getan: Gewohnheiten und Normen hemmen viele Menschen, ihre herkömmlichen Konsummuster und Lebensweisen zu verändern. Doch warum fällt es manchen schwer, nachhaltiger zu leben, während sich andere vergleichsweise leicht danach ausrichten können?

Ein bisher wenig beachteter Faktor ist das subjektive Wohlbefinden. Die Annahme: Gesellschaftliche Veränderungen sind in einem Industrieland deutlich erfolgreicher, wenn die Bürger_innen ihre Lebensstile gerne anpassen, wenn sie sich also gut dabei fühlen, nachhaltiger zu konsumieren. Doch wie erreicht man dieses Wohlbefinden und was sind die Grundbausteine dafür?

In dem zweistündigen Workshop erarbeiteten sich die Teilnehmer_innen eine besondere psychologische Perspektive zu diesen Fragen, die sie dann an praktischen Beispielen ausprobieren konnten. Die Methode basiert auf einem Modell des Dortmunder Professors Marcel Hunecke. Referentin Anne Römpke brachte sie den Teilnehmer_innen unterhaltsam und verständlich näher. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Umweltpsychologie in Erfurt studiert und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig.

14-16 Uhr, Haus 2 der FES

 

Film und Diskussion | Donnerstag, 23. April 2015

»Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben«

Wie kann ich als Einzelner nachhaltiger leben und wie lässt sich die Gesellschaft zukunftsorientierter gestalten? Diesen Fragen geht die Journalistin Karin de Miguel Wessendorf in ihrem Dokumentarfilm »Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben« nach. Sie reist quer durch Europa, um sich von Lebensweisen und Bewegungen inspirieren zu lassen, die einem ungebremsten Wirtschaftsanstieg kritisch gegenüberstehen. Ihre Dokumentation stellt die Verbindung zwischen Wachstum und Wohlstand in Frage.

Aktuelle Wirtschaftskrisen und drohende Klimaschocks zeigen, dass gesellschaftliche Veränderungen dringend notwendig sind. Umweltbelastungen, Ressourcenknappheit und steigendes Wachstum vergrößern dagegen soziale Ungleichheiten. Um gerechtere und nachhaltigere Zukunftsperspektiven zu entwickeln, müssen Regierungen, Unternehmen, Zivilgesellschaft - wir alle - neue Wege einschlagen. Der Film regt dazu an, über Formen von Postwachstumsgesellschaften nachzudenken, den eigenen Lebensstil kritisch zu beleuchten und nach politischen Alternativen zu suchen.

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierte Karin de Miguel Wessendorf mit Marco Bülow, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion über Möglichkeiten eines »besseren Lebens«.

17-19 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

Trailer anschauen:

 

Vortrag | Donnerstag, 23. April 2015

Los geht’s:
Wege in sozial-ökologische Gesellschaften

Die heutigen Wirtschafts- und Entwicklungsmodelle stoßen an ihre Grenzen, denn sie sind losgelöst von ökologischen Prozessen und menschlichen Grundbedürfnissen. Mehr noch: sie wirken ihnen sogar entgegen. Eine globalisierte Ökonomie, die grenzenlosem Wachstum verpflichtet ist, beutet die Erde und ihre Ressourcen immer weiter aus: Wälder, Wasser, fruchtbare Böden und Saatgut – einer radikalen Marktlogik folgend werden sie weltweit ausverkauft.

Vandana Shiva; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Mit dem Verweis auf das Gemeinwohl lässt sich die zunehmende Verarmung und Enteignung einer Mehrheit von Bürger_innen nicht mehr rechtfertigen. Die sozialen und ökologischen Kosten tragen Menschen und Gemeinschaften vor Ort – global gesehen wir alle. Dieses Modell ist nicht nachhaltig und im höchsten Maße ungerecht!

Vandana Shiva; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Vandana Shiva aus Indien ist Bürgerrechtlerin, Feministin, Umweltschützerin und promovierte Quantenphysikerin sowie Vorstandsmitglied im Weltzukunftsrat und Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

Shiva betonte

Vandana Shiva im Gespräch mit Julia Niharika Sen; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Sie mahnt uns und fordert, ein »Weiter so« beim Raubbau an Mensch und Natur angesichts der Folgen nicht zu akzeptieren. In der Abschlussveranstaltung sprach sie mit Julia Niharika Sen über alternative Wege hin zu sozial-ökologischen Gesellschaften.

Vandana Shiva; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

20-21:30 Uhr, Haus 2 der FES

Im Gespräch mit der FES betonte Shiva die sozialen Kosten der Globalisierung, wie beispielsweise die extreme Ungleichheit oder die Gewalt gegen Frauen, und die Notwendigkeit für umweltpolitisches Engagement, frei zugänglichem Samen und nachhaltiger Landwirtschaft in India und darüber hinaus. Das Video-Interview finden Sie hier:

Den Vortrag von Vandana Shiva können Sie hier nachhören:

    (englisch, 26min30)

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