Seitentitel: FES international - Soziale Gerechtigkeit.
FES / Zeit für Gerechtigkeit! Eine internationale Themenwoche der FES

Eine moderne Justitia ballt fordernd die Faust und hält eine Waage - Symbol für Gerechtigkeit - in der anderen Hand

Flyer

Alle Informationen zur Gerechtigkeitswoche 2015 auf einen Blick finden Sie im Flyer.

Veranstaltungsüberblick

Montag 20.4.2015 | 12-18 h
Just Contracts - Investitionen in eine nachhaltige Zukunft
Konferenz, Haus 1 der FES


21.-23.4.2015 | ganztags
Out of Soil
Künstlerische Intervention
Haus 2 der FES


Dienstag 21.4.2015 | 18-19:30 h
Eine grüne, inklusive, ökonomische Transformation in Subsahara-Afrika: Wunschdenken oder machbar?
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Dienstag 21.4.2015 | 19-20:30 h
Weg vom Öl – Energiewende im Nahen Osten?
Podiumsdiskussion, taz-Café


Dienstag 21.4.2015 | 20-21:30 h
Sozialer Basisschutz: Mit Sicherheit Gerechtigkeit
Buchvorstellung und Diskussion,
Haus 2 der FES


Dienstag, 21.4.2015 | 19-22 Uhr
Transition Theater: ZEITWOHLSTAND
Theaterabend,
Theater Aufbau Kreuzberg


Mittwoch, 22.4.2015 | 9:30-17 h
Transition Theater: ZEITWOHLSTAND
Theaterworkshop,
Theater Aufbau Kreuzberg


Mittwoch, 22.4.2015 | 11-15 h
Arbeit in Teilzeit, Armut in Vollzeit? Altersarmut von Frauen in Deutschland
Fachveranstaltung, Haus 2 der FES


Mittwoch, 22.4.2015 | 17:30-20 h
Zwei Jahre nach Rana Plaza – globaler Textilhandel auf dem Prüfstand
Podiumsdiskussion, Haus 2 der FES


Mittwoch, 22.4.2015 | 18-21 h
Buen Vivir – vom Recht auf ein gutes Leben
Diskussion und Musik, Haus 2 der FES


Mittwoch, 22.4.2015 | 19-21:30 h
»Park Avenue« - Das Ende des amerikanischen Traums
Film und Diskussion, Sputnik Kino


Donnerstag, 23.4.2015 | 14-16 h
Nachhaltig leben – und sich wohlfühlen!
Workshop, Haus 2 der FES


Donnerstag, 23.4.2015 | 17-19 h
»Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben«
Film und Diskussion, Haus 2 der FES


Donnerstag, 23.4.2015 | 20-21:30 h
Los geht’s: Wege in sozial-ökologische Gesellschaften
Vortrag, Haus 2 der FES

Veranstaltungsorte

Friedrich-Ebert-Stiftung
Haus 1
Hiroshimastr. 17
Haus 2
Hiroshimastr. 28
D-10785 Berlin
Telefon(030) 269 356
Kontakt & Anfahrt


Sputnik Kino
Höfe am Südstern
Hasenheide 54
3. HH, 5. OG
D-10967 Berlin
Telefon(030) 694 11 47

Lageplan


taz Café
Rudi-Dutschke-Str. 23
D-10969 Berlin
Telefon(030) 25 90 21 64

zur Website des taz Cafés


Theater Aufbau Kreuzberg (TAK)
Prinzenstraße 85F
D-10969 Berlin
Telefon(030) 505 67 000

Lageplan

Rückblick:
Gerechtigkeitswoche 2014

»Gerechtigkeit in Arbeit!« - die Höhepunkte der Gerechtigkeitswoche des Jahres 2014 dokumentiert ein Video, das Sie hier anschauen können.

Rückblick:
Gerechtigkeitswoche 2012

Von der Staatsverschuldung in Europa, dem Sparen in Griechenland bis zur Arabellion - die Höhepunkte der Gerechtigkeitswoche des Jahres 2012 dokumentiert eine Audioslideshow, die Sie hier anschauen können.

Rückblick:
Gerechtigkeitswoche 2011

Vom Arabischen Frühling zum Globalen Gesundheitsfond, von Arbeitsausbeutung zur sozialen Anerkennung von Frauen - die Highlights der Gerechtigkeitswoche 2011 dokumentiert eine Broschüre, die als PDF zum Download bereit steht.

Die Broschüre können Sie auch als Printversion bestellen.

Informationen

Bei Fragen zur FES-Themenwoche "Zeit für Gerechtigkeit!"
schreiben Sie an

gerechtigkeitswoche@fes.de

Zeit für Gerechtigkeit! Eine internationale Themenwoche der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 20.-23.4.2014 in Berlin

#justainability
Wege in sozial-ökologische Gesellschaften

Finanzcrash, Klimawandel, Umweltzerstörung – globale Krisen prägen unsere Zeit. Dazu kommen die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sowie der Rückgang des Vertrauens in die Demokratie. Während die alten Industrieländer ihre Globalisierungsgewinne verteidigen, rücken Schwellenländer mit enormem Wachstum nach. Beide konkurrieren ohne Rücksicht auf die langfristigen Folgen um natürliche Ressourcen, Märkte und Konsumenten. Andere Länder werden ganz abgehängt.

Gesellschaften, die nur die Symptome und Folgen dieser Entwicklungen reparieren, ansonsten aber weitermachen wie bisher, werden zu »Weltuntergangsmodellen« (Ulrich Beck).

Dringend erforderlich sind strukturelle Veränderungen und ein Ende grenzenlosen Wachstums. Ein tiefgreifender Wandel zu mehr sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit ist notwendig.

Dazu bedarf es eines modernen Verständnisses von Wohlstand und Entwicklung. Wir müssen die globalen Produktionsbedingungen und unseren Konsumstil kritisch hinterfragen, um die Ausbeutung von Mensch und Natur zu stoppen. Arbeit gilt es neu zu definieren und in Zukunft auch anders zu organisieren, ohne den Wert von Erwerbsarbeit herabzusetzen. Frauen und Männer sollten in allen Lebensbereichen gleichberechtigt sein, Familienarbeit ist Aufgabe beider Geschlechter. Aber auch gesellschaftlich und global sind alte und neue Verteilungsfragen zu lösen. Insgesamt muss der Lebensstil aller Menschen sozial gerechter und ökologisch verträglicher werden.

Doch wie lässt sich dieser Wandel gestalten? Krisenzeiten werden nur dann zu Zeiten des Aufbruchs, wenn gesellschaftliche Lernprozesse einsetzen, politische Mentalitäten sich ändern und Alternativen entstehen. Dafür ist es wichtig, Themen zu setzen, Inhalte zu diskutieren und Partner_innen zu identifizieren.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung stellte sich mit der vierten internationalen Themenwoche »Zeit für Gerechtigkeit!« dieser Aufgabe. Sie stand unter dem Motto: #JUSTAINABILITY – Wege in sozial-ökologische Gesellschaften. In Diskussionen und auf Konferenzen, bei Film, Musik und Theater skizzierten und debattierten Expert_innen und Gäste aus allen Weltregionen politische Alternativen.

 

Podcast: Die FES-Gerechtigkeitswoche 2015

Die 4. internationale Themenwoche »Zeit für Gerechtigkeit!« ist zu Ende - ein interessiertes Publikum nahm an den über Berlin verteilten Diskussionen, Filmen, Workshops, Musik, Theater und einem Kunstprojekt teil. Aktuelle und kontrovers diskutierte Themen und engagierte Vorträge bekannter Persönlichkeiten wie Vandana Shiva und Alberto Acosta gaben Anstöße dafür, dass wir alle stärker über die Fragen von Morgen nachdenken müssen.

Der FES-Podcast gibt einen Eindruck von der Vielfalt der diskutierten Themen:

    (deutsch, 9min40)

oder Datei downloaden

Darüber hinaus finden Sie auf dieser Seite u.a. Video-Interviews mit Vandana Shiva und Alberto Acosta, die wir im Rahmen der Gerechtigkeitswoche führen konnten.

Konferenz | Montag, 20. April 2015

Just Contracts -
Investitionen in eine nachhaltige Zukunft

Die Vereinten Nationen (VN) wollen erreichen, dass international agierende Unternehmen ihre Aktivitäten an Menschenrechtsstandards binden. Lange haben sie dabei auf freiwillige Instrumente wie den Global Compact gesetzt. An der Wirksamkeit solcher Initiativen gibt es jedoch starke Zweifel. Darum hat der VN-Menschenrechtsrat 2011 die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Staaten werden darin angehalten, im nationalen Recht verbindliche Vorgaben für Unternehmen festzulegen.

Visualisierung aus der Konferenz Just Contracts im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015 von Imke Schmidt-Sári
Visualisierung: Imke Schmidt-Sári

Deutschland hat erst Ende 2014 und auf Druck der Zivilgesellschaft mit der Umsetzung der Leitprinzipien begonnen. Das Auswärtige Amt moderiert einen Prozess, an dem sich auch die Wirtschaft und Menschenrechtsgruppen beteiligen, um einen »Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte« auszuarbeiten.

Visualisierung aus der Konferenz Just Contracts im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015 von Imke Schmidt-Sári
Visualisierung: Imke Schmidt-Sári

Diese Konferenz, die die FES mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) durchführt, sollte zur Diskussion beitragen. Zentrale Fragen: Wie können in Investitionsabkommen zwischen Staat und Investoren Mechanismen für den Schutz von Menschenrechten eingeführt werden? Wie lässt sich die politische Handlungsfähigkeit erhalten und wie setzen dies andere Länder um?

Visualisierung aus der Konferenz Just Contracts im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015 von Imke Schmidt-Sári
Visualisierung: Imke Schmidt-Sári

Die Moderatoren Christian Tietje, Universität Halle, und Felix Kirchmeier, FES, diskutierten darüber mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin a.D. und Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., Julia Duchrow, Leitung Referat Menschenrechte und Frieden bei Brot für die Welt, Lene Wendland, VN-Hochkommissariat für Menschenrechte, Aldo Caliari, Rethinking Bretton Woods Project, und Michael Windfuhr vom Deutschen Institut für Menschenrechte.

Es wurden Vorschläge entwickelt, die die Bundesregierung künftig beim Abschluss von Investitionsschutzabkommen oder Auslandskreditversicherungen beachten sollte.

12-18 Uhr, Haus 1 der FES

Den Veranstaltungsbericht der DGVN finden Sie hier: Deutsche Auslandsinvestitionen: Menschenrechtsexperten fordern klare Auflagen

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

In Kooperation mit Logo der DGVN

 

Künstlerische Intervention | Dienstag, 21. bis Donnerstag, 23. April 2015

Out of Soil

Wie viel Boden ist in deinem Essen? Mit dem Zusammenhang von Nahrung, dem Verlust fruchtbarer Böden und dem Recht auf Landnutzung beschäftigt sich das interventionistische Projekt »Out of Soil«. Die Künstlerin Myriel Milicevic hat es in Kooperation mit den prozessagenten für die FES-Gerechtigkeitswoche entwickelt.

Myriel Milicevic erklärt die Bodenprofile beim Kunstprojekt Out of Soil; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

In ihrer Arbeit erkundete Milicevic die unsichtbaren Verbindungen zwischen Menschen und deren natürlicher, sozialer und technischer Umwelt. Dies geschah auf spielerische und partizipative Weise. So wollte sie die Teilnehmer_innen zum Nachdenken über andere Systeme anregen.

Susanne Jaschko von den prozessagenten im Gespräch mit Gästen; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Lesen Sie hier mehr über dieses Projekt

Vandana Shiva beim Kunstprojekt Out of Soil der prozessagenten; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

zum Blog Out of Soil der prozessagenten

 

ab 18:00 Uhr, Haus 2 der FES

In Kooperation mit Logo der prozessagenten und neighbourhoodsatellites.com.

 

Podiumsdiskussion | Dienstag 21. April 2015

Eine grüne, inklusive, ökonomische Transformation in Subsahara-Afrika - Wunschdenken oder machbar?

Als Antwort auf die globalen Krisen unserer Zeit wird verstärkt nach einer sozialen und ökologischen Transformation gerufen. Auf dem afrikanischen Kontinent finden derartige Debatten jedoch kaum statt. Europa wiederum blickt meist undifferenziert auf Subsahara-Afrika und konzentriert sich auf schnelles Wirtschaftswachstum und die zunehmende Mittelschicht.

Die zentrale Herausforderung ist, die dringend benötigte wirtschaftliche Entwicklung in Subsahara-Afrika mit ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Nur wie lässt sich das vorherrschende Wirtschaftsmodell vor diesem Hintergrund umgestalten? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich? Wie sind Verteilungsfragen anzupacken?

Veranstaltung zur ökonomischen Transformation in Subsahara-Afrika im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Über Veränderungsprozesse und den Entwurf neuer Gesellschaftsmodelle in Afrika müssen die betroffenen Staaten unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen diskutieren. Die im Rahmen der Gerechtigkeitswoche der FES gemeinsam mit dem GIGA German Institute of Global and Area Studies organisierte öffentliche Podiumsdiskussion »Green inclusive economic transformation in Sub-Saharan Africa: Wishful thinking or feasible pathway?« bot eine Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie die Wirtschaft in Subsahara-Afrika gerechter, inklusiver und nachhaltiger gestaltet werden kann. Dabei standen drei Aspekte im Vordergrund: Arbeit und Beschäftigungspolitik, Landwirtschaft und inklusive Entwicklung sowie das Konzept des Degrowth.

Veranstaltung zur ökonomischen Transformation in Subsahara-Afrika im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Es diskutierten mit Dagmar Dehmer, Der Tagesspiegel: Funmi Adewumi, Elizade University, Nigeria; Claude Bizimana, SAKSS, Ministry of Agriculture and Animal Resources, Ruanda; Patrick Bond, University of KwaZulu-Natal, Südafrika; und andere.

18-19:30 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

Das Programm können Sie hier herunterladen: Englisch

Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

In Kooperation mit zur Website des GIGA

 

Podiumsdiskussion | Dienstag, 21. April 2015

Weg vom Öl – Energiewende im Nahen Osten?

Veranstaltung zur Energiewende im Nahen Osten im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Robert Maté
Photo: Robert Maté

Der Ölpreis auf historischem Tiefstand, Fracking auf dem Vormarsch, Atomenergie wieder im Aufwind – diese Entwicklungen machen auch vor der Region des Nahen und Mittleren Ostens nicht halt. »Solarstrom aus der Wüste« klingt wie eine Utopie vergangener Zeiten. Eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Energiewende scheint in weiter Ferne. Dabei könnten mehr erneuerbare Energien angesichts fortschreitender sozialer Spannungen, der Bevölkerungsexplosion sowie steigendem Energieverbrauch gerade in dieser Region eine sinnvolle Lösung sein.

Veranstaltung zur Energiewende im Nahen Osten im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Robert Maté
Photo: Robert Maté

Doch wie lässt sich eine nachhaltige Energiewende umsetzen und sozial gerecht gestalten? Welche Rolle spielen dabei transparente Governance-Strukturen? Kann die deutsche Energiewende ein Vorbild sein?

Veranstaltung zur Energiewende im Nahen Osten im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Robert Maté
Photo: Robert Maté

Mit Karin Kneissl diskutierten: Malek Kabariti, ehem. Energieminister Jordaniens, Nina Scheer, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und Tareq Emtairah, Regional Center for Renewable Energy and Energy Efficiancy, Kairo.

19-20:30 Uhr, taz Café

»Das ist Wahnsinn«: Ein IPG Vodcast mit Malek A. Kabariti, jordanischer Energieminister a. D. über Energie und Kernkraft im Nahen Osten:

Einen englischsprachigen Veranstaltungsbericht des Regional Center for Renewable Energy and Energy Efficiency finden Sie hier: www.rcreee.org

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

 

Buchvorstellung und Diskussion | Dienstag, 21. April 2015

Sozialer Basisschutz:
Mit Sicherheit Gerechtigkeit

Im Windschatten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise konnte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit der Empfehlung 202 zum sozialen Basisschutz weltweit anerkannte, sozialpolitische Mindeststandards etablieren: ein einmaliger globaler Konsens, verbunden mit der Erkenntnis, dass soziale Sicherheit nicht nur ein Gebot sozialer Gerechtigkeit ist, sondern ebenso ein Gebot ökonomischer Weisheit.

Veranstaltung zum sozialen Basisschutz im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Derweil hat sich die Finanz- und Wirtschaftskrise jedoch zu einer Fiskalkrise gewandelt. Austeritätsprogramme sind wieder an der Tagesordnung, was den Spielraum für den Auf- und Ausbau sozialer Basisschutzsysteme stark einzuschränken droht. Wie lässt sich dennoch gewährleisten, dass die 184 Staaten der ILO ihrer Selbstverpflichtung zum Auf- und Ausbau sozialer Basisschutzsysteme nachkommen?

Veranstaltung zum sozialen Basisschutz im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Darüber diskutierten internationale Expert_innen zunächst in einem nicht-öffentlichen Fachgespräch. Anschließend wurde das neue Handbuch für zivilgesellschaftliche Akteure für die weltweite Umsetzung sozialer Basisschutzsysteme öffentlich präsentiert.

Veranstaltung zum sozialen Basisschutz im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Mit Michael Cichon, International Council for Social Welfare diskutierten über seine Umsetzung mit Axel Schäfer, MdB, stv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Kuhn, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Catalina Devandas Aguilar, UN Special Rapporteur on the Rights of Persons with Disabilities sowie Christina Behrendt, Internationale Arbeitsorganisation ILO.

20-21:30 Uhr, Haus 2 der FES

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

 

Theaterabend & -Workshop | Dienstag 21. & Mittwoch 22. April 2015

»Transition Theater«: ZEITWOHLSTAND

Wir wollen entschleunigen und hetzen doch von einer Krise zur nächsten. In vielen alltäglichen Momenten haben wir das Gefühl, keine Zeit zu haben – für uns selbst, unsere Gesundheit, soziale Beziehungen und für einen Lebensstil, der die ökologischen Grenzen des Planeten berücksichtigt. Unsere auf Wachstum und Beschleunigung basierende Entwicklung kommt an ihre Grenzen. Und jetzt? Wie lässt sich das gegenwärtige Modell überwinden und alternativ eine sozial-ökologische Gesellschaftsform gestalten?

Dominik Werner, Theaterpädagoge aus Marburg, ist Initiator des Transition Theater. Mit einer der ältesten Sprachen der Menschheit – der Schauspielerei – regte er auf zwei Veranstaltungen der FES-Gerechtigkeitswoche zum Reflektieren an.

Beim interaktiven Theaterabend »Zeitwohlstand« erkundeten die Teilnehmer_innen mit der Methode »Polizist im Kopf« eigene Geschichten aus dem alltäglichen Leben. »Mentale Infrastrukturen« beeinflussen dabei wesentlich ihre Entscheidungen und Handlungen. Gemeinsam suchten sie nach Wegen, um ungesunden kulturellen Überzeugungen widerstehen und diese transformieren zu können.

Dienstag, 21. April 2015, 19:00-22:00 Uhr, Theater Aufbau Kreuzberg (TAK)


Mit Übungen, Spielen und Methoden des Bildertheaters ergründeten die Teilnehmer_innen des Theaterworkshops, vor welchen Herausforderungen wir Menschen angesichts der Krisen unserer Zeit stehen. Im kreativen Raum des Theaters erweckten sie ihre Imagination, formten Bilder von einem guten Leben und suchten gemeinsam nach Strategien für eine sozial-ökologische Transformation.

Mittwoch, 22. April 2015, 9:30-17:00 Uhr, Theater Aufbau Kreuzberg (TAK)

In Kooperation mit Logo des TAK und Logo des TAK

 

Fachveranstaltung | Mittwoch, 22. April 2015

Arbeit in Teilzeit, Armut in Vollzeit? Altersarmut von Frauen in Deutschland

Wissenschaftler_innen warnen seit langem, dass sich Altersarmut in den kommenden Jahrzehnten zu einem großen sozialen Problem in Deutschland entwickeln wird. Betroffen sind insbesondere Menschen, deren Erwerbsbiografie Lücken aufweist und die in wenig lukrativen Berufen gearbeitet haben. Gerade auf Frauen, die Kinder erzogen, Angehörige gepflegt und häufig nur in Teilzeit gearbeitet haben, trifft dies zu.

Prof. Marianne Sundström erklärt in der Diskussion mit den Veranstaltungsgästen die Vorzüge des schwedischen Rentensystems sowie die Bedingungen der Teilzeitarbeit in Schweden (vorne links: Dr. Dina Frommert. Deutsche Rentenversicherung Bund); Foto: Ursula Kelm
Photo: © Ursula Kelm

Die Frage, wie Teilzeit und Altersarmut im Zusammenhang stehen, analysiert Dina Frommert, Deutsche Rentenversicherung Bund. Lösungsansätze anhand des Beispiels der Nordischen Länder stellt Marianne Sundström, Universität Stockholm vor.

Die Podiumsgäste v.l.n.r.: Christina Bylow, Elke Ferner, Elisabeth Niejahr, Hannelore Buls, Dr. Susanne Blancke; Foto: Ursula Kelm
Photo: © Ursula Kelm

Mit Elisabeth Niejahr (DIE ZEIT) diskutierten Elke Ferner, Parl. Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Hannelore Buls, Deutscher Frauenrat, Susanne Blancke, Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Christina Bylow, Journalistin und Buchautorin.

11-15 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

 

Podiumsdiskussion | Mittwoch, 22. April 2015

Zwei Jahre nach Rana Plaza - globaler Textilhandel auf dem Prüfstand

1100 Näher_innen starben beim Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza in Bangladesch vor zwei Jahren. Eine erste Konsequenz aus dem Unglück: Der »Accord«, ein neuartiges Abkommen zwischen internationalen Modefirmen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Es soll verlässliche Sicherheitsstandards in der Textilindustrie schaffen.

Veranstaltung zu zwei Jahren nach Rana Plaza im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Doch viele Fragen sind noch ungeklärt: Was bedeutet soziale Gerechtigkeit entlang globaler Zulieferketten? Welche Verantwortung tragen die Bekleidungsunternehmen für die Arbeitsbedingungen bei ihren Produzenten? Was ist die Rolle von Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und Regierung im Herstellerland? Und was können das 2014 gegründete »Bündnis für nachhaltige Textilien« und eine G7-Initiative der Bundesregierung in diesem Kontext leisten?

Veranstaltung zu zwei Jahren nach Rana Plaza im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Mit Gerhard Schröder, Deutschlandradio, diskutierten: Rolf Heimann, hessnatur Stiftung, Susanne Hoffmann, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Henrik Maihack, FES Bangladesch, Juliane Schröder, Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V. und Uwe Wötzel, ver.di Bundesverwaltung.

Veranstaltung zu zwei Jahren nach Rana Plaza im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

17:30-20 Uhr, Haus 2 der FES

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

 

Diskussion und Musik | Mittwoch, 22. April 2015

Buen Vivir – Vom Recht auf ein gutes Leben
Neue Töne aus Lateinamerika

Alberto Acosta, international anerkannter Ökonom und Politiker aus Ecuador, ist einer der bedeutendsten Vertreter eines Konzeptes, das eine neue Ethik der Entwicklung propagiert. Der ehemalige Energieminister des südamerikanischen Landes fordert mehr soziales und solidarisches Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Als Präsident der verfassungsgebenden Versammlung 2007/08 war er maßgeblich daran beteiligt, dass die Grundsätze des »Guten Lebens« (Buen Vivir) als Staatsziel in die Verfassung Ecuadors aufgenommen wurden.

Veranstaltung zu Buen Vivir im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Was genau ist Buen Vivir? Welche Perspektiven bietet es? Lässt sich dieses indigene Konzept auch in eine westliche Lebenswelt einbinden? Alberto Acosta präsentierte seine Ideen und Visionen und berichtete über seine Erfahrungen bei der politischen Umsetzung. Anschließend diskutierte er seine Thesen mit dem Journalisten Thomas Pampuch und dem Publikum.

Veranstaltung zu Buen Vivir im Rahmen der FES Gerechtigkeitswoche 2015; Photo: Konstantin Börner
Photo: Konstantin Börner

Die Band Grupo Sal begleitete den Abend mit lateinamerikanischer Musik.

Vor der Veranstaltung konnten wir ein Interview mit Alberto Acosta führen. Darin spricht er über »Buen Vivir« als solidarische und ökologische Alternative zum Kapitalismus und wo dieses Prinzip bereits gelebt und umgesetzt wird - trotz Jahrhunderten der Unterdrückung und Kolonialisierung, trotz der gegenwärtig konträren Regierungspolitik in Ecuador.

18-21 Uhr, Haus 2 der FES

Den Veranstaltungsbericht können Sie hier herunterladen: Deutsch

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

 

Film (OmU) und Diskussion | Mittwoch, 22. April 2015

»Park Avenue« -
Das Ende des amerikanischen Traums

Die Ungleichheit in den USA ist in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen. Gleichzeitig sank die soziale Mobilität - die Vereinigten Staaten bieten heute schlechtere Aufstiegschancen als andere Industrieländer. Der amerikanische Traum ist für die meisten Amerikaner_innen unerreichbar geworden.

In seinem Film »740 Park Avenue: Geld, Macht und der amerikanische Traum« zeigt Regisseur Alex Gibney die krasse Ungleichheit in den USA. Und wie sie zementiert wird: Durch die politische und mediale Einflussnahme der Superreichen, durch das System der Wahlkampffinanzierung und die Pervertierung des amerikanischen Ideals von Unabhängigkeit und Freiheit.

Michael Shank, amerikanischer TV-, Radio- und Zeitungskommentator, diskutierte anschließend mit dem Publikum über den Film.

Einen englischsprachigen IPG-Vodcast mit ihm über das Ende des amerikanischen Traums können Sie hier ansehen:

19-21:30 Uhr, Sputnik Kino

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

In Kooperation mit Logo des Sputnik Kinos

Trailer anschauen:

 

Workshop | Donnerstag, 23. April 2015

Nachhaltig leben – und sich wohlfühlen!

Sozial-ökologischer Fortschritt basiert letztlich auch auf politischen Entscheidungen. Aber jedes Individuum kann gesellschaftliche Reformen anstoßen und den eigenen Lebensstil verändern. Das ist allerdings oft leichter gesagt als getan: Gewohnheiten und Normen hemmen viele Menschen, ihre herkömmlichen Konsummuster und Lebensweisen zu verändern. Doch warum fällt es manchen schwer, nachhaltiger zu leben, während sich andere vergleichsweise leicht danach ausrichten können?

Ein bisher wenig beachteter Faktor ist das subjektive Wohlbefinden. Die Annahme: Gesellschaftliche Veränderungen sind in einem Industrieland deutlich erfolgreicher, wenn die Bürger_innen ihre Lebensstile gerne anpassen, wenn sie sich also gut dabei fühlen, nachhaltiger zu konsumieren. Doch wie erreicht man dieses Wohlbefinden und was sind die Grundbausteine dafür?

In dem zweistündigen Workshop erarbeiteten sich die Teilnehmer_innen eine besondere psychologische Perspektive zu diesen Fragen, die sie dann an praktischen Beispielen ausprobieren konnten. Die Methode basiert auf einem Modell des Dortmunder Professors Marcel Hunecke. Referentin Anne Römpke brachte sie den Teilnehmer_innen unterhaltsam und verständlich näher. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Umweltpsychologie in Erfurt studiert und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig.

14-16 Uhr, Haus 2 der FES

 

Film und Diskussion | Donnerstag, 23. April 2015

»Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben«

Wie kann ich als Einzelner nachhaltiger leben und wie lässt sich die Gesellschaft zukunftsorientierter gestalten? Diesen Fragen geht die Journalistin Karin de Miguel Wessendorf in ihrem Dokumentarfilm »Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben« nach. Sie reist quer durch Europa, um sich von Lebensweisen und Bewegungen inspirieren zu lassen, die einem ungebremsten Wirtschaftsanstieg kritisch gegenüberstehen. Ihre Dokumentation stellt die Verbindung zwischen Wachstum und Wohlstand in Frage.

Aktuelle Wirtschaftskrisen und drohende Klimaschocks zeigen, dass gesellschaftliche Veränderungen dringend notwendig sind. Umweltbelastungen, Ressourcenknappheit und steigendes Wachstum vergrößern dagegen soziale Ungleichheiten. Um gerechtere und nachhaltigere Zukunftsperspektiven zu entwickeln, müssen Regierungen, Unternehmen, Zivilgesellschaft - wir alle - neue Wege einschlagen. Der Film regt dazu an, über Formen von Postwachstumsgesellschaften nachzudenken, den eigenen Lebensstil kritisch zu beleuchten und nach politischen Alternativen zu suchen.

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierte Karin de Miguel Wessendorf mit Marco Bülow, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion über Möglichkeiten eines »besseren Lebens«.

17-19 Uhr, Haus 2 der FES

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch

Trailer anschauen:

 

Vortrag | Donnerstag, 23. April 2015

Los geht’s:
Wege in sozial-ökologische Gesellschaften

Die heutigen Wirtschafts- und Entwicklungsmodelle stoßen an ihre Grenzen, denn sie sind losgelöst von ökologischen Prozessen und menschlichen Grundbedürfnissen. Mehr noch: sie wirken ihnen sogar entgegen. Eine globalisierte Ökonomie, die grenzenlosem Wachstum verpflichtet ist, beutet die Erde und ihre Ressourcen immer weiter aus: Wälder, Wasser, fruchtbare Böden und Saatgut – einer radikalen Marktlogik folgend werden sie weltweit ausverkauft.

Vandana Shiva; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Mit dem Verweis auf das Gemeinwohl lässt sich die zunehmende Verarmung und Enteignung einer Mehrheit von Bürger_innen nicht mehr rechtfertigen. Die sozialen und ökologischen Kosten tragen Menschen und Gemeinschaften vor Ort – global gesehen wir alle. Dieses Modell ist nicht nachhaltig und im höchsten Maße ungerecht!

Vandana Shiva; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Vandana Shiva aus Indien ist Bürgerrechtlerin, Feministin, Umweltschützerin und promovierte Quantenphysikerin sowie Vorstandsmitglied im Weltzukunftsrat und Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

Shiva betonte

Vandana Shiva im Gespräch mit Julia Niharika Sen; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

Sie mahnt uns und fordert, ein »Weiter so« beim Raubbau an Mensch und Natur angesichts der Folgen nicht zu akzeptieren. In der Abschlussveranstaltung sprach sie mit Julia Niharika Sen über alternative Wege hin zu sozial-ökologischen Gesellschaften.

Vandana Shiva; Foto: Jens Jeske
Photo: Jens Jeske

20-21:30 Uhr, Haus 2 der FES

Im Gespräch mit der FES betonte Shiva die sozialen Kosten der Globalisierung, wie beispielsweise die extreme Ungleichheit oder die Gewalt gegen Frauen, und die Notwendigkeit für umweltpolitisches Engagement, frei zugänglichem Samen und nachhaltiger Landwirtschaft in India und darüber hinaus. Das Video-Interview finden Sie hier:

Den Vortrag von Vandana Shiva können Sie hier nachhören:

    (englisch, 26min30)

oder Datei downloaden

Das Programm können Sie hier herunterladen: Deutsch | Englisch

 

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