Menschenrechtspreis 2016

Verleihung des FES-Preises an die kolumbianische Frauenbewegung La Ruta Pacífica

  • Bild: La Ruta Pacífica

Warum der Preis an La Ruta Pacífica verliehen wurde:

Politischer Hintergrund: Im Laufe des seit über 50 Jahren andauernden Konflikts in Kolumbien wurden zahlreiche Frauen in ihren Rechten verletzt, viele erfuhren sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Kolumbien, das momentan kurz vor dem Abschluss eines Friedensabkommens steht, ist dabei kein Einzelfall: Gerade in Konfliktsituationen ist Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein weltweit verbreitetes Problem. Gleichzeitig sind Friedensprozesse nach wie vor männlich dominiert. Das gilt auch mehr als 15 Jahre nach der Verabschiedung der Resolution 1325 im VN-Sicherheitsrat, die den Schutz von Frauen und Mädchen in Konflikten sowie deren gleichberechtigte Beteiligung an Friedensprozessen forderte.

Die Preisträgerin: Die Ruta Pacífica macht mit kreativem und mutigem Engagement auf die Auswirkungen des Konflikts auf das Leben von Frauen aufmerksam und setzt sich für die Friedensverhandlungen ein. In deren Rahmen verschafft sie den Perspektiven und Anliegen von Frauen aller sozialen Schichten Gehör. Sie unterstützt Frauen, die Opfer des Konflikts wurden, streitet für Wahrheitsfindung, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung und fördert eine partizipative Erinnerungskultur.

Mit der Verleihung des Menschenrechtspreises 2016 an La Ruta Pacífica de las Mujeres würdigte die Friedrich-Ebert-Stiftung die Arbeit eines Zusammenschlusses von über 300 Organisationen, der sich in Kolumbien prominent gegen Gewalt und für die Rechte der vom Konflikt betroffenen Frauen engagiert.

Stellvertretend für die Organisation nahm deren nationale Koordinatorin, Marina Gallego, den Preis entgegen. Sie ist Gründungsmitglied der Ruta Pacífica und nahm unter anderem als Mitglied einer Delegation von Expertinnen zum Thema Gender an den Friedensverhandlungen teil.

Interview mit Marina Gallego, Rechtsanwältin und Stellvertreterin vieler 1000 Frauen

Anlässlich der Verleihung des Menschenrechtspreises haben wir in Berlin ein Interview mit Marina Gallego auf Deutsch und auf Spanisch geführt.

Der FES-Menschenrechtspreis wird seit 1994 jedes Jahr an Personen oder Organisationen verliehen, die sich in verschiedenen Teilen der Welt in herausragender Weise für die Menschenrechte engagiert haben. Er wird aus dem Feist-Fonds vergeben, dem Nachlass des Ehepaares Karl und Ida Feist aus Hamburg.

Weitere Medienberichte, Interviews und Informationen auf Deutsch und Englisch

Programm vom 17. März 2016

17.00 Uhr  ANMELDUNG

17.30 Uhr  BEGRÜSSUNG

  • Christiane Kesper, Leiterin Abteilung Internationale Entwicklungszusammenarbeit, FES


17.45 Uhr  PODIUMSDISKUSSION
Feministische Wege zum Frieden – Für geschlechtergerechte Konfliktlösung in Kolumbien und weltweit

  • Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Bundesministerin a. D.
  • Marina Gallego, Ruta Pacífica
  • Prof. Dr. Anika Oettler, Universität Marburg
  • Frank Schwabe, MdB, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktionfür Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe
  • MODERATION: Dr. Christiane Schulz


19.15 Uhr  VERLEIHUNG DES MENSCHENRECHTSPREISES
Musikalische Einstimmung

Begrüßung:
Kurt Beck, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, Ministerpräsident a. D.
Filmisches Porträt der Preisträgerin

Laudatio:
Edelgard Bulmahn
, MdB, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags

Verleihung der Ehrenurkunde des Menschenrechtspreises 2016 an Marina Gallego, nationale Koordinatorin der Ruta Pacífica,
durch Kurt Beck, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, Ministerpräsident a. D.

Rede:
Marina Gallego


Musikalischer Ausklang
20.30 Uhr Empfang

Es fand Simultandolmetschung auf Spanisch - Deutsch statt.

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