Einladung zum Launch-Event

Mittwoch, 15. April 2026

 
 
 
 
Frau mit Buch und Mikro
von FES
 

Zwei neue Studien aus der Reihe „Triumph der Frauen?” der FES analysieren die sich wandelnden Geschlechterverhältnisse in der Türkei und in Russland. Wir laden Sie herzlich ein, beim Launch dabei zu sein!

 

 

Geschlechterrolle rückwärts in Russland und der Türkei?! - Die Rolle von Parteien im anti-feministischen Backlash 

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Shifting Gender Regimes in Russia and Turkey – Role of Parties in the Anti-feminist Backlash

 

Rosa Hintergrund mit violettem Dreieck
von FES
 

Programm 

15. April 2026, 6:30 pm – 9:30 pm (doors open at 6:00 pm), Hiroshimastr. 17, 10785 Berlin

 

6:00 pm - Registration

 

6:30 pm - Welcome/Begrüßung

Dr. Stefanie Elies, Gender Coordinator of the Friedrich-Ebert-Stiftung, and Helene Kortländer, Head of Department for Eastern Europe 

 

6:45 pm - Key Note

Mariana Katzarova, Special Rapporteur on the situation of human rights in the Russian Federation, UN Human Rights Council

 

7:00 pm - Political Commentary/Politischer Kommentar

 

7:15 pm - Presentation of study results/Präsentation der Studien

Alexandra (Sasha) Talaver and Selime Büyükgöze

 

8:00 pm - Discussion/Diskussion: „Shifting Gender Regimes“

Dr. Sabine Fischer, Senior Fellow, Stiftung Wissenschaft und Politik

Selime Büyükgöze, Assistant Professor in the Department of New Media and Communication at Istanbul Topkapı University

Alexandra (Sasha) Talaver, Center for Independent Social Research (CISR e.V.).

Orkan Özdemir, MdA/Member of the House of Representatives Berlin

Lölja Nordic, Feminist Anti-War Resistance (FAR) 

 

From 8:45 pm - Ask-Me-Anything/Vernetzungsbörse

with action platforms, migrant self-organizations, gender civil society, trade unions and others

 

Moderatorin: Stefanie Elies, Gender Coordinator of FES 

 

 

Inhalt: 

— english version below ---

 

Die Geschlechterfrage wird zunehmend zu einem strategischen Mobilisierungsinstrument autoritärer Ideologien, die gesellschaftliche Spaltungen für politische Zwecke ausnutzen wollen. 

Die Instrumentalisierung von Geschlecht und Sexualität ist zu einer bewussten Strategie der Machtpolitik geworden, die oft in überkommenen patriarchalen Strukturen verwurzelt ist. Das ist sicherlich kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie: Unter dem Kampfbegriff einer vermeintlichen „Gender-Ideologie” werden die Rechte von Frauen und marginalisierten Gruppen systematisch untergraben und als Bedrohung für die nationale Sicherheit, traditionelle oder familiäre Werte oder bestehende Geschlechterrollen dargestellt. Dies geschieht nicht nur durch den Rückzug aus oder die Verweigerung der Ratifizierung von entsprechenden Konventionen, wie der Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen, oder durch die Blockade gleichstellungspolitischer Instrumente. 

Antifeministische Ideologien und Narrative dienen auch als Deckmantel für Gesetze, die sich gegen weitere marginalisierte Gruppen, LGBTIQ, die Zivilgesellschaft und andere Kontrollinstanzen der Exekutive richten. 

Zwei neue Studien aus der Reihe „Triumph der Frauen?” der Friedrich-Ebert-Stiftung analysieren die sich wandelnden Geschlechterverhältnisse in der Türkei und in Russland und die Rolle, welche die jeweiligen Regierungsparteien bei der Aufhebung der Rechte von Frauen und LGBTIQ spielen. Selime Büyükgöze befasst sich mit der Regierungspartei AKP in der Türkei, die eine asymmetrische und zunehmend antifeministische Geschlechterordnung aufrechterhält und dabei mit einer sorgfältig ausgewogenen Kombination aus religiöser Moral, Nationalismus und kontrollierter Modernisierung arbeitet. Alexandra Talaver untersucht, wie die Partei „Einiges Russland“ unter Putin unter dem Vorwand der „Verteidigung der Nation“ lediglich symbolisch Frauen stärkt und dabei machtpolitisch instrumentalisiert, gleichzeitig aber ihre Rechte und insbesondere die Rechte von LGBTIQ-Personen systematisch untergräbt. 

Gemeinsam mit internationalen Expert*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft werden wir diese Erkenntnisse genauer untersuchen und ihre Auswirkungen auf autoritäre Regierungsformen diskutieren. 

In einem interaktiven Format laden wir das Publikum ein, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse einzubringen und gemeinsam demokratische Strategien und Allianzen zu erörtern, mit denen dem globalen Antifeminismus wirksam entgegengewirkt werden kann.

 

Rosa Hintergrund mit violettem Dreieck
von FES
 

Content: 

 

Gender equality is increasingly becoming a strategic angle of mobilization for authoritarian ideologies that seek to exploit societal divisions for political gain. Weaponizing gender and sexuality has become a deliberate political strategy of power politics, often rooting in societal structures that haven’t yet overcome with patriarch traditions. This is certainly no coincidence but a deliberate strategy: under the battle cry of a supposed ‘gender ideology’, the rights of women and marginalised groups are systematically undermined and portrayed as a threat to national security, traditional or family values, or existing gender roles. This is not only done by withdrawing from or refusing to ratify relevant conventions, such as the Istanbul Convention on the protection of women against violence, or by blocking gender equality policy instruments. Anti-feminist ideologies and narratives also serve as a cover for laws that target other marginalised groups, LGBTIQ people, civil society and other checks on executive power. 

Two new studies in the Friedrich Ebert Foundation's "Triumph of the Women?" series analyse the shifting gender regimes in Turkey and Russia and the role, the respective ruling parties play in revoking women’s and LGBTIQ rights. Selime Büyükgöze looks at the ruling party AKP in Turkey, which maintains an asymmetrical and increasingly anti-feminist gender order, working with a carefully 

balanced combination of religious morality, nationalism, and controlled modernization. Alexandra Talaver explores how under the pretext of “defending the nation” the party United Russia under Putin symbolically empowers and instrumentalizes women but at the same time systemically undermines their rights and LGBTIQ rights in particular. 

Together with international experts and civil society actors, we will examine these findings in more detail and discuss their impact on authoritarian forms of government. 

With an interactive Format, we invite the audience to provide their insights and together explore democratic strategies and alliances that can effectively counter global antifeminism.

 

 
Frau mit Buch
von FES
 

Die Studien sind ab dem 15. April online in mehreren Sprachen verfügbar.

The studies will be available online in several languages starting April 15.

 

 
Contact 

Inhaltlich: Dr. Stefanie Elies (stefanie.elies@fes.de

Organisatorisch: Franziska Bongartz (franziska.bongartz@fes.de