-Persönliche Einladung-
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seit Beginn der jüngsten Protestwelle im September 2022 mit dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ ist ein Jahr vergangen. Zwar ist der Protest auf den Straßen in Iran auch aufgrund der massiven und brutalen Niederschlagung abgeebbt, es hat jedoch in weiten Teilen der iranischen Bevölkerung eine nachhaltige diskursive Transformation stattgefunden: Es gibt eine nie dagewesene Solidarisierung über alle Bevölkerungsschichten und Gruppen hinweg, Tausende Iraner*innen streben nach Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit und fordern einen fundamentalen politischen Wandel in ihrem Land.
Die Ereignisse nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini und der revolutionäre Protest, der darin seinen Anfang fand, veranlassten nicht nur in Iran einen Paradigmenwechsel: Auch der Blick von Deutschland und Europa auf Iran und das Verhältnis zur Islamischen Republik haben sich grundlegend gewandelt. Heute ist klar, dass es in den Beziehungen zu einem Regime, das große Mehrheiten der Bevölkerung nur noch durch Unterdrückung an den Staat binden kann, eine Zeitenwende geben muss. Fragen der Menschenrechte und grundlegenden Freiheiten können nicht mehr hinter falschen Stabilitätsillusionen zurückstehen. Nicht zuletzt die Unterstützung, die die Islamische Republik dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine gewährt, zeigt, dass es keine Normalisierung in den Beziehungen zum Westen geben kann.
Die brutale Niederschlagung der Proteste kann dem Freiheitsdrang der Iraner*innen nur zeitweilig Einhalt gebieten. Doch zeugt sie auch davon, dass der Weg zu einem grundlegenden politischen Wandel kein leichter sein wird.
Im Kontext dieses politischen Spannungsfelds hat sich HAMGARAI (همگرایی برای زندگی, auf Deutsch: Gemeinsam für das Leben) gegründet, ein Netzwerk von progressiven Iraner*innen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, progressive politisierte Iraner*innen, Aktivist*innen und Gruppierungen zusammenzubringen, um so ihre Aktivitäten für ein alternatives, freies und gerechtes Iran zu bündeln. HAMGARAI ist überzeugt, dass die Diaspora eine entscheidende Rolle zu spielen hat, die freiheitsstrebenden Kräfte in Iran zu unterstützen.
Am 28.09. wird HAMGARAI sich in den Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen. Es soll darum gehen, eine gemeinsame Vision für ein freies und gerechtes Iran zu präsentieren und mit Vertreter*innen aller progressiven und revolutionären Kräfte über die Perspektiven Irans, der Diaspora sowie der europäischen Unterstützungspolitik zu diskutieren.
Anmeldung
Wir bitten Sie, sich vorab per Mail unter info.nahost@fes.de bis zum 26. September 2023 anzumelden. Dies ist eine personalisierte Einladung, die nicht übertragbar ist. Mit der Anmeldung erklären Sie sich dazu bereit, dass beim Einlass Ausweiskontrollen durchgeführt werden.
Die Veranstaltung wird Persisch und Deutsch simultan gedolmetscht.
PROGRAMM
Donnerstag, 28. September 2023
09.15 Uhr
Registrierung / Einlass
10.00 Uhr
Begrüßung
- Eröffnungsrede Martin Schulz, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung
- Grußwort (digital) Yasmin Fahimi, DGB-Vorsitzende
10:30 Uhr
Vorstellung von HAMGARAI
- Azam Bahrami, Vertreterin HAMGARAI
- Arash Sarkohi, Vertreter HAMGARAI
10:45 Uhr
Panel 1
Iran. Frau. Leben. Freiheit. – Perspektiven ein Jahr nach Beginn der revolutionären Proteste
Moderator: Omid Rezaee, Journalist
Panelist*innen:
- Parastou Forouhar, Künstlerin und Professorin an der Kunsthochschule Mainz
- Kaveh Kermanshahi, Menschenrechtsaktivist
- Chowra Makaremi, Anthropologin am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung in Paris (CNRS)
12:30 Uhr
Mittagspause
13:30 Uhr
Panel 2
Zeitenwende in der Iranpolitik? Zwischen Realismus und Neuorientierung
Moderatorin: Susanne Koelbl, DER SPIEGEL
Panelist*innen:
- Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher SPD-Bundestagsfraktion
- Cornelia Ernst, Die Linke, Vorsitzende Iran-Delegation des Europäischen Parlaments
- Arash Sarkohi, Vertreter HAMGARAI
15:30 Uhr
Geselliger Ausklang
HINWEISE
Veranstaltungsort:
Friedrich-Ebert-Stiftung (Haus 1)
Hiroshimastr. 17
10785 Berlin
Foto- und Videoaufnahmen
Während dieser Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. werden Fotos und ggf. Film- und/oder Audioaufnahmen gemacht. Die Filmaufnahmen werden nur von den Redner*innen auf dem Podium und nicht vom Publikum gemacht.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Mit freundlichen Grüßen
Friedrich-Ebert-Stiftung
Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika
Kontakt:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika
Hiroshimastraße 28
10785 Berlin
E-Mail: info.nahost@fes.de