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am 6. Juni 2024 lädt das Referat Mittlerer/Naher Osten und Nordafrika der Friedrich-Ebert-Stiftung zu einem Fachgespräch über Perspektiven auf die multiplen Krisen im Libanon und mögliche Lösungsansätze ein.
Nach dem grausamen Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ist an der Südgrenze des Libanon ein Spillover-Krieg zwischen der Hisbollah und Israel ausgebrochen. Neben den Auswirkungen der andauernden Konflikte in den Nachbarländern sieht sich der Libanon nun auch mit einer militärischen Auseinandersetzung im eigenen Land konfrontiert. Diese führte bisher nicht nur zur Vertreibung von mehr als 91.000 Menschen aus ihrer Heimat, sondern forderte auch das Leben hunderter Zivilist_innen und Journalist_innen. Die Auswirkungen dieses plötzlichen Krieges haben den Libanon in eine weitere vielschichtige Krise gestürzt, die verschiedene wirtschaftliche, humanitäre und politische Konsequenzen nach sich zieht. Dies führt zu einer zusätzlichen Destabilisierung der durch die Schuldenkrise und den politischen Stillstand bedingten prekären Lage im Libanon.
Unsere libanesischen Delegationsteilnehmer_innen möchten angesichts dieser komplexen Gemengelage mit Ihnen über die jüngsten politischen und sozialen Entwicklungen im Land sowie die Positionierung des Libanons im regionalen Konflikt diskutieren. Alle vier Teilnehmer_innen sind den progressiven Kräften zuzuordnen, die aus der Protestbewegung 2019 hervorgegangen sind, und engagieren sich auf unterschiedliche Weise für Reformen des dysfunktionalen libanesischen Politik- und Sozialsystems.
Das Fachgespräch soll entsprechend der Expertise der Delegation diverse Themen aufgreifen. Zum einen soll die Situation des Parlaments und seiner unabhängigen Mitglieder sowie die Bedrohung der Unabhängigkeit der Justiz beleuchtet werden. Darüber hinaus soll die Rolle der Jugend und der NGOs in einem schrumpfenden zivilgesellschaftlichen Raum sowie die Rolle der Medien und Journalisten in Kriegszeiten thematisiert werden. Auch die aktuellen Konfliktdynamiken in der Region und die Visionen progressiver libanesischer Gruppen zur Lösung des komplexen Krisengeflechts des Landes werden Gegenstand der Diskussion sein.
Delegationsteilnehmer_innen:
Mark Daou – Taqqadum Partei, Mitglied des libanesischen Parlaments
Elissar El Koubeissi – Repräsentantin der „Lebanese Alternative Press Syndicate”
Imad Amer – Mitbegründer und Repräsentant der südlibanesischen Jugendbewegung „Hasbaya 2030”
Lama Al Ammine – Mitglied des Anwaltsausschusses zur Verteidigung der Thawra-Demonstrierenden
Moderation: Merin Abbass, Landesvertreter FES Libanon
Es handelt sich um eine geschlossene, nicht-öffentliche Veranstaltung, aber Sie können diese Einladung gerne an andere weitere zuständige Personen in Ihrer Organisation weiterleiten. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Um eine verbindliche Anmeldung bis zum 31.05.2024 an Mary Kuhnt (mary.kuhnt@fes.de / Tel.: +49 (0)30 26935 7422) wird gebeten.
Veranstaltungsort: Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastr. 28, 10785 Berlin, Raum 6.01