Guten Tag,
seit dem Übergang zur Demokratie in den 1980er und 1990er Jahren wurden die lateinamerikanischen Streitkräfte wieder Schritt für Schritt unter demokratische Kontrolle gestellt. Dieser Prozess wurde von Polizeireformen begleitet, die jedoch nur begrenzt erfolgreich waren.
Mit der Zunahme der organisierten und unorganisierten Gewalt und als Reaktion auf eine sich verändernde subnationale, nationale und regionale Sicherheitslandschaft wurde das Militär ab der Jahrhundertwende jedoch immer stärker herausgefordert und sein Mandat erweitert.
Die Grenzen zwischen Militär und Polizei verwischten, und das Militär wurde zunehmend in die Bekämpfung der öffentlichen Unsicherheit, der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität und in jüngster Zeit auch in mehreren Ländern in die Niederschlagung sozialer Proteste und die Pandemie-Bekämpfung einbezogen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und in welchem Grade die genannten Rollenerweiterungen des Militärs und sein neuer Protagonismus eine Gefahr für die Demokratie darstellen oder nicht letztlich Ausdruck von Staatsversagen und gescheiterten Modernisierungsbemühungen sind, die These von der "Rückkehr des Militärs als Institution" somit eher Teil einer Phantomdebatte ist.
Mit drei Expert:innen diskutieren wir am 7. September via zoom von 19.00 - 21.00 Uhr die Fallbeispiele Venezuela, Mexiko und Brasilien.
Referent:innen:
Dr. Miguel Ángel Latouche, Politikwissenschaftler, Universität Rostock
Dr. Lisa María Sánchez,Generaldirektorin von México Unido Contra la Delincuencia
Dr. Rodrigo Lentz, Politikwissenschaftler an der Universität in Brasília
Moderation:
Prof. Dr. Klaus Bodemer
Weitere Informationen zu den Panelist:innen und Anmeldung unter: https://lateinamerikaforum-berlin.de/veranstaltungen/die-rueckkehr-der-militaers/
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!
Die Veranstaltung findet auf Spanisch mit Simultandolmetschung ins Deutsche statt und wird zusätzlich als Livestream im O-Ton via Facebook übertragen.
Eine Aktivität des LAF Berlin e.V. mit der Friedrich-Ebert-Stiftung.