Einladung | 26. September 2023 | 18:00 - 21:00 Uhr: Neue Chance für die Demokratie? Chile 50 Jahre nach dem Militärputsch

 
 
 
 

 
Salvador Allende und die Plaza de Dignidad im Graffitistil
von Dominik Ziller und FES

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am 11. September 2023 jährt sich der Militärputsch, mit dem der demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende 1973 gewaltsam abgesetzt wurde, zum fünfzigsten Mal. Eine Junta unter der Führung von Augusto Pinochet regierte Chile daraufhin bis zum 11. März 1990 als Militärdiktatur.

Heute steht Chile vor vielen Herausforderungen. Demokratieunzufriedenheit, eine zunehmende Polarisierung und Kritik an den sozialen Folgen des neoliberalen Entwicklungsmodells haben seit Oktober 2019 große soziale Proteste ausgelöst. Die Hauptforderung der Demonstrierenden war nicht weniger als ein neuer Gesellschaftsvertrag. Nach der Erarbeitung einer neuen Verfassung stimmte 2022 eine klare Mehrheit jedoch dagegen. Mit der Wahl einer neuen verfassungsgebenden Versammlung wird in diesem Jahr ein zweiter Anlauf unternommen, der allerdings von rückschrittlichen Forderungen ultrarechter Kräfte dominiert wird.

Auch in Deutschland nimmt die politische und gesellschaftliche Polarisierung zu. Dies drückt sich aus in einem Erstarken rechtspopulistischer und autoritärer Tendenzen sowie einem Verlust von Vertrauen in die politischen Institutionen. Die Corona-Pandemie, die Auswirkungen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, die großen Transformationen im Arbeits-, Wirtschafts- und Energiebereich und ihre sozialpolitische Dimension stellen gegenwärtig die demokratische Resilienz der deutschen Gesellschaft auf die Probe. Demokratische und soziale Teilhabe werden somit zu zentralen Herausforderungen.

All dies zeigt, dass Demokratien immer in Gefahr geraten können – damals wie heute, überall auf der Welt. Wir möchten deshalb den 50. Jahrestag des Militärputsches in Chile zum Anlass nehmen, um den Blick auch nach vorne zu richten und nach der Zukunft von demokratischer und sozialer Teilhabe in Chile und Deutschland zu fragen.

 

Programm:

18.00 Uhr Begrüßung
Martin Schulz, Vorsitzender, Friedrich-Ebert-Stiftung

Keynote Speech
Michelle Bachelet, ehemalige Präsidentin Chiles (2006–2010, 2014–2018)

 

Diskussion mit
Michelle Bachelet, ehemalige Präsidentin Chiles
Yasmin Fahimi, Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Isabel Cademartori, MdB

Moderation: Anne-Katrin Mellmann, ehemalige ARD-Korrespondentin Lateinamerika

20.00 Uhr Empfang

 

Veranstaltungsort: Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin (Haus 1)

Die Diskussion findet in Deutscher und Spanischer Sprache statt.

Diese Veranstaltung ist eine Präsenzveranstaltung.

Um Anmeldung  wird gebeten.

Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.

 

 

 

Über die FES in Lateinamerika und Karibik

Seit über 50 Jahren vertritt die Friedrich-Ebert-Stiftung die Werte der sozialen Demokratie in Lateinamerika und der Karibik. Über ihr Netzwerk von 17 Büros setzt sie sich in 19 Ländern der Region für soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Frieden und internationale Solidarität ein. Partner sind politische Parteien, Parlamente, Gewerkschaften, Medien und zivilgesellschaftliche Gruppen. weitere Informationen