%Anrede%,
wie kann digitale Kommunikation zivil(er) gestaltet werden? Digitale Plattformen sind heute zentrale Infrastrukturen demokratischer Öffentlichkeit. Zugleich aber auch Orte, an denen Desinformation, extreme Positionen und polarisierende Inhalte durch algorithmische Logiken überproportionale Sichtbarkeit erhalten.
In seiner Publikation „Plattform-Badges für zivile Kommunikation“ entwickelt Jan Rau einen Governance-by-Design-Ansatz, der hier wirken soll: Nutzer:innen, die sich zu Sorgfaltspflichten und deliberativen Kommunikationsnormen verpflichten, erhalten algorithmische Sichtbarkeitsvorteile. Statt Inhalte zu löschen oder Accounts zu sperren, setzt das Konzept auf positive Anreize und eine veränderte Logik der Aufmerksamkeitsverteilung.
Das Papier ordnet den Vorschlag regulatorisch im Rahmen des Digital Services Act (Art. 34/35) ein, diskutiert Fragen von Grundrechten, Diskriminierungsfreiheit und Checks and Balances und beleuchtet Herausforderungen wie Definitionsmacht, Missbrauchsrisiken und politische Konfliktdynamiken. Ziel ist es, die strukturelle Benachteiligung ziviler Kommunikation abzubauen und die Resilienz demokratischer Öffentlichkeiten zu stärken.