„Die Klimakrise ist ein Problem, aber uns drängen hier soziale Nöte.“
Haustürgespräche in vier strukturschwachen Regionen zur großen Transformation
Der anstehende Umbruch im strukturschwachen Raum ist nicht nur Schicksal, er bietet auch Chancen. Die Studie “Die Übergangen: strukturschwach und erfahrungsstark” des Progressiven Zentrums in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung sucht nach Perspektiven für den Wandel.
Der Hintergrund der Untersuchung: Die Welt, auch Deutschland, steht vor einem fundamentalen Wandel, einer Großen Transformation, wie ihn die Autor:innen nennen. Dieser Umbruch stelle die Bewohner:innen strukturschwacher Regionen vor ganz besondere Herausforderungen.
Oft sind es Regionen mit Erfahrung, Potenzial und Chancen. Woran es häufig allerdings fehlt, sei die Bereitschaft, diese Potenziale auch zu nutzen. Hier setzt die Studie an und lässt die Betroffenen zu Wort kommen: Im Ruhrgebiet, in Vorpommern, im Saarland und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld wurden über 200 Haustürbefragungen durchgeführt und anschließend ausgewertet.
Heraus kam Gegensätzliches:
So wird von einem Großteil der Befragten der Klimaschutz als eine der wichtigsten kollektiven Herausforderungen anerkannt. Was aber nicht heißt, dass er auch im Alltag eine hohe Priorität hätte. Dort ist eher der Wunsch nach einer besseren Nahverkehrsanbindung von Belang, eine zeitgemäße Infrastruktur und die Wiederbelebung von örtlichen Kultur- und Freizeitangeboten. Es herrscht die die Angst vor einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale und Perspektivlosigkeit. Und es bleibt der Eindruck, dass sich die Menschen übergangen fühlen.
Die Handlungsempfehlungen der Autor:innen: Neben gezielten Investitionen benötigen Menschen in den Regionen im Umbruch breite Mitsprachemöglichkeiten, damit nicht die negativen Begleiterscheinungen der Transformation, sondern deren Chancen zu ihrem Markenzeichen werden. Mit einer neuen Wertschätzung gegenüber den Menschen wäre schon eine ganze Menge gewonnen.
Die Publikation: „Die Übergangenen: strukturschwach & erfahrungsstark. Zur Bedeutung regionaler Perspektiven für die Große Transformation“ von Paulina Fröhlich, Tom Mannewitz und Florian Ranft ist unter www.fes.de/studie-die-uebergangenen abrufbar.
Für weitere Informationen oder einen Kontakt zu den Autor:innen, wenden Sie sich gerne an die Projektkoordinator:innen Jan Engels (Jan.Engels@fes.de) oder Johanna Siebert (johanna.siebert@progressives-zentrum.org).