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jedes Jahr entgehen dem Staat große Summen an Steuereinnahmen und Sozialabgaben durch – oftmals organisierte – Schwarzarbeit. Viel zu häufig geht dies einher mit der akuten Gefährdung von Beschäftigten, der Nichteinhaltung ihrer Rechte und auch Lohnbetrug.
Die zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit und bei der Kontrolle des Mindestlohns in Deutschland spielt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Seit ihrer Gründung 2004 hat sie sich immer wieder auf neue Herausforderungen einstellen müssen.
Eben weil der FKS für die Kontrolle dieser Mindestarbeitsbedingungen eine wichtige Funktion zukommt, ist sie für alle, die sich für die Rechte der Arbeitnehmenden, aber auch für einen handlungsfähigen Staat engagieren und interessieren, von besonderem Interesse.
Vor diesem Hintergrund hat die Friedrich-Ebert-Stiftung Gerhard Bosch und Frederic Hüttenhoff vom Institut für Arbeit und Qualifizierung (IAQ) der Universität Duisburg-Essen mit einer Studie beauftragt, die sich mit der Entwicklung sowie den verbleibenden Herausforderungen der FKS auseinandersetzt. Unsere Studie „Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten: zur Reform der Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ ist in einer Langfassung Ende 2025 erschienen, zeitgleich mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung im Deutschen Bundestag. Mit der Verabschiedung des Gesetzes ist eine der acht wesentlichen Handlungsempfehlungen der Studie bereits erfüllt.
Mit dem Vorhaben der Regierungskoalition, eine elektronische Erfassung der Arbeitszeit in dieser Legislatur verpflichtend einzuführen, würde eine weitere Handlungsempfehlung der Studie erfüllt. Gerade für die Kontrolle des Mindestlohns wäre das von großer praktischer Bedeutung. Daher ist zu hoffen, dass hier bald ein konkreter Regierungsvorschlag für eine unbürokratische, aber effektive Handhabung vorgelegt wird.
Wer vor der Langfassung der Studie zurückschreckt bzw. es eilig hat, dem sei unser Impuls „Reformen für mehr Wirksamkeit: die Finanzkontrolle Schwarzarbeit im Wandel“ empfohlen. Hier geben die Studienautoren Gerhard Bosch und Frederic Hüttenhoff einen kondensierten Überblick über ihre Forschungsergebnisse und die verbleibenden Handlungsempfehlungen für eine noch wirksamere FKS.