Neues FES diskurs
Aus Hilfskräften Fachkräfte machen
Eine quantitative Analyse der Entwicklungs-
und Strukturdaten von Helfertätigkeiten
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an vielen Stellen des Arbeitsmarkts fehlen mittlerweile Fachkräfte. Diese Beschäftigtengruppe, die typischerweise (mindestens) eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, stellt den größten Anteil auf dem deutschen Arbeitsmarkt und wird häufig als „Rückgrat“ unseres Wirtschafts- und Arbeitsmarktmodells beschrieben. Der demografische Wandel macht diesem bewährten Modell nun zunehmend zu schaffen.
Die Bundesregierung hat daher eine Fachkräftestrategie vorgelegt, in der mehrere Handlungsfelder benannt werden, die angegangen werden sollen, um aktuelle und zukünftige Fachkräftebedarfe zu decken. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung – kurz die (Weiter-)Qualifikation von Beschäftigten – spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle.
In diesem Zusammenhang ist es naheliegend, den Blick auch auf die Menschen am Arbeitsmarkt zu richten, die bisher unterhalb des Anforderungs- und Qualifikationsniveaus „Fachkraft“ arbeiten.
Nach der sogenannten Klassifikation der Berufe von 2010, handelt es sich dabei um Personen, die auf Anforderungsniveau „Helfer“ arbeiten. Diese Gruppe wächst aktuell und das, obwohl die Wissenschaft seit Jahren den Rückgang dieser niedrigqualifizierten Jobs prognostiziert. Gleichzeitig sind es genau die Niedrig- bzw. Geringqualifizierten, die am wenigsten von Qualifizierungsangeboten erreicht zu werden scheinen, wie die Forschung zeigt.
Vor diesem Hintergrund hat die FES Dr. Holger Seibert, Barbara Schwengler und Doris Wiethölter vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beauftragt, aktuelle Entwicklungs- und Strukturdatendaten zu Personen, die auf dem Anforderungsniveau „Helfer“ arbeiten, auf die Faktoren Geschlecht, Migrationsstatus sowie Alter auszuwerten. Die Absicht dahinter ist, genauere Informationen über diese Beschäftigtengruppe zu erhalten.
Denn: Nur wenn wir wissen, um wen es bei der Sammelgruppe „Helfer_innen“ geht, können wir Ideen entwickeln, was dabei helfen könnte, sie zukünftig besser mit Qualifizierungsangeboten zu erreichen und sie zu Fachkräften weiterzuentwickeln.
Die vorliegende Publikation erweitert den Kenntnisstand, den wir zu Helfer_innen am deutschen Arbeitsmarkt haben, durch eine tiefenscharfe Analyse vorliegender quantitativer Daten. Sie ermöglicht eine fundierte Debatte, wie es gelingen kann, mehr Hilfskräfte zu Fachkräften zu entwickeln. So lässt sich zum einen ein Teil der Fachkräfteproblematik potenziell abmildern. Mindestens ebenso wichtig ist aber: Die Qualifikationsstufe „Fachkraft“ eröffnet den einzelnen Beschäftigten zukunftsfestere und (fast) immer besser bezahlte Berufsaussichten, so dass sie ihr Leben selbstbestimmter gestalten können. Die Investition in die Weiterbildung von Hilfskräften zu Fachkräften lohnt sich also für alle Seiten.
Wir wünschen Ihnen eine hoffentlich interessante Lektüre.
Mit freundlichen Grüßen
Susan Javad und Vanicha Weirauch, FES