FES impuls | Digitalisierung, KI und Pflege: Auf der Suche nach der digitalen Dividende
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mit der Digitalisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) verbinden sich große Hoffnungen in der Pflegebranche. In Zeiten des steigenden Fachkräftemangels und wachsender Arbeitsbelastungen sollen technologische Innovationen vor allem die dringend benötigte Entlastung für beruflich Pflegende bringen. Doch wie realistisch sind diese Erwartungen? Inwiefern verringern digitale Anwendungen tatsächlich die Arbeitsmenge und den Zeitdruck in der Pflege? Das neue Impulspapier „Digitalisierung, KI und Pflege: Auf der Suche nach der digitalen Dividende“ analysiert den gegenwärtigen Forschungsstand und liefert wertvolle Einblicke in die Potenziale und Herausforderungen der digitalen Transformation in der Pflege.
Die Autorinnen kommen hierbei zunächst zu einem ernüchternden Schluss: Bislang mangelt es an klarer Evidenz dafür, dass der Einsatz digitaler Technologien Pflegekräfte entlastet. Digitale Anwendungen bieten zwar durchaus Potenzial für Zeitgewinne und somit Entlastung im Versorgungsalltag, in der Praxis führen unzureichend durchdachte Systeme und organisatorisch-betriebliche Hürden aber nicht selten zu Mehrarbeit und zusätzlichem Stress für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Damit die digitale Dividende in der Pflege Realität werden kann, braucht es einen klaren Fokus auf die tatsächlichen Mehrwerte von digitaler Technologie – sowohl für die Arbeitsqualität in der Pflege, als auch für die Versorgung der Patient_innen. Aus Sicht der Autorinnen bedeutet das vor allem: mehr interdisziplinäre Forschung, um Wirksamkeit verlässlich zu messen, mehr betriebliches Wissen, um digitale Transformationsprozesse erfolgreich gestalten zu können und mehr Wissenstransfer, damit Erfolge reproduziert und skaliert werden können.
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.
Viele Grüße
Iva Figenwald (Arbeitsbereich Soziales, Alterssicherung, Gesundheit und Pflege) und
Stefanie Moser (Arbeitsbereich Digitalisierung),
Abteilung Planung, Analyse und Beratung in der Friedrich-Ebert-Stiftung