What´s left? Was ist Gerechtigkeit? Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt ein zur Fishbowl Diskussion

Alle wollen sie und doch entzweit sie die Gemüter: Gerechtigkeit

Das Bedürfnis nach mehr Gerechtigkeit ist groß, das zeigen alle Umfragen. Bei der Frage, was denn eine gerechte Gesellschaft ausmacht, scheiden sich jedoch die Geister – auch innerhalb des linken politischen Lagers.

Die Soziale Demokratie steht seit jeher für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit. Was damit heute gemeint ist, ist vielen Menschen nicht mehr klar. Was ist gerecht in Zeiten, in denen sich die Gesellschaft rasant wandelt und individualisiert, der Sozialstaat aus verschiedenen Richtungen unter Druck gerät und sich klassische Solidaritätszusammenhänge auflösen?

Wie lassen sich Chancen-, Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit, Generationen-, Bildungs-, Klima- und Geschlechtergerechtigkeit in einer sozialdemokratischen Erzählung für Deutschland, Europa und die Welt verbinden?

Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach einem zeitgemäßen linken Gerechtigkeitsentwurf – mit Antworten aus Philosophie, Politik und Gesellschaft.

 

Was ist Gerechtigkeit für Dich? Diskutiere online mit!

Und komm zum Fishbowl am 21.2.2019, 19 Uhr, ins Refugio Berlin!

 

 

Kontakt: Alina Fuchs Forum Politik und Gesellschaft

Wir diskutieren mit:

  • Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos

  • Prof. Stefan Gosepath, FU Berlin

  • Katja Urbatsch, ArbeiterKind.de

Zum Flyer (pdf)


Veranstaltungen

Programmflyer (pdf): What's Left am 21. Februar 2019

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Rückblick: What's Left am 28. Mai 2018

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Was ist für Dich Gerechtigkeit? Welche Fragen sollen wir am 21. Februar diskutieren?

6 Kommentare

  • Henning Hahn, 11.02.2019 09:56:29
    Es gibt m.E. zwei Weisen, wie Auseinandersetzungen über Gerechtigkeit geführt werden: Eine antagonistische, in der ausgegrenzte Gruppen aufbegehren; und eine versöhnend-deliberative, in der alle relevanten Gruppen an der politischen Willensbildung beteiligt sind. Für Fragen globaler Ungerechtigkeit scheint es mir offensichtlich zu sein, dass berechtigte Ansprüche nur auf dem antagonistischen Weg überhaupt in Erscheinung treten und errungen werden können; aber auch im deutschen Kontext ist zu beobachten, dass sich viele Menschen nicht mehr in demokratischen Prozessen aufgehoben finden und wütend protestieren. Für mich lautet eine wesentliche Frage sozialer Gerechtigkeit heute, wie der demokratische Prozess die Interessen aller sozialen Gruppen wieder in sich aufnehmen kann.
  • Sönke Hollenberg, 06.02.2019 17:02:53
    Was unter Gerechtigkeit zu verstehen ist, ist seit jeher umstritten und eine konkrete Definition fällt schwer. Leichter und intuitiver fällt vielen wohl eine Einschätzung dazu, was ungerecht ist. Im Bereich der Migration und Integration sehen wir beispielsweise, dass Menschen aufgrund ihres Namens, Aussehens oder ihrer Religion benachteiligt werden, wenn sie einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung suchen. Ein klarer Fall von Ungerechtigkeit, den wir ändern sollten, oder?
  • Franz Münchinger, 03.02.2019 17:40:56
    Als ein weiterer konkreter Aspekt von gesellschaftlicher Gerechtigkeit drängt sich mir das Thema Steuergerechtigkeit auf. Ich finde es nur schwer vermittelbar, dass Arbeitnehmer*innen und kleine Selbstständige den für sie vorgesehenen Steuersatz zahlen müssen, während große Konzerne und Superreiche viele Möglichkeiten haben, Steuern zu vermeiden. Ich vermute, dass diese Tatsache für viele Menschen nicht nachvollziehbar ist und als fundamental ungerecht empfunden wird (zumindest geht es mir so). Trotz der Skandale der letzten Jahre (z.B. Panama Papers), die die absurden Verhältnisse noch einmal verdeutlichen, wurde bisher zu wenig dafür getan, die Bevorzugung von Konzernen und Reichen zu beenden. Ich finde, dass es eine dringende Aufgabe für linke Parteien ist, konkret für ein Steuersystem zu kämpfen, in dem jede*r einen angemessenen Beitrag leistet und nicht nur die, die keine Möglichkeit zur Steuervermeidung haben. Das wäre für mich ein Schritt zu mehr gesellschaftlicher Gerechtigkeit.
  • Dr. Stefanie Elies, 29.01.2019 15:01:49
    Mir fällt sofort ein Aspekt ein, mit dem wir das Thema Gerechtigkeit noch konkreter machen können: Geschlechtergerechtigkeit. Wenn wir unsere politischen Vorhaben an der Frage ausrichten, was ist eigentlich gerecht für wen? kommen wir auf neue Lösungen. Wenn es uns mindestens gelingt, zwischen den Geschlechtern für eine fairere Verteilung von Chancen, Zeit, Arbeit, Macht und Ressourcen zu sorgen, können auch für andere gesellschaftliche Aufgaben gute Effekte erzielt werden. Geschlechtergerechtigkeit ist ein zentraler Motor für soziale Gerechtigkeit in einer Gesellschaft und damit ein Kernprojekt der Sozialen Demokratie. Geschlechtergerechtigkeit ist zugleich der Kompass für eine weltoffene und moderne Gesellschaft, in der viele Lebensentwürfe und vielfältige Perspektiven ihren Platz haben und die sich daraus ergebenden Chancen verwirklicht werden können. Fangen wir doch damit an!
  • Simon Steinhof, 23.01.2019 13:37:02
    Gerechtigkeit ist das zentrale Thema der Sozialdemokratie. Wir haben jedoch gesehen, dass Wahlkämpfe, die stark oder nur auf Gerechtigkeit gesetzt haben von der SPD in den letzten Jahren fast immer verloren wurden. Wie schaffen wir es also wieder breite Wählergruppen für Gerechtigkeit zu begeistern? Wie können wir verdeutlichen, dass bei dem Thema "der Schuh drückt"? Welcher Stellenwert kommt Gerechtigkeit überhaupt zu in einer Zeit, in der die wirtschaftliche Lage im Land sehr gut ist und Abstiegsängste in der oft bemühten "Mitte" stärker im Vordergrund stehen als reale Belastungen? Und wie erreichen wir diejenigen, die wirklich ungerecht behandelt werden, sich aber häufig von uns abgewandt haben (Alleinerziehende, prekär Beschäftigte, Migranten)?
  • Prof. Dr. Stefan Gosepath, 22.01.2019 23:18:13
    Gerechtigkeit ist eine Herausforderung, an der man verzweifeln könnte, aber nicht verzweifeln darf. Denn wir alle haben die moralische Pflicht, unsere Welt gerechter zu machen. Dabei haben alle auch das Recht, mitzubestimmen, was Gerechtigkeit verlangt. Insofern ist es gerecht, immer wieder mit möglichst allen eine Debatte über Gerechtigkeit zu führen.
    • Lisa Albrecht, 30.01.2019 20:53:21
      Zwar würde ich Ihnen zustimmen, dass man versuchen sollte möglichst alle Menschen in einen Diskurs über eine gerechte Weltordnung miteinzubeziehen, ist es aber aus Gerichtigkeitsgründen nicht auch notwendig, manche Positionen und Meinungen auszuschließen, bzw. diesen eine Absage zu erteilen? Beispielsweise der Meinung eines Milliardärs, der Steuererleichterungen für Reiche fordert? Müsste man nicht, um eine Debatte darüber führen zu können, "was Gerechtigkeit verlangt", erst einmal grundsätzlich klären, was unter Gerechtigkeit überhaupt zu verstehen ist?

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