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Montag, 03.05.21 - Online

Vergesst mich nicht - Texte aus dem Gefängnis

Veranstaltungsnummer: 253234

Ein musikalisch-literarisches Plädoyer für Presse- und Redefreiheit mit Texten türkischer Journalist_innen und Autor_innen, ausgewählt und vorgetragen von BR-Sprecherin Julia Cortis und musikalisch umrahmt von Sängerin/Gitarristin Chrisa Lazariotou. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein Gespräch mit SZ-Journalistin Christiane Schlötzer und Autorin/Schauspielerin Dilsad Budak-Sarioglu.

"Für alle, die mich im Gefängnis nicht vergessen haben", ihnen widmete der inzwischen aus der türkischen Haft entlassene Journalist Deniz Yücel sein Buch "Wir sind ja nicht zum Spaß hier". Mindestens 74 Schriftsteller und Medienvertreter sollen derzeit in türkischen Gefängnissen inhaftiert sein (Quelle: platform24.org) - manche von ihnen ohne Aussicht auf Freilassung zu Lebzeiten. Die Türkei befindet sich auf der weltweiten "Liste der Pressefreiheit" von Reporter Ohne Grenzen derzeit auf Platz 154 von 180.

Obwohl sich Organisationen und Regierungen für einzelne Inhaftierte einsetzen - viele von ihnen sieht und hört man nicht mehr, sie haben kein Gesicht, keine Stimme. Deswegen will diese Lesung genau das tun: Texten Gehör verschaffen, die von türkischen SchriftstellerInnen und JournalistInnen im Gefängnis entstanden sind. Und dabei auf die Schönheit und Kraft der Literatur aufmerksam machen, die die Schreibenden wieder als Menschen wahrnehmen lässt und einen Einblick gibt in ihr Leben in Haft. Drei Autoren und eine Autorin - Asli Erdogan, Deniz Yücel, Selahattin Demirtas und Ahmet Altan - sollen dabei für die vielen anderen stehen, die ihre Bücher nicht selbst vorstellen können.

Julia Cortis arbeitet als Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk und für verschiedene Hörbuch-Verlage, engagiert sich für Geflüchtete und Gedenkarbeit und ist als Veranstalterin von musikalischen Literatur- und Kabarettprogrammen seit Jahren fester Bestandteil der Münchner Kulturszene.

Die griechische Sängerin und Gitarristin Chrisa Lazariotou ist eine Expertin für Musik des östlichen Mittelmeerraums. Zu ihrem Repertoire gehören Lieder der griechischen, türkischen und nahöstlichen traditionellen und klassischen Musik.

Christiane Schlötzer, geboren 1954 in München, lebte zwischen 2001 bis 2021 fast zwölf Jahre in Istanbul, als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung und des Züricher Tagesanzeigers, und zuletzt als Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya. Sie ist Mitgründerin des Vereins Journalisten helfen Journalisten, der verfolgte Journalistinnen und Journalisten unterstützt.

In Istanbul geboren und in Deutschland aufgewachsen, studierte Dilsad Budak-Sarioglu Jura an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Nach ihrem Umzug in die Türkei 2011 arbeitete sie zunächst als CEO in einer Anwaltskanzlei, später dann als Producerin (u.a. für die ARD), freie Journalistin und Schriftstellerin. 2015 schloss sie ihre Schauspielausbildung bei den Sahika Tekand Studio Players in Istanbul ab.

Kostenloser Stream zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2021 ; das Video wird danach noch bis 10. Mai, 19.30 Uhr abrufbar sein.
Link: www.pasinger-fabrik.de/Veranstaltung/vergesst-mich-nicht-texte-aus-dem-gefaengnis/

P.S.: Wichtig ist uns an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Türkei für diesen Stream nur als EIN Beispiel für den problematischen Umgang eines Staats mit der Pressefreiheit genommen wurde. Weltweit gibt es eine Vielzahl von Ländern, in denen JournalistInnen täglich mit Repressalien und Strafen von Zensur bis Haft für ihre Arbeit rechnen müssen.

Übrigens ist Deutschland auf der Rangliste, die von Reporter ohne Grenzen e.V. jährlich herausgegeben wird, dieses Jahr von Platz 11 auf Platz 13 abgerutscht.

Informationen zu den Texten, der Musik und zur Produktion dieses Streams finden Sie unter dem angegebenen Link der Pasinger Fabrik.

Veranstalter: Eine Kooperation der Pasinger Fabrik mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern | Büro München



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Termin

Montag, 03.05.21 bis Montag, 10.05.21
19:30 Uhr (erster Tag) bis 19:30 Uhr (letzter Tag)

Teilnahmepauschale
keine

Veranstaltungsort

Online

Ansprechpartner_in

Anna-Lena Koschig

Kontaktanschrift

Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern | Büro München
Herzog-Wilhelm-Str. 1
80331 München
Tel. 089-515552-40, Fax 089-515552-44
www.bayernforum.de

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