Veranstaltungsnummer: 214843
Geht es um soziale Gerechtigkeit, schaut die Welt nach Schweden. Zwar steigt auch dort die Ungleichheit, dennoch verfügt das Land über ein einzigartiges Wohlfahrtsstaatsmodell. Grundlage dafür sei ein kulturelles Kollektiv, so die Annahme. Die Historiker Henrik Berggren und Lars Trägårdh widerlegen diese These in ihrem Buch Ist der Schwede ein Mensch?. Darin zeigen sie die Entwicklung eines auf Individualismus, Freiheit und Unabhängigkeit basierenden Systems auf und erörtern dessen Folgen für Gesellschaft und Politik. Fazit: Gerechtigkeit ist nicht nur durch Kollektivismus zu erreichen, sondern genauso gut durch Staatsindividualismus. Dabei garantiert der Staat dem Individuum eine Existenz unabhängig von Familie, Status oder Herkunft aufbauend auf dem Grundsatz der Gleichheit zwischen den Individuen.
Die beiden Autoren erklären, was Deutschland von Schweden lernen kann und welche Aspekte unseres Sozialstaates für mehr Gleichheit sorgen. Dabei geht es um Individualismus, Familie und Staat und wie sich strukturelle Ungleichheit verhindern lässt.
Donnerstag, 01.06.17
10:00-11:30 Uhr
Teilnahmepauschale
keine
Hiroshimastr. 28
10785 Berlin
Wolff, Annemarie
annemarie.wolff@fes.de