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Donnerstag, 10.09.20 - Berlin + Online

Literarischer Salon 'Apollinisch und Dyonisisch - Klarheit und Rausch I.'

Veranstaltungsnummer: 249011

Friedrich Nietzsche - Thomas Mann - Botho Strauß

Friedrich Nietzsche kritisiert, Sokrates habe in »apollinischer Klarheit« zwar das Denken und die Wissenschaften vorangebracht, aber die Künste und in Sonderheit das Musikdrama zerstört. Die attische Tragödie wieder zu erschaffen gelinge Richard Wagner, der dem Drama das Rauschhafte zurückgebe. Nietzsches Wirkung ist enorm: in Frankreich werden Guillaume Apollinaire und Charles Baudelaire von ihm beeinflusst, in Deutschland Stefan George und Hermann Hesse.

In allen Werken Thomas Manns, von den »Buddenbrooks« bis »Doktor Faustus «, finden sich Elemente des Ringens um Klarheit und Rausch, Vernunft und Irrationalität. Erst im Exil erkennt er, dass der Rausch und das Leugnen der Aufklärung Deutschland in den nationalsozialistischen Abgrund gestürzt haben.

1993 legt Botho Strauß mit dem Essay »Anschwellender Bocksgesang« sein Bekenntnis eines aristokratischen Elitarismus und der Verachtung der Massenkultur vor. Trotz einiger durchaus richtiger Analysen sind seine Konsequenzen gefährlich, dass ein Volk sein »Sittengesetz« gegen andere behaupten, und, wenn nötig, dafür ein Blutopfer bringen müsse.

Falls wir Ihnen die persönliche Teilnahme nicht bestätigen können, oder Sie Online teilnehmen möchten, haben Sie die Möglichkeit die Veranstaltung auch als Livestream auf dem Facebook-Kanal der FES Thüringen zu verfolgen.

APOLLINISCH UND DIONYSISCH
KLARHEIT UND RAUSCH

Seit Friedrich Nietzsches Schrift von 1872 »Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik« beschäftigen sich Philosophie, Kunst und Gesellschaft mit dem Begriffspaar »Apollinisch und Dionysisch«. Unter Rückgriff auf die antiken Gottheiten Apollo und Dionysos hatte Nietzsche
zwei Seinsweisen charakterisiert: Apollo, der Gott des Lichtes, der Klarheit und der Wissenschaften, stehe für Vernunft, Ruhe und die maßvolle Begrenzung des Menschen. Dionysos, der Gott des Weines, sei ein Sinnbild für Rausch, Ekstase, Verzückung, die schreckliche Wahrheit, das Chaos und die kollektive Selbstvergessenheit.
An dieser Dichotomie ist freilich schon zu Nietzsches Lebzeiten und auch danach heftige Kritik geübt worden: Kritiker wandten ein, es handle sich keineswegs um Dysfunktionales, sondern um zwei Seiten einer Medaille: Beide Kräfte gehörten nicht getrennt, sondern zusammen.
Für die heutige Gesellschaft, in der häufig die Emotionalisierung der Diskurse sowie, damit verbunden, der Verlust der Konsensfähigkeit beklagt und dies zu Recht als antidemokratische Tendenz gewertet wird, ist die Auseinandersetzung mit diesen beiden Kräften in der Literatur
äußerst erhellend. An zwei Abenden wollen wir dem Phänomen bei Dichtern der deutschen Klassik und der Moderne nachgehen und Schlüsse auf die Gegenwart ziehen.

Das Manuskript schrieb Lutz Götze, die literarischen Texte spricht Franziska Bronnen.



Termin

Donnerstag, 10.09.20
19:00 bis 21:00 Uhr

Teilnahmepauschale
keine

Veranstaltungsort

Jägerstraße 51
10117 Berlin + Online



Ansprechpartner_in

Irina Mohr

Kontaktanschrift
Friedrich-Ebert-Stiftung
Landesbüro Thüringen
Nonnengasse 11
99084 Erfurt
Tel. 0361-59802-0, Fax 0361-59802-10



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